Aus- und Weiterbildung

Ausbildung im Gartenbau: Vielfalt und Perspektiven

Die Ausbildung zur Gärtnerin oder zum Gärtner bietet vielfältige Möglichkeiten für Personen, die eine praktische Tätigkeit in und mit der Natur suchen. Schon während der Ausbildung ist eine Spezialisierung möglich, wobei eine gemeinsame Wissensbasis spätere Wechsel zwischen den Fachrichtungen erleichtert.

Was Gärtnerinnen und Gärtner mitbringen sollten

Angehende Gärtnerinnen und Gärtner sollten ein Interesse an praktischer Arbeit mitbringen. Zu den erforderlichen Kenntnissen zählen Pflanzennamen und deren spezifische Bedürfnisse. Handwerkliches Geschick ist bei Tätigkeiten wie der Bedienung von Topfmaschinen oder dem Pflanzenschnitt gefragt. Ein räumliches Vorstellungsvermögen sowie ein Gespür für Farben und Formen sind vorteilhaft. Der Beruf verbindet Umwelt- und Klimaschutz mit Kreativität und Teamfähigkeit.

Während der Ausbildung erwerben die Auszubildenden Fachwissen über verschiedene Pflanzenarten, Bewässerung, Düngung, Beschnitt und Vermehrungstechniken. Ebenso werden Kenntnisse zur Erkennung und Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, Schädlingen und Unkräutern vermittelt.

Sieben Fachrichtungen im Überblick

Die Ausbildung im Gartenbau gliedert sich in sieben Fachrichtungen, die von der Staudengärtnerei bis zum Gemüsebau reichen. Diese Vielfalt ermöglicht es Interessierten, ein Aufgabenfeld zu wählen, das ihren Neigungen entspricht – sei es eine eher praktische oder gestalterische Tätigkeit, Kundenkontakt, körperliche Arbeit oder der Einsatz moderner Technik.

  • Staudengärtnerinnen und -gärtner: Anbau, Vermehrung und Verkauf von Stauden.
  • Garten- und Landschaftsbauerinnen und -bauer: Anlage von Beeten, Baumpflanzungen, Pflasterarbeiten.
  • Friedhofsgärtnerinnen und -gärtner: Überwiegend Arbeit im Freien.
  • Zierpflanzengärtnerinnen und -gärtner: Tätigkeiten im Gewächshaus oder Gartencenter.

Ablauf der dualen Ausbildung

Die reguläre Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre und ist als duales System konzipiert. Dies bedeutet eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis. Ein Teil der Ausbildung findet in der Berufsschule statt, wo grundlegendes Fachwissen vermittelt wird. Die restliche Zeit verbringen die Auszubildenden im Betrieb, um das erworbene Wissen praktisch anzuwenden und zu vertiefen.

Im zweiten Ausbildungsjahr ist eine Zwischenprüfung vorgesehen, die den Ausbildungsstand überprüft. Diese Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Im letzten Ausbildungsjahr liegt der Fokus auf der gewählten Fachrichtung. Zukünftige Obstgärtnerinnen und -gärtner vertiefen beispielsweise ihr Wissen über Obstsorten und erlernen fortgeschrittene Ernte- und Lagertechniken. Staudengärtnerinnen und -gärtner gestalten eigene Staudenbeete unter Berücksichtigung von Wachstumsverhalten und optischen Aspekten.

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit um bis zu einem Jahr ist bei vorhandener Vorbildung (abgeschlossene Ausbildung, (Fach-)Abitur) oder bei besonders guten Leistungen möglich. Das Ausbildungsgehalt variiert je nach Fachrichtung und Bundesland.

Zugangsvoraussetzungen und Jobsuche

Rechtlich ist für die Ausbildung im Gartenbau kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss ein. Die Probezeit beträgt in der Regel zwischen einem und vier Monaten.

Für die Suche nach einem Ausbildungsplatz empfiehlt sich die Ausbildungsdatenbank des Zentralverbands Gartenbau e.V., die über 4.000 Ausbildungsbetriebe bundesweit listet. Die Suchergebnisse können nach Wohnortnähe und gewünschter Fachrichtung gefiltert werden. Unterstützung bieten auch die Berufsberatung und das Jobcenter der Agentur für Arbeit. Zudem ist es möglich, sich direkt bei Betrieben vor Ort nach Ausbildungsplätzen zu erkundigen.

19.08.2023

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