Aus- und Weiterbildung, Branchenverbände, Messen und Veranstaltungen

Mitgliederversammlung 2008 des Verbandes GaLaBau Baden-Württemberg e.V.

1.219 Auszubildende, Rekordumsätze und klare Worte an die Politik: Der GaLaBau-Verband Baden-Württemberg meldet starkes Wachstum, hohe Ausbildungsquoten und fordert faire Wettbewerbsbedingungen sowie neue Impulse durch Landesgartenschauen.

Ausbildung, Wachstum und klare Forderungen an die Politik

Die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses steht für den baden-württembergischen Garten- & Landschaftsbau an oberster Stelle. Auf der 33. Jahresmitgliederversammlung in Baden-Baden betonte Verbandspräsident Erhard Anger die zentrale Bedeutung der Nachwuchsförderung für die Branche.

„Die Ausbildung unseres beruflichen Nachwuchses ist ganz ohne Zweifel eine der bedeutsamsten und vordringlichsten Aufgaben unserer Solidargemeinschaft.“

Aktuell absolvieren 1.219 junge Frauen und Männer in rund 400 Ausbildungsbetrieben des Verbandes ihre Lehre zum Landschaftsgärtner. Das entspricht einem Zuwachs von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rechnerisch kommt auf acht gewerbliche Mitarbeiter ein Auszubildender – eine außergewöhnlich hohe Ausbildungsquote.

Modernes Ausbildungszentrum in Heidelberg

Ein Meilenstein ist das neue überbetriebliche Ausbildungszentrum in Heidelberg. Realisiert wurde das Projekt als Public Private Partnership zwischen Verband und Land. Der Verband übernahm die Rolle des Investors, das Ausbildungsförderwerk AuGaLa stellte ein Darlehen von 1,8 Millionen Euro bereit.

Damit konnte das Zentrum bereits am 1. März 2007 fertiggestellt werden. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich über einen Mietkostenzuschuss, hinzu kamen Sach- und Geldspenden von Wirtschaftspartnern in Höhe von rund 100.000 Euro.

Umsatzwachstum und starke Privatkundennachfrage

Für die Branche war 2007 ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr. Die Nachfrage nach grünen Dienstleistungen entwickelte sich überdurchschnittlich, begünstigt durch die Konjunktur und einen außergewöhnlich milden Winter. Der Gesamtumsatz im Land stieg auf knapp 0,9 Milliarden Euro – ein Plus von fast acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rund 70 Prozent dieses Umsatzes erwirtschafteten die im Verband organisierten Betriebe. Wichtigste Auftraggeber bleiben private Gartenbesitzer. Ihr Anteil am Gesamtumsatz wuchs 2007 auf knapp 50 Prozent, nachdem er 2003 noch bei 45 Prozent lag.

Parallel nahm die Zahl der Betriebe und Beschäftigten weiter zu. Zudem traten 2007 insgesamt 39 qualifizierte Fachbetriebe neu in den Landesverband ein. Mit 583 Mitgliedsunternehmen wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Erfolge im Berufswettbewerb

Die Qualität der Ausbildung zeigt sich regelmäßig bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Melina Kasper und Sebastian Buck wurden 2007 in Ludwigsburg Deutsche Meister beim „Landschaftsgärtner-Cup“. Bereits im Vorjahr hatten Laura Neuffer und Christoph Maurits den Titel errungen.

Neuffer und Maurits holten zudem bei den Berufsweltmeisterschaften „WorldSkills“ im japanischen Shizuoka die Silbermedaille für Deutschland. Betreut wurde das Team von Chefexperte Karl Walker aus Sindelfingen.

Kritik an Wettbewerbsverzerrungen

Deutliche Worte fand Anger zu branchenfremden Anbietern und Wettbewerbern aus dem zweiten und dritten Arbeitsmarkt. Er kritisierte, dass soziale Beschäftigungsgesellschaften teils ohne Wettbewerb kommunale Aufträge erhielten und zudem nur sieben Prozent Mehrwertsteuer entrichten müssten.

„Wenn soziale Beschäftigungsgesellschaften oft von den Kommunen konkurrenzlos Aufträge zugeschoben bekommen, und wenn sie dann auch noch generell nur mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belastet werden, dann geraten durch solche blauäugigen so genannten Beschäftigungsmaßnahmen gelegentlich ganze regionale Marktgleichgewichte aus der Balance.“

Ebenso kritisierte er, wenn Industrie- und Gewerbebetriebe sich durch Auftragsvergaben an solche Gesellschaften von der Pflicht zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung oder der Zahlung der Schwerbehindertenabgabe entlasteten.

Appell für Landesgartenschauen

Abschließend appellierte Anger an Landwirtschaftsminister Peter Hauk, die Landesgartenschauen und Grünprojekte ab 2014 erneut auszuschreiben und die erfolgreiche Landesgartenschaupolitik zu intensivieren. Insbesondere in Karlsruhe und in den Kommunen am Bodensee bestehe nach gescheiterten Großprojekten weiterhin Bedarf an starken Impulsen durch grüne Veranstaltungen.

17.03.2008

Zurück