Händlerzufriedenheit: Finanzierung als Dauerbrenner
Die Zufriedenheit der Händler mit ihren Traktorenfabrikaten zeigt eine leicht positive Entwicklung, weist aber weiterhin Verbesserungspotenzial auf. Dies geht aus den Ergebnissen des Händlerzufriedenheitsbarometers (DSI) hervor, die im April/Mai 2024 erhoben wurden.
Ulf Kopplin, Präsident des LandBauTechnik-Bundesverbands, und Vize-Präsident Karl Josef Duffner präsentierten die Umfrageergebnisse gemeinsam mit Dr. Michael Oelck und Ulrich Beckschulte den Herstellern. Die Umfrage bewertete dreizehn Kategorien, in denen Fabrikatshändler ihren Schlepper-Fabrikaten Noten gaben.
Die Zufriedenheit der Land- und Baumaschinenhändler mit ihren Trecker-Fabrikaten ist an sich nicht schlecht, im Vergleich zum Vorjahr ist sie sogar wieder leicht gestiegen. Das stimmt uns positiv. Wir sind aber noch nicht wieder an das Niveau der Jahre zuvor herangekommen.
Ein wiederkehrendes Problemfeld ist die Finanzierung. Ulf Kopplin betonte, dass die Nachwirkungen der Corona-Pandemie hier deutlich spürbar seien. Während es früher lange Wartezeiten auf Maschinen gab, seien die Lagerbestände nun hoch. Die Investitionsbereitschaft der Kunden sei angesichts der Zinslage verhalten, was die Händler vor Herausforderungen bei der Absatz- und insbesondere der Lagerfinanzierung stelle.
Das Thema Finanzierung ist allgegenwärtig, da spüren wir deutlich die Nachwirkungen der Corona-Pandemie. Während wir zu der Zeit zum Teil lange auf Maschinen gewartet haben, stehen die Höfe nun voll und die Investitionsbereitschaft unserer Kunden ist angesichts der Zinslage weiter verhalten. Das stellt die Händler vor Herausforderungen in der Absatz-, vor allem aber Lagerfinanzierung. Da brauchen wir den Schulterschluss mit unseren Fabrikaten.
Die Umfrage dient als Grundlage für den Dialog zwischen Händlern und Herstellern. Sie soll aufzeigen, welche Bereiche gut funktionieren und wo gegenseitige Unterstützung notwendig ist. In der Vergangenheit wurde dieses Angebot laut Kopplin gut genutzt, was sich in der Entwicklung einzelner Fabrikate widerspiegele.
Struktur und Methodik der Umfrage
Das Händlerzufriedenheitsbarometer wird von der FIS-Stelle im LandBauTechnik Bundesverband e.V. durchgeführt. Es umfasst 62 Bewertungskriterien in Kategorien wie Image, Traktorenvertrieb, Ersatzteilwesen, Werbung, Schulungswesen und Finanzierung. Die Ergebnisse werden auf einer Skala von 0 (maximal unzufrieden) bis 20 (bestens zufrieden) dargestellt, um eine europäische Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Erstmals seit zehn Jahren wurden die Fragen der Umfrage angepasst. Ulrich Beckschulte, Geschäftsführer des LBT, erklärte, dass dies die Auswertung komplexer gemacht habe. Eine Neuerung war die Möglichkeit, Fabrikate mit Selbstfahrern im Portfolio in zwei neuen Kategorien zu bewerten. Dies sollte die Zufriedenheit mit Traktoren- und Selbstfahrer-Programmen getrennt erfassen und Unterschiede aufzeigen.
Ergebnisse und Ausblick
Die Gesamtzufriedenheit erreichte in diesem Jahr 13,1 Punkte, was eine Steigerung um 0,3 Punkte gegenüber 2023 bedeutet und nur knapp unter dem besten Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 2008 liegt.
Alles in allem ist das Ergebnis ein „befriedigend“ im oberen Bereich. Erfreulich ist, dass die Mehrheit der Fabrikate an Zufriedenheit zulegen konnte. Das heißt, es gab eine positive Entwicklung im Vergleich zu 2023.
Die Umfrage "Händlerzufriedenheitsbarometer DSI Traktoren" wird zeitgleich und nach einheitlichen Regeln in bis zu zehn europäischen Ländern durchgeführt und vom europäischen Branchen-Dachverband CLIMMAR koordiniert. Knapp 100 Händlerkollegen europaweit tragen zu einem statistisch belastbaren Meinungsbild bei.
Deutschland ist mit einer Teilnahmequote von über 50 Prozent Spitzenreiter im europäischen Vergleich. Karl Josef Duffner appellierte an alle Händler, sich an der Umfrage zu beteiligen, da jede Stimme zähle und Veränderungen bewirken könne. Die nächste Umfrage zum Händler-Zufriedenheitsbarometer startet am 4. April 2025. Die nationalen Auswertungen erfolgen durch die Bundesverbände, während das europäische Gesamtergebnis jährlich auf dem CLIMMAR-Kongress im Oktober vorgestellt wird, gefolgt von einer Pressekonferenz auf der Agritechnica oder Eima.


