Einblicke in die Arbeit der Friedhofsgärtner auf der igs Hamburg
Arne Kießling, Betreuer des Ausstellungsteils „Grabgestaltung und Denkmal“ auf der Internationalen Gartenschau (igs) in Hamburg, verantwortet den Pavillon des Bundes deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau e. V. (BdF).
Der Friedhofsgärtnermeister und sein Team aus jungen Friedhofsgärtnern pflegen während der igs die Mustergräber der Friedhofsgärtner. Sie beraten zudem Besucher zu allen Fragen rund um den Friedhof. Der Ausstellungsteil umfasst 120 Mustergräber und einen 800 Quadratmeter großen Memoriam-Garten. Diese Fläche wird täglich gegossen und gepflegt.
Unterstützung erhält Kießling von jungen Friedhofsgärtnern aus ganz Deutschland. Diese sammeln im Rahmen des BdF-Projektes „Pflegemodell“ auf der igs Erfahrungen in der kreativen Grabgestaltung und -pflege sowie in der Kundenberatung.
Die ausstellenden Friedhofsgärtner aus dem gesamten Bundesgebiet haben eine abwechslungsreiche und bunte Ausstellungsfläche geschaffen. Besucher stellen Fragen zur Grabpflege und zu den verwendeten Pflanzen und zeigen sich beeindruckt von den Möglichkeiten der Grabgestaltung.
Den meisten Besuchern ist gar nicht bewusst, wie kreativ und vielfältig die Arbeit der Friedhofsgärtner durch den Pflanzeneinsatz ist.
Auch kreative Ideen der Grabgestaltung können umgesetzt werden. Kießling berichtet von häufigen Besucherfragen, ob die Gräber real umgesetzt seien. Er muss schmunzeln über die Frage, ob tatsächlich Menschen dort begraben seien.
Unsere Ausstellung steht tatsächlich auf einem ehemaligen Friedhofsgelände, daher wurden hier früher auch Menschen bestattet. Nach der schweren Sturmflut 1962 wurde dieser Friedhof aber aufgegeben. In unseren angelegten Mustergräbern wurden keine Menschen beerdigt – da diese nur für die Dauer der igs gepflanzt wurden.
Die Interaktion mit den Besuchern steht auf der igs 2013 im Vordergrund. Die Aufklärung der Besucher über die Themen Dauergrabpflege und Vorsorge ist ein bedeutender Teil der Arbeit.
Ich stelle immer wieder fest, dass vielen Besuchern gar nicht bekannt ist, dass es die Möglichkeit gibt, schon zu Lebzeiten vorzusorgen.
Kießling und sein Team bieten zudem Rundgänge an, bei denen die fachmännische Arbeit der Friedhofsgärtner anhand von Beispielen erklärt wird.
Um auch jüngeren Besuchern den Friedhof näherzubringen, unterstützt Kießling Projekte im Bildungsprogramm „Klasse!“ auf der igs 2013, darunter den Insektenfriedhof und das Geocaching auf dem Friedhof.
Es ist immer eine Freude zu sehen, wie sich schon Kinder für unsere Themen öffnen können und wie aufgeschlossen sie unsere Projekte annehmen und aktiv mitgestalten. Gerade dieses Engagement und Interesse machen unsere Ausstellungsfläche zu dem, was sie ist: ein vielfältiger, bunter und erholsamerer Ort für alle!
Die igs ist noch bis zum 31. Oktober 2013 geöffnet.
