Aus- und Weiterbildung

Gärtnerische Leitung einer UNESCO-Welterbestätte: Ein vielseitiger Berufsweg

Ufuk May, gärtnerischer Leiter der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust, verantwortet die Pflege einer 100 Hektar großen Anlage. Erfahren Sie mehr über seinen spannenden Werdegang und die Herausforderungen in diesem einzigartigen Beruf.

Ufuk May: Vom Baumschulgärtner zum Welterbe-Leiter

Ufuk May, gärtnerischer Leiter der UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, verantwortet die Pflege einer 100 Hektar großen Anlage. Seine Aufgaben umfassen die Organisation der Gartenarbeiten und die Koordination von 20 Mitarbeitern. Die Anlage beinhaltet ein barockes Gartenparterre mit Buchsornamenten und Wasserspielen sowie einen angrenzenden englischen Landschaftsgarten.

Dieser Job ist ein echter Lottogewinn, anspruchsvoll und fordernd, aber auch unglaublich spannend und erfüllend.

May, ein gelernter Baumschulgärtner, zeigte bereits in seiner Jugend Interesse an englischen Landschaftsgärten.

Werdegang und Ausbildung

Mays beruflicher Werdegang begann mit einem Studium der Philosophie, Alten Geschichte und Archäologie. Er entschied sich jedoch für eine handwerkliche Tätigkeit und absolvierte eine Ausbildung zum Baumschulgärtner am Versuchszentrum für Gartenbau in Köln-Auweiler, das zur Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gehört. Während dieser Zeit sammelte er Erfahrungen im gärtnerischen Versuchswesen und im öffentlichen Dienst, beschäftigte sich mit der Veredlung von Obstbäumen und Koniferen und absolvierte Praktika, unter anderem in einer Bambusbaumschule und im Botanischen Garten Köln.

Nach seiner Ausbildung war May als Privatgärtner tätig und absolvierte eine Weiterbildung zum Fachagrarwirt. Anschließend arbeitete er als gärtnerischer Anleiter in einem Integrationsbetrieb für psychisch kranke Erwachsene. Im Jahr 2010 übernahm er die Position des gärtnerischen Leiters der Welterbestätte.

Projekte und Herausforderungen

Seit seinem Amtsantritt initiierte May verschiedene Projekte. Dazu gehören die Umsetzung von Wechselbepflanzungen nach historischem Vorbild, die Nachzucht von Kasten-Linden im barocken Gartenparterre sowie die Wiederherstellung und Aufforstung der Eselsallee. Letzteres stellte eine besondere Herausforderung dar, da die neu gepflanzten Baumarten den historischen Vorbildern optisch entsprechen und gleichzeitig den Anforderungen des Klimawandels standhalten müssen.

May betont, dass seine vielfältigen Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen des Gärtnerberufs ihm bei seiner aktuellen Tätigkeit zugutekommen. Er hebt die Vielseitigkeit des Gärtnerberufs hervor und empfiehlt jungen Menschen, die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen.

Karrierewege im Gärtnerberuf

Der Gärtnerberuf bietet mit seinen sieben Fachrichtungen vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Nach der Ausbildung können sich Fachkräfte durch Weiterbildungen und Spezialisierungen beruflich weiterentwickeln. Dazu zählen die Meisterschulung, die Fortbildung zum Techniker oder zum Fachagrarwirt, beispielsweise für Greenkeeper oder für Baumpflege und Baumsanierung. Auch ein Studium der Gartenbau- oder Landschaftsarchitektur ist möglich, unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne Fachhochschulreife bei entsprechender Berufserfahrung.

10.07.2016

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