Rasen- und Saatarbeiten

Holzwollevliese als nachhaltiger Erosionsschutz

Eine mehrjährige Studie bestätigt Holzwollevliese aus heimischer Produktion als nachhaltigen Erosionsschutz. In Kombination mit lokalem Saatgut sichern sie Böschungen langfristig und fördern zugleich die Biodiversität.

Studie bestätigt Holzwollevlies als nachhaltige Lösung

Ein mehrjähriges Forschungsprojekt der HTW Chur (heute FHGR) in Zusammenarbeit mit dem Istituto Scienze della Terra SUPSI und Wirtschaftspartnern bestätigt die Eignung von Holzwollevliesen als nachhaltigen Erosionsschutz. Im Fokus stand die Kombination mit biodiversitätsfördernder Begrünung aus lokalem Saatgut.

Der Abschlussbericht zeigt: Angesichts zunehmender Trockenperioden und häufiger Starkniederschläge infolge des Klimawandels steigt das Erosionsrisiko deutlich. Steile Hänge geraten vermehrt ins Rutschen, neue Böschungen aus Bauprojekten müssen rasch und dauerhaft gesichert werden – ein relevantes Thema für den Garten- & Landschaftsbau.

Praxistests unter alpinen Bedingungen

Seit 2015 untersuchte das «Institut für Bauen im alpinen Raum» (IBAR) gemeinsam mit SUPSI verschiedene Versuchsflächen in Schiers (GR), Monte Bar (TI) und Brütten (ZH). Eingesetzt wurden die Holzwollevliese «Howolis» der Lindner Suisse Holzwollemanufaktur aus Wattwil.

Ziel war es, die aus den USA bekannte Technik des nachhaltigen Erosionsschutzes an Schweizer Gegebenheiten anzupassen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer geeigneten Holzwolle-Rezeptur auf Basis verschiedener Baumarten sowie einer sorgfältigen Hangvorbereitung.

Ebenso entscheidend ist eine standortgerechte Begrünung. Nur wenn die Vegetation optimal anwächst, kann sie langfristig die Stabilisierung übernehmen.

Biodiversität als integraler Bestandteil

Besonders bewährt hat sich die Kombination der Holzwollevliese mit autochthonem Saatgut aus der jeweiligen Region (System HoloSem). Dadurch entstehen extensive, standortangepasste Flächen mit hohem ökologischem Wert.

Die Holzwolle schützt den Boden vor Abtrag, bis sich die Vegetation etabliert hat. Für Rohböden empfiehlt die Studie die Zugabe geringer Mengen organischen Langzeitdüngers, um der Saat optimale Startbedingungen zu bieten.

Einheimische Alternative zu Importprodukten

Der Bericht bewertet den Erosionsschutz mit Holzwollevlies aus nachwachsenden Rohstoffen als nachhaltig, technisch überzeugend und zukunftsweisend. Gleichzeitig wird betont, dass diese einheimische Lösung verstärkt in Projekte eingeplant werden sollte.

Im Vergleich zu importierten Netzen aus Jute- oder Kokosfasern bietet heimische Holzwolle eine regionale Wertschöpfung und eine an alpine Bedingungen angepasste Materiallösung. Für Planer, Kommunen und ausführende Betriebe im Gartenbau eröffnet sich damit eine praktikable Option zur ökologischen Böschungssicherung.

11.09.2019

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