Luther-Weg und biblische Pflanzen in der Blumenhallenschau
Im mittleren Hallenteil der Ausstellung schlängelte sich ein sogenannter Luther-Weg als grüner Rasenstreifen, der die einzelnen Pflanzflächen optisch miteinander verband.
Der Luther-Weg geht auch durch Thüringen – das Land ist stark mit Luther verbunden. Er studierte hier und übersetzte die Bibel,
erläuterte Floristmeisterin Cornelia Squara vom egapark Erfurt. Entlang dieses Weges fanden sich zahlreiche biblische Pflanzen, die bis heute in Gärten gedeihen, darunter Granatapfel und Akelei. Ergänzt wurde dies durch symbolträchtige Pflanzen der christlichen Tradition wie Feigenbaum, Ölbaum, Akanthus, Oliven- und Lorbeerbaum sowie die Dattelpalme. Auch Zyperngras, Lilien, Margeriten, Frauenmantel, Polsternelken, Stiefmütterchen, Erdbeere und Wein waren Teil der Gestaltung.
Vier Pergolentürme stellten floristisch die Lebensstationen Taufe, Konfirmation, Trauung und Trauer dar. Eine aktuelle Interpretation des Themas Pfingsten wurde mit opulenten Blumensträußen umgesetzt. Im vorderen Hallenteil luden großformatige Banner mit Luther-Zitaten zum Innehalten ein.
Wir haben aus seinen zahlreichen Sprüchen jene ausgewählt, die sich um Harmonie und Frieden drehen – und damit heute aktueller denn je sind,
erklärte Cornelia Squara. Für die Umsetzung des historischen Themas erhielt das Erfurter Team den Ehrenpreis des Landes Berlin „für die sehr gelungene Installation von Luther-Texten im Zusammenhang mit der Leichtigkeit der Gesamtkonzeption“.
Beet- und Balkonpflanzen sowie Auszeichnungen auf der IGA
Ein umfangreiches Sortiment an Beet- und Balkonpflanzen präsentierte die Wirth-Zickelbein GbR aus Seevetal. Goldmedaillen erhielten unter anderem Pantoffelblumen.
Die war fast in Vergessenheit geraten, ist jetzt aber wieder im Kommen,
erläuterte Ulrich Zickelbein. Ähnliches gelte für Vanilleblume und Ringelblume.
Selbst die Ringelblume ist kein Selbstläufer mehr. Mit neuen Sorten versuchen wir, die Pflanzen haltbarer, vor allem aber kompakter und kleiner zu machen,
so Zickelbein. Dies sei wichtig, da die Nachfrage nach Pflanzen für Kleingärten und Kübel steige. Ein neuer Trend seien sogenannte Augen-Sorten, beispielsweise beim Zauberglöckchen (Calibrachoa), mit einem breiten Spektrum an Sorten mit dunklem Ring im Kontrast zur Blüte. Ulrich Zickelbein erhielt zehn Goldmedaillen, darunter für einen Calibrachoa-Mix und zwei Heliotropium-Sorten. Ihm wurde die Große Goldmedaille der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) verliehen „für ein breites Beet- und Balkenpflanzensortiment in sehr guter Qualität“, sowie der Ehrenpreis und die Goldmedaille der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Clematis und Alstroemerien als Attraktionen der Schau
Die Baumschule Sachs GbR aus Radebeul zeigte üppig blühende Clematis. Neuheiten wie die Sorten ‚Elbflorenz‘ und ‚Elias‘ in hellen Blau- und Fliedertönen waren besonders gefragt. Die Jury zeichnete das Sortiment mit der Großen Goldmedaille der DBG aus.
Die dritte Große Goldmedaille der 7. Blumenhallenschau ging an Falk Horn aus Geringswalde für seine Alstroemeria-Züchtungen. Er präsentierte unter anderem die Sorten ‚Chanel‘ (rosa mit gelbem Schlund) und ‚Indian Summer‘ mit orangengetigerter Blüte und dunkelbraunem Laub. Die Nachfrage nach einfarbigen Sorten ohne typische Streifung wächst. Horn zeigte Arrangements der roten ‚Sacha‘, der weißen ‚Avalanche‘ und der orange leuchtenden ‚Beatrice‘. Die Jury würdigte dies mit der Begründung: „Für ein umfangreiches Alstroemerien-Sortiment in sehr guter Qualität“.


