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NABU und DBIB fordern Anbaustopp für Gen-Mais MON 810

NABU und DBIB fordern einen sofortigen Anbaustopp für Gen-Mais MON 810 und ein generelles Anbauverbot von Gen-Pflanzen in Schutzgebieten. Sie kritisieren die Gefährdung von Bienen und Schmetterlingen durch kommerziellen Gen-Mais in Schutzgebieten.

Umweltschutzverbände warnen vor Risiken für Bienen und Ökosysteme

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) sprechen sich für einen sofortigen Anbaustopp des Gen-Maises MON 810 aus. Zudem fordern sie ein generelles Anbauverbot von Gen-Pflanzen in Schutzgebieten. Die Verbände kritisieren, dass kommerziell angebauter Gen-Mais weiterhin in Schutzgebieten, beispielsweise in Brandenburg und Sachsen, Bienen und Schmetterlinge gefährdet.

In einem Positionspapier fordern NABU und DBIB eine unabhängige Risikoforschung für den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Sie verlangen außerdem klare Abstands- und Haftungsregelungen für Landwirte, die Gen-Pflanzen anbauen.

Solange die ökologischen Risiken und die Gefahren für Bienen und andere Tiere nicht vollständig ausgeräumt werden können, muss auf den Anbau von Bt-Mais verzichtet werden. Es kann vor allem nicht sein, dass der Osten Deutschlands mit seinen ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen und seinen zahlreichen Naturschutzgebieten unter dem Motto ‚Es wird schon gutgehen‘ unkontrolliert und großflächig mit Gen-Äckern überzogen wird.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke weist darauf hin, dass der genmanipulierte Mais permanent ein Insektizid in allen Pflanzenteilen produziert. Dieses Insektizid wird durch Pollenflug verbreitet und in den Boden abgegeben, wo es überdauern kann. Insbesondere Honigbienen, die eine wichtige Rolle bei der Bestäubung spielen, seien durch den toxischen Bt-Mais akut bedroht.

Die Verbände äußern Besorgnis angesichts des Bienensterbens in den USA, einem Hauptanbauland der Gentechnik mit 54,6 Millionen Hektar. Dort sind im vergangenen Jahr über 60 Prozent der Bienenvölker gestorben.

Unsere Völker sind bereits durch Pollenmangel, Parasiten und den vielfältigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in einer schwierigen Situation. Das im Mais enthaltene Insektengift wird zu einem weiteren negativen Faktor für die Bienen werden. Unser Honig ist ein Premiumprodukt und wird gerade von den gesundheitsbewussten Kunden geschätzt, die Gentechnik in Lebensmitteln vehement ablehnen. Mit geschwächten Bienen und verunsicherten Kunden gibt es keine Zukunft für Berufsimker in Deutschland.

Walter Haefeker, Vorstandsmitglied des DBIB, betont die negativen Auswirkungen auf die Imkerei. Das Kabinett plant, noch vor der Sommerpause ein neues Gentechnikgesetz zu verabschieden.

Dieses Gesetz sieht vor, dass die genaue Lage von Gen-Äckern künftig nicht mehr angegeben werden muss. Dies würde dazu führen, dass Behörden, Naturschützer und Imker vor Ort keine Kenntnis mehr über die Standorte von Gen-Mais haben. Zudem fehle ein Konzept zur Erkennung ökologischer Risiken beim Anbau und in der Forschung von Gen-Pflanzen. Weder Abstandsregelungen zu Schutzgebieten noch ein Anbauverbot in Schutzgebieten selbst sind demnach festgeschrieben.

Die Verbände kritisieren, dass der Schutz der Imker vor Kontaminationen im Gesetzentwurf unberücksichtigt bleibt. Da Bienen weite Strecken fliegen, seien die bestehenden Vorschläge zur Koexistenz von konventionell wirtschaftenden Landwirten und Gen-Bauern nicht ausreichend. Das geplante Gesetz würde die schleichende Verunreinigung von Saatgut, Natur und Landschaft begünstigen.

20.06.2007

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