Meldedaten helfen bei Schutz und Management heimischer und invasiver Hornissenarten
Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse stellt den Naturschutz und auch den Garten- und Landschaftsbau vor neue Herausforderungen. Um belastbare Daten zur Verbreitung zu gewinnen, rufen NABU und NABU|naturgucker dazu auf, Hornissenfunde inklusive Fotos online zu melden.
Im Fokus steht insbesondere die invasive Asiatische Hornisse, die sich seit ihrem ersten Nachweis im Jahr 2014 zunehmend in Deutschland ausbreitet. Gleichzeitig sollen auch Sichtungen der heimischen Europäischen Hornisse gemeldet werden, um Verwechslungen zu vermeiden und ihren Schutz zu verbessern.
Unterscheidung der Arten entscheidend
Die Europäische Hornisse ist eine geschützte Art und erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Sie reguliert unter anderem Populationen von Fliegen, Mücken und anderen Insekten und trägt zur Bestäubung bei. Dennoch kommt es häufig zu Verwechslungen mit der Asiatischen Hornisse.
„Die Europäische Hornisse spielt in unserem Ökosystem eine unverzichtbare Rolle, indem sie die Bestände von Fliegen, Bremsen, Mücken, Wespen und vielen anderen Insekten in Schach hält“
Die Asiatische Hornisse bildet größere Völker und hat weniger natürliche Feinde. Dadurch kann sie negative Auswirkungen auf bestehende Ökosysteme haben, insbesondere auch auf die Imkerei.
Wichtige Hinweise für die Praxis
Für die fachgerechte Einordnung sind einige Merkmale relevant. Europäische Hornissen sind tag- und nachtaktiv und nisten bevorzugt in geschützten Hohlräumen wie Baumhöhlen oder Gebäuden. Asiatische Hornissen sind hingegen nur tagsüber aktiv und bauen ihre großen Nester häufig frei in Baumkronen.
Für Betriebe im Gartenbau und in der Landschaftspflege ist die sichere Unterscheidung der Arten wichtig, etwa bei Pflegearbeiten oder Gehölzschnitten. Unsachgemäße Eingriffe können sowohl Gefahren verursachen als auch geschützte Arten beeinträchtigen.
Meldungen liefern Grundlage für Schutzmaßnahmen
Ziel der Meldeaktion ist es, ein möglichst genaues Bild der aktuellen Verbreitung zu erhalten. Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage für Schutzkonzepte und Managementmaßnahmen.
„Mit den Daten können wir uns ein Bild von der Lage machen und daraus Schutzkonzepte für die Europäische Hornisse ableiten. Das ist auch für die Imkerei wichtig“
Die Aktion läuft mindestens bis in den Spätherbst. Neben der Asiatischen und Europäischen Hornisse soll auch die selten nachgewiesene Orientalische Hornisse gemeldet werden, auch wenn derzeit nur Einzelfunde bekannt sind.
Für eine erfolgreiche Bestimmung sind Fotos hilfreich. Dabei gilt: ausreichender Abstand, insbesondere zu Nestern, sorgt für Sicherheit bei der Erfassung der Tiere.


