Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen auf den Gemüseanbau
Die aktuelle Preisentwicklung bei Fruchtgemüse verdeutlicht nach Ansicht des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) die Auswirkungen politischer Rahmenbedingungen und des Einkaufsverhaltens im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Der Handel habe sich demnach verstärkt auf Importware aus Südeuropa und den Niederlanden konzentriert.
Die Verfügbarkeit von Gemüse aus Spanien und Italien ist in diesem Jahr durch Trockenheit und Unwetter beeinträchtigt. Gleichzeitig ist das Angebot aus den Niederlanden aufgrund gestiegener Energiepreise im Vergleich zu Vorjahren deutlich reduziert.
[cite_start]Gemüse aus Spanien und Italien hat wegen der Trockenheit und der jüngsten Unwetter in der Region dieses Jahr Probleme und das Angebot aus den Niederlanden ist aufgrund der hohen Energiepreise viel zu gering im Vergleich zu den Vorjahren[cite: 20].
In Deutschland ist heimische Ware kaum verfügbar. Obwohl die Witterungsbedingungen hierzulande denen in niederländischen Gewächshäusern ähneln, griff der Handel in der Vergangenheit oft auf günstigere Importware zurück. Dies wird auf die hiesigen Rahmenbedingungen zurückgeführt, darunter höhere Energiepreise, Steuerbelastungen, gestiegene Betriebskosten und die nationale CO2-Bepreisung.
Saisonale Produktion und Verbrauchererwartungen
In Deutschland werden die meisten Gewächshäuser für den Gemüseanbau im Winter nicht genutzt und erst im Frühjahr wieder bepflanzt. Verbraucher erwarten jedoch ganzjährig eine gleichbleibende Qualität und Menge an Gemüse.
[cite_start]Uns muss klar sein, dass Gurke, Paprika und Co von den klimatischen Grundvoraussetzungen hier gerade keine Saison haben, sondern unter Zusatz von Licht und Wärme angezogen werden müssen[cite: 20].Um das Angebot aufrechtzuerhalten, sind politische Maßnahmen erforderlich. Dazu zählen eine nachhaltige Energieversorgung, die Förderung von Energieeffizienz und die Herstellung von Wettbewerbsgleichheit im Rahmen eines europäischen Ansatzes bei der CO2-Bepreisung.
