Kommunale Herausforderungen bei der Bestattungsvorsorge und deren Auswirkungen
Kommunen stehen vor der Aufgabe, allen Verstorbenen eine würdige Bestattung zu gewährleisten. Die Gleichheit der Würde des Toten endet jedoch oft bei der Grabpflege, da diese in der Regel nicht im Leistungsumfang von Sozialbegräbnissen enthalten ist. Ein gepflegtes Grab wird als wichtig für die würdevolle Erinnerung an einen Verstorbenen erachtet. Anonyme Bestattungen werden in diesem Kontext nicht als Lösung betrachtet.
Neben Sozialbegräbnissen häufen sich auch sogenannte Ersatzbestattungen oder ordnungsbehördliche Bestattungen. Hierbei handelt es sich um Beisetzungen von Personen ohne auffindbare Angehörige oder wenn Angehörige die Kosten der Bestattung nicht tragen. In solchen Fällen sind die Ordnungsbehörden für die Beisetzung zuständig.
Bei der Suche nach den Angehörigen könnten die Ordnungsämter durchaus auch bei den Kirchengemeinden nachfragen und auf diese Weise fündig werden.
Dies merkt Andreas Mäsing, Vorsitzender des VFFK, an.
Bedeutung der Bestattungsvorsorge für die Angehörigen
Das grundlegende Problem liegt laut VFFK in einem mangelnden Bewusstsein und unzureichendem Wissen über die Konsequenzen der gewählten oder nicht gewählten Bestattungsform sowie die Möglichkeiten der persönlichen Vorsorge.
Das Minimum an Vorsorge ist die persönliche schriftliche Erklärung, die man am besten ins Familienstammbuch legt, denn danach wird im Todesfall als erstes gefragt und gesucht.
So rät Andreas Mäsing. Er betont, dass viele Menschen sich keine Gedanken über die Pflege der Erinnerung nach dem Tod machen.
Wir sollten unseren Kindern und Enkelkindern die Möglichkeit geben, sich mit dem Thema Tod und Erinnerung konkret auseinanderzusetzen. Das hilft vielen, persönlich eine Entscheidung über die Art der Bestattung und des Erinnerungsortes zu treffen, statt dass sie von Verwaltungsbeamten nach Aktenlage getroffen werden muss, weil niemand vorgesorgt hat.
Dies empfiehlt Mäsing.
Alternativen zur anonymen Bestattung und ihre Vorteile
Hohe Bestattungskosten schrecken viele Menschen ab, was oft zur Entscheidung für eine anonyme Feuerbestattung führt, die als preisgünstigste Variante gilt. Diese Entscheidung wird häufig ohne Information der Angehörigen getroffen.
Wer sich bereits vor seinem eigenen Ableben mit diesem Ereignis befasst, sollte bedenken, dass auch wenn die Familie weit verstreut ist und keine regelmäßigen Bindungen mehr bestehen, trotzdem ein Platz für die Trauer und Erinnerung benötigt wird. Wer sich für eine Bestattung entscheidet, die anonym oder ohne festen Gedenkplatz für die eigene oder verstorbene Person durchgeführt wird, nimmt Trauernden den Platz des Gedenkens.
Dies erklärt Andreas Mäsing im Sinne des VFFK. Es gibt jedoch finanzierbare Alternativen zur anonymen Bestattung, wie beispielsweise die Bestattung in gemeinschaftlichen Grabanlagen, darunter Ruhegemeinschaften oder Memoriam-Gärten.