Energiepreise beeinflussen Importkosten maßgeblich
Die Einfuhr von Energie war im September 2023 um 47,4 Prozent günstiger als im September 2022, jedoch um 9,7 Prozent teurer als im August 2023. Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate der Energiepreise hatte Erdgas, dessen Preise im September 2023 um 69,2 Prozent unter denen des Vorjahresmonats lagen. Im Vergleich zum August 2023 stiegen die Erdgaspreise jedoch deutlich um 12,3 Prozent.
Auch andere importierte Energieträger waren erheblich günstiger als im Vorjahresmonat: Die Preise für elektrischen Strom sanken um 71,0 Prozent, für Steinkohle um 53,6 Prozent, für Erdöl um 13,3 Prozent und für Mineralölerzeugnisse um 11,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat stiegen neben den Erdgaspreisen auch die Preise für diese Energieträger: Erdöl war 9,2 Prozent teurer, Mineralölerzeugnisse 8,1 Prozent, elektrischer Strom 7,5 Prozent und Steinkohle 6,2 Prozent teurer als im August 2023.
Importpreise ohne Energie und spezifische Güter
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise waren die Importpreise im September 2023 um 3,4 Prozent niedriger als im September 2022. Gegenüber August 2023 stiegen sie um 0,3 Prozent. Werden lediglich Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Acht gelassen, lag der Importpreisindex um 14,6 Prozent unter dem Stand des Vorjahres, mit einem Anstieg von 0,9 Prozent gegenüber August 2023.
Entwicklung bei Vorleistungsgütern, landwirtschaftlichen Gütern und Investitionsgütern
Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im September 2023 um 8,9 Prozent unter denen des Vorjahresmonats, stiegen aber gegenüber August 2023 um 0,2 Prozent. Preisrückgänge im Vergleich zum September 2022 gab es unter anderem bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (-58,1 Prozent), Aluminium in Rohform und Aluminiumlegierungen (-26,2 Prozent), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-19,2 Prozent) sowie Kunststoffen in Primärformen (-18,3 Prozent). Eine Verteuerung war hingegen bei Stärke und Stärkeerzeugnissen (+29,5 Prozent) sowie Hohlglas (+13,2 Prozent) zu verzeichnen.
Importierte landwirtschaftliche Güter waren 3,7 Prozent preiswerter als im September 2022, mit einem Anstieg von 0,8 Prozent gegenüber August 2023. Günstiger als im Vorjahresmonat waren insbesondere Rohkaffee (-28,6 Prozent) und Getreide (-20,6 Prozent). Deutlich höhere Preise wurden dagegen für Kakaobohnen (+44,6 Prozent) und lebende Schweine (+31,5 Prozent) registriert.
Die Preise für Konsumgüter lagen im Durchschnitt geringfügig unter denen des Vorjahres (-0,1 Prozent), stiegen aber gegenüber August 2023 um 0,3 Prozent. Importierte Gebrauchsgüter waren im Durchschnitt günstiger (-0,6 Prozent), verteuerten sich jedoch gegenüber August 2023 um 0,6 Prozent. Verbrauchsgüter blieben im Vorjahresvergleich unverändert. Während Schweinefleisch (+13,3 Prozent), Obst- und Gemüseerzeugnisse (+6,4 Prozent) sowie Getränke (+6,1 Prozent) teurer wurden, lagen die Preise für Milch und Milcherzeugnisse (-14,9 Prozent) und für pflanzliche und tierische Öle und Fette (-12,0 Prozent) deutlich unter denen des Vorjahres.
Die Preise für Investitionsgüter waren mit einem Plus von 2,2 Prozent höher als im Vorjahr (+0,3 Prozent gegenüber August 2023). Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Kraftwagen und Kraftwagenteile (+4,3 Prozent) sowie Maschinen (+2,6 Prozent).
Entwicklung der Exportpreise
Der Index der Exportpreise lag im September 2023 um 4,1 Prozent unter dem Stand von September 2022. Im August 2023 betrug die Jahresveränderungsrate minus 5,1 Prozent, im Juli 2023 minus 3,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat August 2023 stiegen die Exportpreise um 0,4 Prozent.
Die Preise für Energieexporte waren im September 2023 um 51,9 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (+5,4 Prozent gegenüber August 2023). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf die um 70,2 Prozent gesunkenen Erdgaspreise zurückzuführen. Gegenüber dem Vormonat wurde Erdgas zu höheren Preisen exportiert (+3,5 Prozent). Mineralölerzeugnisse waren preiswerter als vor einem Jahr (-9,1 Prozent), verteuerten sich aber gegenüber August 2023 um 5,9 Prozent und stiegen damit im Vormonatsvergleich zum vierten Mal in Folge.
Die Preise für den Export landwirtschaftlicher Güter waren 10,9 Prozent niedriger als im Vorjahr (-1,0 Prozent gegenüber August 2023). Exportierte Vorleistungsgüter verbilligten sich gegenüber September 2022 um 5,0 Prozent (+0,1 Prozent gegenüber August 2023). Dagegen wurden Investitionsgüter zu 3,3 Prozent höheren Preisen als im Vorjahr exportiert. Auch die Preise für exportierte Konsumgüter stiegen im Vorjahresvergleich (+1,7 Prozent).
