Aus- und Weiterbildung, Verbände und Organisationen

Weiterbildung in der Landtechnik: Fachkompetenz bleibt entscheidend

Eine Umfrage des VDI Wissensforums zeigt, dass die Landtechnikbranche Weiterbildung als entscheidenden Wettbewerbsvorteil sieht. Trotzdem räumen viele Geschäftsführer ein, dass technische Fachkräfte nicht ausreichend geschult werden. Fachkompetenz wird dabei als wichtigste Qualifikation angesehen.

Herausforderungen und Chancen der Weiterbildung in der Landtechnik

Mehr als ein Viertel der Geschäftsführer und Personalverantwortlichen in der Landtechnikbranche räumt ein, dass technische Fach- und Führungskräfte nicht ausreichend weitergebildet werden. Dies geht aus der Umfrage „VDI-educating II“ des VDI Wissensforums hervor. Trotz dieser Einschätzung bietet die Landtechnik nach eigener Aussage im Branchenvergleich die meisten Weiterbildungsangebote.

Nur 9,1 Prozent der Befragten geben an, dass es in ihrem eigenen Unternehmen an Weiterbildungsangeboten mangelt. Im Vergleich zu anderen Branchen wie dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobil-, Kunststoff-, Chemie-, Energie- und Bauindustrie, sieht sich die Landtechnik hier als Vorreiter.

Alle befragten Geschäftsführer und Personaler (100 Prozent) sind überzeugt, dass die Qualifikation der Mitarbeiter einen wichtigen Wettbewerbsvorteil darstellt. 90,9 Prozent sehen Weiterbildung als maßgeblichen Faktor für den Unternehmenserfolg. Entsprechend geben ebenfalls 90,9 Prozent an, ihren Mitarbeitern ausreichende Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.

Im Jahr 2010 ergab eine frühere Umfrage des VDI Wissensforums, dass zwei Drittel (66,3 Prozent) der technischen Fach- und Führungskräfte in der Landtechnik die Fortbildungsmöglichkeiten als unzureichend empfanden. Aktuell erklären mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) der Geschäftsführer und Personaler, dass diese Wahrnehmung berechtigt sei, da tatsächlich weniger Weiterbildung angeboten werde als notwendig. Fast drei Viertel (72,7 Prozent) sind hingegen der Ansicht, dass das Weiterbildungsangebot von den Mitarbeitern unterschätzt wird. 40,9 Prozent glauben, dass andere Unternehmen weniger in Weiterbildung investieren als sie selbst.

Bedeutung der Fachkompetenz

Die Befragten sind sich einig über die Priorität von Schulungsinhalten: 77,3 Prozent sehen Fachkompetenz als die wichtigste Qualifikation an (Platz eins oder zwei der angestrebten Weiterbildungsmaßnahmen). Mit deutlichem Abstand folgen personale und soziale Kompetenzen (jeweils 40,9 Prozent) sowie unternehmerische Kompetenz (31,8 Prozent).

Die Bewertung zeigt, dass Fachkompetenz die wichtigste Voraussetzung ist und bleibt, um mit den aktuellen technischen Entwicklungen mitzuhalten.

Weiterbildung wird von 95,5 Prozent der Befragten als wichtigstes Instrument zur Bindung qualifizierter Mitarbeiter angesehen. Ergänzend dazu bieten 77,3 Prozent flexible Arbeitszeitmodelle an, 68,2 Prozent nutzen Prämien und 63,6 Prozent gewähren Zuschüsse zur Mitarbeiterversorgung. Die Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für 50 Prozent der Unternehmen von Bedeutung.

Demografischer Wandel und Qualifizierung

Der demografische Wandel wird sich nach Einschätzung der Geschäftsführer und Personalverantwortlichen in den kommenden zehn Jahren negativ auswirken. 90,9 Prozent erwarten Probleme beim Recruiting von Nachwuchsingenieuren. Der Verlust von Know-how durch ausscheidende Ingenieure wird von 77,3 Prozent als Herausforderung gesehen. Mehr als die Hälfte (54,5 Prozent) befürchtet Schwierigkeiten, Senior-Ingenieure im Unternehmen zu halten.

Lediglich 18,2 Prozent sehen die Qualifizierung bereits eingestellter Ingenieure als problematisch an.

Wenn Unternehmen Weiterbildungsmöglichkeiten als wichtigstes Mittel sehen, um gute Mitarbeiter zu halten und gleichzeitig befürchten, Probleme beim Recruiting und beim Verlust von Know-how zu bekommen, liegt es auf der Hand, dass sie schon heute für morgen qualifizieren sollten.

Die Umfrage „VDI-educating II“ wurde unter 500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen in sieben Ingenieurbranchen durchgeführt, darunter Automobil, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststoffindustrie, Prozessindustrie, Energie, Landtechnik und Bautechnik. Eine erste Umfrage „VDI-educating“ fand 2010 unter technischen Fach- und Führungskräften derselben Branchen statt.

22.06.2012

Zurück