Der neue Lintrac 110: Leistungsstark und vielseitig
Das Tiroler Familienunternehmen Lindner erweitert seine Lintrac-Serie um den Lintrac 110. Nach dem Lintrac 90 stellt das Unternehmen einen kompakten, wendigen und stufenlosen Traktor vor, der für die Berg- und Grünlandwirtschaft, den Weinbau, den Forst und den Kommunalbereich konzipiert ist.
Der Lintrac 110 erreicht ein höchstzulässiges Gesamtgewicht von acht Tonnen und eine Nutzlast von rund 3,5 Tonnen. Dies ermöglicht den Einsatz größerer Anbaugeräte, wie beispielsweise Ballenpressen, und prädestiniert ihn für überbetriebliche Arbeiten. Die Bedienung erfolgt über das LDrive-System.
Die Vorserienproduktion des Lintrac 110 beginnt im Juni 2018, die Serienproduktion der Agrar- und Kommunalversion ist für Sommer 2018 geplant.
Technische Ausstattung des Lintrac 110
Das Herzstück des neuen Traktors bildet das stufenlose Getriebe TMT11 von ZF. Im Vergleich zum TMT09 des Lintrac 90 verfügt es über eine größere Hinterachse und ist für einen Leistungsbereich bis 110 PS ausgelegt. Es bietet Funktionen wie Stillstandsregelung und das Beschleunigen aus dem Stand bis zur Maximalgeschwindigkeit ohne Unterbrechung des Leistungsflusses.
Die Fahrgeschwindigkeit wird durch eine Modus-Umschaltung (Arbeitsmodus, Transportmodus) und eine Fahrbereichs-Umschaltung reguliert. Beide Umschaltungen sind vollständig automatisiert, was ein stufenloses Fahren mit einem Minimum an Bauteilen und einem Maximum an Komfort und Funktionalität ermöglichen soll.
Für den Antrieb sorgt ein 4-Zylinder-Motor von Perkins mit 113 PS und 450 Nm Drehmoment, ausgestattet mit einem Partikelfilter. Als Kraftstoff ist Diesel ausreichend. Die Verstellpumpe der Arbeitshydraulik leistet 88 Liter. Die Kabine wurde für erhöhten Komfort und verbesserte Sicht gestaltet.
Die 4-Rad-Lenkung des Lintrac 110 wurde verstärkt, um eine hohe Wendigkeit zu gewährleisten. Ein weiterentwickeltes Lichtsystem soll die Sicht bei Nachteinsätzen verbessern.
Marktstrategie und Export
Mit dem Lintrac 110 beabsichtigt Lindner, die Kernmärkte zu stärken und neue Exportgebiete zu erschließen. Die Stufenlostechnologie soll die Position in Märkten wie Österreich, Deutschland und Frankreich festigen. Der Exportfokus liegt zudem auf Skandinavien, Großbritannien und Irland. Die Exportquote des Unternehmens liegt derzeit bei über 50 Prozent. In Österreich belegte Lindner in den ersten acht Monaten des Jahres 2017 den zweiten Platz im Ranking der Standardtraktoren.
Vorbereitung auf autonomes Fahren
Lindner entwickelt gemeinsam mit ZF Friedrichshafen den TracLink-Pilot, um hochautomatisierte Fahrfunktionen im Grünland zu ermöglichen. Der Lintrac 110 ist so konzipiert, dass er für das autonome Fahren nachgerüstet werden kann.
Ein Prototyp auf Basis des Lintrac 90, ausgestattet mit intelligenten Systemen von ZF, demonstriert die Möglichkeiten. Das Fahrzeug verfügt über verschiedene Kameras, Lidar- und Radarsensoren, deren Signale von der Steuerplattform ZF Pro AI verarbeitet werden. Dies ermöglicht ein 360-Grad-Surround View mit Personenerkennung. Ein zusätzliches GPS-System in Verbindung mit Lenk-, Hydraulik- und Getriebesystemen erlaubt automatisierte Abläufe in der Landwirtschaft, die auch per App aktiviert werden können. Die elektromechanische Parkbremse gewährleistet einen sicheren Stillstand des Fahrzeugs.
Anwendungen im autonomen Betrieb
Ein sensorbasiertes Assistenzsystem erfasst Schnittkanten, Feldgrenzen und Mähschwaden, um den Traktor automatisch auf Spur zu halten. Dies soll den Arbeitsvorgang effizienter gestalten und den Fahrer entlasten. Die Rundumsicht, die auch über ein Tablet im Cockpit verfügbar ist, erhöht die Sicherheit. Mittels einer „Copy-und-Paste“-Funktion kann der Traktor eine gefahrene Route erlernen und anschließend die Fläche automatisch und ohne Fahrer bearbeiten.
Dabei achtet er dank Personen- und Objekterkennung auf die Sicherheit in seiner Umgebung. Eine „Follow-me“-Funktion ermöglicht es dem Traktor, einem vorausfahrenden Schlepper selbstständig zu folgen. Werden beide Fahrzeuge mit unterschiedlichen Geräten ausgestattet, können dadurch zwei Arbeitsschritte in einer Route zusammengefasst werden.

