Grundlagen der Gewässerpflege und Algenprävention
Die Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau Ellwangen 2026 startete mit einem Beitrag von Tim Rieger von der OASE GmbH. Im Fokus standen Methoden zur Gewässerpflege sowie zur natürlichen und technischen Algenprävention.
Nach einer Unternehmensvorstellung wurde ein Überblick über die Integration von Wasser in Gärten gegeben. Die Möglichkeiten reichen von Teichen mit Pflanzen oder Fischen über Wasserspiele, Bachläufe und Fontänen bis hin zu architektonischen Gewässern und Schwimmteichen.
Die Balance des Wassers: Wichtige Richtwerte
Die Balance eines Gewässers hängt von seinem „Immunsystem“ ab. Drei wesentliche Richtwerte können mittels Teststreifen oder Tröpfchentests überprüft werden:
- Der pH-Wert sollte leicht alkalisch sein und zwischen 7,5 und 8,5 liegen. Schwankungen, beispielsweise durch Regenfälle, können Stress für Teichbewohner bedeuten.
- Die Karbonathärte sollte mindestens 5° dH betragen. Sie stabilisiert den pH-Wert und ist entscheidend für die „Lebensversicherung“ eines Teiches.
- Der Phosphatwert sollte maximal 0,0035 mg/l erreichen, da Phosphat die Hauptnährstoffquelle für Algen darstellt. Phosphat kann durch Fischfutter oder bereits im zugeleiteten Trinkwasser in den Teich gelangen.
Hilfsmittel zur Erhaltung der Gewässerbalance
Zur Aufrechterhaltung dieser Balance stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Eine erste mechanische Filterung erfolgt durch Skimmer oder Fangkörbe, die Fremdkörper an der Oberfläche abfangen und deren Absinken verhindern. Ein UVC-Klärer reinigt physikalisch, indem er mit Licht die Zellstrukturen von Algen zerstört, schädliche Keime abtötet und für klares Wasser sorgt.
Weitere mechanische Filtertypen umfassen Unterwasserfilter für kleine dekorative Wasserbecken, Druckfilter für Bachläufe und Durchlauffilter für größere Teiche. Diese filtern das Wasser durch Schwämme, verarbeiten Nährstoffe mit Mikroorganismen und binden gelöste Rest-Nährstoffe. Eine gute Zirkulation ist für gereinigtes und sauerstoffreiches Wasser essenziell.
Das 1-2-3-System zur Teichpflege
Das 1-2-3-System fasst unterstützende Maßnahmen zusammen, die die Selbstreinigungskräfte des Gartenteichs aktivieren und den biologischen Kreislauf wiederherstellen:
- Wasser stabilisieren: Die Richtwerte des „Immunsystems“ müssen passen und bei Bedarf mit geeigneten Produkten zur Wasseraufbereitung auf natürliche Weise korrigiert werden.
- Algen bekämpfen: Grünes Wasser deutet auf ein Ungleichgewicht hin, das den Teichbewohnern schaden kann. Ein Abkeschern bietet nur kurzfristige Abhilfe, da dabei Algensporen freigesetzt werden. Stattdessen sollten passende, für Teichbewohner unbedenkliche Anti-Algenprodukte eingesetzt werden.
- Nährstoffe binden: Phosphat spielt hier eine zentrale Rolle und muss mit entsprechenden Produkten nachhaltig gebunden werden, um den Algen die Nahrungsgrundlage zu entziehen.

