Erfolgreiche Integration im Arbeitsmarkt
Die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt kann erfolgreich gestaltet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit Weilheim und dem Unternehmen „Die Gartenzwerge Garten- und Landschaftsbau“ in Unterbrunn. Michael Schankweiler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weilheim, Friederike Luther, Arbeitsvermittlerin im Arbeitgeber-Service, und Sandra Perzul, Pressesprecherin, informierten sich vor Ort über die Erfahrungen.
Im Mittelpunkt des Betriebsbesuchs standen Firmenchef Mario Nast und sein Mitarbeiter Moritz. Moritz, 22 Jahre alt, absolvierte seine Ausbildung zum Fachpraktiker im Gartenbau im Berufsbildungswerk Nikolauspflege Stuttgart. Trotz einer genetisch bedingten Netzhauterkrankung, die seine Sehfähigkeit auf unter 20 Prozent reduziert, verfolgte er das Ziel, als Landschaftsgärtner tätig zu werden.
Man darf seine Behinderung nicht in den Vordergrund stellen.
Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit Weilheim fand Moritz eine Anstellung bei „Die Gartenzwerge“. Nach einem Kennlerngespräch und zwei Probetagen wurde er in das Team aufgenommen. Mario Nast, der den Betrieb vor fünf Jahren übernahm, beschäftigt über 50 Mitarbeiter, die sich mit Neubau, Umgestaltung und Pflege von Gartenanlagen im Fünfseenland, Großraum München und Starnberg befassen.
Nast legt Wert auf die Qualität der Aus- und Weiterbildung im Betrieb. Er betont die Bedeutung von Digitalisierung, Robotik und sich wandelnder Technik im Garten- und Landschaftsbau sowie die Notwendigkeit lebenslangen Lernens. 2018 wurde sein Unternehmen als „TOP Ausbildungsbetrieb“ mit dem Wirtschaftspreis des Landkreises Starnberg ausgezeichnet. Interne Fortbildungen, Lehrlingsabende und gemeinsame Freizeitveranstaltungen dienen der Stärkung des Miteinanders und der Fachkräftesicherung.
Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen sieht Nast als Bereicherung für beide Seiten.
Wir als Arbeitgeber mussten uns anpassen und dazulernen, wie wir mit Moritz Behinderung am besten im Arbeitsalltag umzugehen haben, dafür gibt er uns unheimlich viel Menschlichkeit, Engagement und Teamgeist zurück.
Die Unterstützung und der Kontakt zur Arbeitsagentur trugen laut Nast maßgeblich zum Erfolg der Inklusion bei. Michael Schankweiler zeigte sich beeindruckt vom Engagement beider Seiten.
Hier haben wir ein gutes Beispiel gelungener Inklusion, zu dem man nur gratulieren kann und das höchsten Respekt verdient.
Schankweiler appelliert an Unternehmen, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben. Er weist auf das Potenzial dieser Menschen hin und betont die Fördermöglichkeiten der Arbeitsagentur zur Unterstützung bei Einarbeitung und Arbeitsplatzeinsatz.
Moritz ist seit rund anderthalb Jahren bei den „Gartenzwergen“ tätig und gut in das Team integriert. Sein Arbeitstag beginnt um 6:30 Uhr mit dem Aufladen der Materialien. Auf der Baustelle konzentriert er sich auf Pflasterarbeiten, Entwässerung oder die Pflege von Grünflächen. Vor jedem Baustellenbeginn werden die Wege erkundet und alle Beteiligten über Moritz' Aufgaben und Bewegungsabläufe informiert, um ihm eine ungehinderte Arbeit zu ermöglichen.
Schon als kleines Kind wollte ich Landschaftsgärtner werden. Jetzt hat es geklappt und ich bin glücklich. Man darf sich nicht hängen lassen und seine Behinderung das Leben bestimmen lassen.
