Netzwerk „Natur im Garten International“ positioniert sich gegen EU-Saatgutverordnung
Garteninitiativen, Gartenakademien und Vereinigungen aus dem gesamten deutschen Sprachraum sprechen sich geschlossen für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt aus. Sie positionieren sich gegen den aktuellen Entwurf der EU-Saatgutverordnung. Dies wurde beim diesjährigen Treffen des Netzwerks „Natur im Garten International“ am 9. und 10. Oktober in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen.
Der Vorschlag zur EU-Saatgutverordnung wird derzeit auf europäischer Ebene neu verhandelt. Die beteiligten Organisationen betonen die Bedeutung der Pflanzenvielfalt vor diesem Hintergrund.
Bei den derzeitigen Verhandlungen zur EU-Saatgutverordnung muss sichergestellt werden, dass der Erhalt, die Nutzung und die Weitergabe von alten und regionaltypischen Kulturpflanzen auch in Zukunft gewährleistet ist.
Wird der aktuelle Entwurf genehmigt, könnte dies die freie Vermehrung, Weitergabe und Vermarktung von Saatgut einschränken. Dies würde alten und regionalen Sorten die Grundlage für eine rechtmäßige Vermarktung und Verwendung entziehen und könnte zum Verlust der biologischen Vielfalt in Gärten und Grünräumen führen.
Ziele und Standpunkte des Netzwerks
Im Rahmen des jährlichen Treffens des Netzwerks „Natur im Garten International“ fand ein intensiver Austausch zu wesentlichen Bereichen des ökologischen Gärtnerns statt. Ziel des Netzwerks ist die Vernetzung sowie die Erarbeitung gemeinsamer Standpunkte und Schwerpunkte.
Für alle Beteiligten ist der Erhalt der Vielfalt der Kulturpflanzen für den Naturgarten von zentraler Bedeutung. Das Netzwerk setzt sich daher für Vielfalt, ökologische Qualität und Naturnähe im Sinne der Aktion „Natur im Garten“ ein. Alle teilnehmenden Organisationen lehnen den aktuellen Entwurf zur EU-Saatgutverordnung ab.
Kulturpflanzenvielfalt, insbesondere alte, regionaltypische Sorten, Tauschgut und bewährte standortangepasste Selektionen, ist für ökologisch gestaltete und gepflegte Gärten und Grünräume von großer Bedeutung. Jede Einschränkung der Verfügbarkeit von altem, seltenem und regionaltypischem Saatgut widerspricht den Zielen einer nachhaltigen und umweltgerechten Zukunft sowie den deklarierten Umweltzielen der Europäischen Union.
Teilnehmende Organisationen des Jahrestreffens
Am Jahrestreffen des Netzwerkes „Natur im Garten International“ nahmen unter anderem folgende Organisationen teil:
- Bayerische Gartenakademie
- DIE GARTEN TULLN
- Die NÖ Gartenplattform
- Eigenheimerverband Bayern e.V.
- gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V.
- Gartennetz Deutschland e.V.
- Landesverband Bayerischer Kleingärtner e.V.
- Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ e.V.
- Natur im Garten Niederösterreich
- Österreichische Gartenbaugesellschaft
- Österreichischer Siedlerverband – Landesorganisation Niederösterreich
- Stiftung Lebensqualität e.V. Vorarlberg
- Verband Wohneigentum – Landesverband Bayern e.V.
- Forum Blühendes Tirol im Tiroler Bildungsforum
- Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff – Südtirol