Demokratisierung der ISU: Mitglieder erhalten mehr Stimmrechte
Die Internationale Stauden-Union (ISU) wurde vor über 60 Jahren als Dachverband nationaler Staudengärtner-Verbände gegründet. Bisher vertraten Delegierte dieser Verbände die jeweiligen Länder in der ISU-Delegiertenversammlung. Mittlerweile umfasst die ISU auch Mitglieder aus Ländern ohne nationalen Zusammenschluss sowie Experten und Liebhaber von Stauden, die keine Staudengärtner sind.
Von den 18 Ländern, aus denen die ISU-Mitglieder stammen, bieten nur noch neun eine Kollektivmitgliedschaft an. Dies führte dazu, dass das Stimmrecht von den Delegierten auf die Einzelmitglieder übergehen musste, um dem demokratischen Prinzip zu folgen. Die Delegierten beschlossen daher am 9. August in London-Gatwick einstimmig, die Delegiertenversammlung in eine Mitgliederversammlung umzuwandeln. Jedes Mitglied erhält nun eine Stimme, die an andere Mitglieder übertragen werden kann.
Wahlen und Aktivitäten der ISU
Im Rahmen der Versammlung wählten die Delegierten Tomasz Michalik aus Polen in den Vorstand der ISU. Er tritt die Nachfolge von Rickard Nordström aus Schweden an. ISU-Präsident Dr. Andres Altwegg zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung der ISU während seiner Amtszeit.
Die Exkursion 2015 zum Monte Baldo in Italien wurde positiv bewertet, und die für 2017 nach Kirgisistan geplante Exkursion ist bereits ausgebucht. Die Winterdays in Grünberg erreichen seit Jahren ihre Kapazitätsgrenze. Auch die neuen Online-Aktivitäten der ISU, einschließlich der Präsenz auf Facebook, verzeichnen eine gute Resonanz. Fortschritte wurden zudem im Bereich der Nomenklatur der Pflanzen erzielt.
Intensive Diskussionen führten zu einer Annäherung unterschiedlicher Standpunkte. Der aktuelle Stand der Nomenklatur der Stauden ist in der kürzlich veröffentlichten Namenliste für Stauden dokumentiert. Die Mitgliederzahl der ISU bleibt mit rund 300 Mitgliedern stabil.
Kritik an EU-Liste Invasiver Arten
Starke Kritik bei Mitgliedern, Delegierten und im Vorstand löste die Veröffentlichung der Liste Invasiver Arten durch die EU-Kommission aus. Bemängelt wurde, dass keine einheitlichen Kriterien bei der Bewertung zugrunde gelegt wurden und die Regionen nicht nach Klimazonen eingeteilt werden.
Als Beispiel wurde Gunnera tinctoria genannt, die auf der aktuellen Beobachtungsliste der EU-Kommission steht. Diese Pflanze ist nicht winterhart und kann daher in vielen Ländern nicht invasiv sein. Auch Lupinus polyphyllus, eine geschätzte Pflanze zur Bodenverbesserung, als Bienenweide, Viehfutter und Gartenstaude, findet sich auf dieser EU-Liste.
Die ISU-Summerdays 2018 werden vom 12. bis 16. August in Polen stattfinden.
