Traktoren

Multi-Fuel-Traktor: Flexibilität bei Biokraftstoffen

Ein innovatives Konzept von John Deere, dem Technologie- und Förderzentrum Straubing sowie der Technischen Universität Kaiserslautern ermöglicht den Einsatz verschiedener Biokraftstoffe in einem Traktor. Dies bietet Landwirten mehr Flexibilität und trägt zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.

Ein Motorsystem für nachhaltige Landwirtschaft

Die Nutzung von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft wird oft durch die Abhängigkeit von einem einzigen Kraftstofftyp über die gesamte Lebensdauer eines Schleppers erschwert. Ein neues Konzept, das von John Deere, dem Technologie- und Förderzentrum Straubing sowie der Technischen Universität Kaiserslautern entwickelt wurde, adressiert diese Herausforderung mit einem Multi-Fuel-Traktor.

Im Rahmen des Projekts „Entwicklung und Feldtest eines Abgasstufe 5 Multi-Fuel-Traktors (Must5-Trak)“ wurde ein Motorsystem konzipiert, das den Einsatz verschiedener Kraftstoffe ermöglicht. Dazu gehören nachhaltige Biokraftstoffe wie Pflanzenölkraftstoff und Biodiesel sowie konventioneller Dieselkraftstoff. Diese können sowohl als Reinkraftstoffe als auch in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen verwendet werden.

Erfolgreiche Tests bestätigten die Funktionalität des Systems. Spezielle Sensoren erkennen die jeweilige Kraftstoffmischung, woraufhin die Motorsteuerung die optimalen Betriebspunkte wählt. Dies erlaubt Land- und Forstbetrieben, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und flexibel auf Preisschwankungen oder unterschiedliche Verfügbarkeiten am Kraftstoffmarkt zu reagieren.

Ein wesentlicher Vorteil des Multi-Fuel-Konzepts ist die Einhaltung der EU-Abgasvorschriften der Stufe V mit allen getesteten Kraftstoffkombinationen. Damit wird ein zentrales Hemmnis für den breiteren Einsatz von Biokraftstoffen beseitigt und Landwirten die Möglichkeit gegeben, einen hohen Anteil erneuerbarer, klimafreundlicher Kraftstoffe zu nutzen.

Das Verbundforschungsvorhaben MUST5-TRAK, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), nähert sich nach rund dreijähriger Forschungsarbeit dem Abschluss. Die detaillierten Ergebnisse des Projekts werden am 12. August 2021 im Rahmen einer Online-Abschlussveranstaltung vorgestellt.

30.07.2021

Zurück