Praxisnahe Einblicke in den Garten- und Landschaftsbau
Die Frage nach der beruflichen Zukunft beschäftigt viele Schulabgänger. Neben bekannten Berufen existieren zahlreiche weitere Ausbildungswege, die oft unbekannt bleiben. Um Schülern die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten aufzuzeigen, organisieren Schulen zunehmend Berufsmessen oder laden Unternehmen zur Vorstellung von Lehrberufen ein. Ein Beispiel hierfür ist die Gemeinschaftsschule an der Lecker Au.
Nach einer Berufsmesse im Februar erhielten die achten Klassen Besuch von Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim Fachverband für den Garten- und Landschaftsbau Schleswig-Holstein (FGL). Andresen übernahm im März den Mathematikunterricht in sieben Klassen. Ziel war es, Schüler für den Beruf des Landschaftsgärtners zu interessieren und die Relevanz mathematischer Kenntnisse in diesem Berufsfeld zu verdeutlichen. Begleitet wurde er an einzelnen Tagen von Stefan Momsen vom Fachbetrieb „Gartenträume“ und Peter Schmidt-Petersen vom Fachbetrieb Theodor Andresen.
Das Berufsbild des Landschaftsgärtners im Fokus
Im Mathematikunterricht der Klasse 8a, geleitet von Adonis Andresen und Stefan Momsen, stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Mathematik im Berufsalltag eines Landschaftsgärtners spielt. Auf die Frage, was ein Landschaftsgärtner tut, antwortete ein Schüler: „Blumen und Pflanzen umpflanzen. Vielleicht auch Teiche graben.“ Andresen zeigte sich über diese eingeschränkte Vorstellung nicht überrascht. Angesichts von über 350 anerkannten Ausbildungsberufen sei es für Jugendliche schwierig, den Überblick zu behalten.
Ein Grund mehr für die Landschaftsgärtner, sich von der Masse abzuheben. Die Personalverantwortlichen der grünen Betriebe müssen begreifen, dass es fünf vor 12 ist. Wir haben akuten Bewerbermangel in Schleswig-Holstein.
Die Präsenz von Ausbildern in Schulen bietet sowohl Betrieben als auch Schülern Vorteile. Benjamin Mommsen, Koordinator für Berufsorientierung an der Gemeinschaftsschule, hob hervor, dass regionale Unternehmen eine Plattform erhalten, um potenzielle Nachwuchskräfte zu informieren und zu interessieren. Gleichzeitig würden den Schülern neue Perspektiven für ihren beruflichen Werdegang aufgezeigt. Die Schüler der Klasse 8a erkannten, dass die Tätigkeiten eines Landschaftsgärtners über das reine Pflanzen von Blumen hinausgehen. Andresen präsentierte Pläne von Garten- und Parkanlagen, die Pflanzen, Bäume, Wege, gepflasterte Terrassen, Teiche, Mauern und Zäune umfassen. Er betonte, dass all dies und noch viel mehr zu den Aufgaben von Landschaftsgärtnern gehöre. Der Fachverband in Schleswig-Holstein zählt aktuell rund 110 anerkannte Fachbetriebe zu seinen Mitgliedern.
Mathematik in der Praxis: Rechenaufgaben für angehende Landschaftsgärtner
Die Vielfalt des Berufs beeindruckte einige Schüler. Richard Hainul, ein Achtklässler, äußerte: „Das klingt wirklich vielseitig. Ich hätte nicht gedacht, dass Landschaftsgärtner so viele verschiedene Dinge machen.“ Stefan Momsen ergänzte, dass auch viel gerechnet werde, und leitete damit zum eigentlichen Thema des Unterrichts über. Eine Textaufgabe wurde vorgestellt, die die Planung einer rechteckigen Terrasse umfasste:
- Die Terrasse ist im Plan mit 7,50 cm x 3,75 cm bei einem Maßstab von 1:200 gezeichnet.
- Die Tragschicht beträgt 10 cm, die Ausgleichsschicht 5 cm.
Die Schüler sollten berechnen, wie viele Quadratmeter Pflastersteine benötigt werden und wie viel Tragschicht bestellt werden muss, unter Berücksichtigung eines Verdichtungsfaktors von 30 %. Eine weitere Frage bezog sich auf den Abtransport von 33,64 m³ Oberboden, wobei 1 m³ Oberboden 1,7 t wiegt und ein LKW 9 t zuladen kann.
Diese Aufgaben verdeutlichten den Schülern die praktische Anwendung von Maßstabs-, Flächen-, Volumen- und Prozentrechnung. Adonis Andresen fasste nach 90 Minuten zusammen, dass ein Landschaftsgärtner nicht nur in und mit der Natur arbeite, sondern auch Vermessungen und Berechnungen durchführen, Aufträge kalkulieren und ökonomische Entscheidungen treffen müsse. Für all diese Aufgaben sei Mathematik von großer Bedeutung. Schüler René Traum lobte die Veranstaltung: „Das war echt ganz cool. Die Verbindung zwischen Mathe und Beruf hat echt Spaß gemacht.“ Stefan Momsen zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Dies ist ein guter Weg, mit Nachwuchskräften in Kontakt zu kommen.“ Peter Schmidt-Petersen betonte die Wichtigkeit, dass junge Menschen die Anforderungen des Berufs kennen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

