Die Grüne Stadt, Park- und Aussenanlagen

Kooperation zur Wiederherstellung der Hofgärtnerei Park Babelsberg

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg und der Verein Förderer der königlichen Hofgärtnerei Park Babelsberg e.V. kooperieren, um die Hofgärtnerei zu sanieren und öffentlich zugänglich zu machen. Der Verein unterstützt den Wiederaufbau und Betrieb.

Gemeinsames Engagement für den Park von Lenné und Pückler

Der Verein Förderer der königlichen Hofgärtnerei Park Babelsberg e. V. wurde 2012 gegründet und zählt aktuell 15 aktive Mitglieder. Die bürgerschaftliche Initiative setzt sich für die Rettung des einst vom Hofgärtner Christoph Ferdinand Kindermann bewohnten Anwesens im Park Babelsberg ein. Über die Hofgärtnerei hinaus möchte der Verein das Interesse am Landschaftspark wecken, der im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné und Hermann von Pückler-Muskau angelegt wurde.

Als erstes Projekt plant der Förderverein die Wiederherstellung des Eingangstores zu den Lepère'schen Mauern. Kontaktmöglichkeiten bestehen unter DR.scholz@snafu.de.

Historische Gartenkultur des 19. Jahrhunderts bewahren

Die Hofgärtnerei im Südwesten des Parks Babelsberg stellt mit ihren erhaltenen Gewächshäusern ein Zeugnis der Gartenkultur und Gewächshaustechnik des 19. Jahrhunderts dar. Derzeit befindet sich die Bausubstanz in einem schlechten Zustand. Während der vordere Bereich des Areals als Betriebshof der Gärtner genutzt wird, schreitet der Verfall der ungenutzten Gewächshausanlagen, der Lepère'schen Obsttreibmauern und der verzierten Umfassungsmauer voran. Zudem erreichen die verbliebenen Obstbäume das Ende ihrer Lebensdauer.

Die Hofgärtnerei war eine fortschrittliche Nutzgärtnerei mit Warm- und Kalthäusern sowie den innovativen Lepère’schen Treibmauern zur Obsttreiberei. Diese wurden von 1862 bis 1864 von dem französischen Obstbau-Experten Alexis Lepère d. J. im Auftrag des preußischen Königs- und späteren Kaiserpaares Wilhelm I. und Augusta angelegt. Angesichts der Zerstörung und des teilweisen Verlustes vergleichbarer Anlagen haben die Potsdamer Treibmauern einen hohen Seltenheitswert.

Auch die ab 1855 errichteten Gewächshäuser mit ihren gusseisernen Dachkonstruktionen sowie Kanal- und Warmwasserheizanlagen zeugen von einem fortschrittlichen gärtnerischen Anspruch. Der bauliche Zustand dieser Gewächshäuser ist ebenfalls sehr schlecht. Eine Ausnahme bilden die Lorbeerhäuser, die 2009 zur Sicherung und Unterbringung künstlerischer Baufragmente instand gesetzt werden konnten.

Obst für den König: Preußische Pomologie

Die Babelsberger Hofgärtnerei repräsentiert mit ihren Treibmauern und Gewächshäusern, den unterschiedlichen Spalierobstformen und Obstsorten eine Phase der preußischen Pomologie. In dieser Zeit wurde großer Wert auf Sortenvielfalt gelegt und ausländische Experten zur Innovation des Obstbaus konsultiert. In diese Periode fiel auch die Gründung des Deutschen Pomologischen Vereins.

Ziel der obstbaulichen Anstrengungen war die Belieferung der königlichen Tafel mit Tafelobst. Dies geschah zu einer Zeit, bevor der Eisenbahntransport den Import solcher Früchte aus Südeuropa erleichterte und aufwendig produzierte Spalierobst obsolet wurde. Eine Wiederherstellung der Vielfalt der Obstsorten und Anbautechniken könnte zum Sortenerhalt alter Obstsorten beitragen.

18.09.2014

Zurück