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NABU-Jahresbericht 2022: Mitgliederwachstum trotz Krisenjahr

Der NABU veröffentlicht seinen Jahresbericht 2022 und verzeichnet trotz globaler Krisen ein starkes Mitgliederwachstum. Präsident Krüger betont die Dringlichkeit des Biodiversitätsschutzes und die Notwendigkeit, Klima- und Naturkrise nicht zu vernachlässigen.

Krisenjahr 2022: Herausforderungen und Erfolge im Naturschutz

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat seinen Jahresbericht für 2022 veröffentlicht. Das Jahr war von verschiedenen Krisen geprägt, darunter der russische Angriffskrieg auf die Ukraine.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger betonte die Notwendigkeit, die Wiederherstellung der Biodiversität nicht zu vernachlässigen. Er hob hervor, dass Klima- und Naturkrise nicht aufgeschoben werden können. Die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen erfordere ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Klimawandel, Flächenverbrauch, Verschmutzung und Nutzungsintensivierung auf Ökosysteme und Arten sowie entsprechendes Handeln.

Es wäre fatal, die Wiederherstellung der Biodiversität unter dem Vorwand aktueller Krisen weiter hintanzustellen: Klima- und Naturkrise lassen sich nicht vertagen. Nur wenn wir uns die wachsenden Auswirkungen von Klimawandel, Flächenverbrauch, Verschmutzung und Nutzungsintensivierung auf Ökosystemen und Arten bewusst machen und entsprechend handeln, können wir unsere natürliche Lebensrundlage auch für die Zukunft sichern.

Trotz der Krisen wurden 2022 im Natur- und Klimaschutz auf europäischer und globaler Ebene wichtige Weichen gestellt. Bei der Weltnaturkonferenz in Montreal einigte sich die Weltgemeinschaft auf Ziele zum Schutz von Ökosystemen und Arten. Ein Naturschutzpaket im Rahmen des europäischen Green Deal soll EU-Mitgliedsstaaten zur Reduzierung des Pestizideinsatzes und zur Renaturierung von Ökosystemen verpflichten. Das Europäische Parlament stimmte im Juli dem EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur zu.

Die Arbeit der Ampelregierung im vergangenen Jahr zeigte ein gemischtes Bild. Einerseits wurden die Klimaziele im Verkehrssektor erneut verfehlt, und der Ausbau erneuerbarer Energien soll teilweise zu Lasten von Ökosystemen und Arten beschleunigt werden. Andererseits wurden vier Milliarden Euro in das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz investiert, um geschädigte Wälder, Moore und Auen wiederherzustellen. Zudem wurde ein Nationales Artenhilfsprogramm auf den Weg gebracht.

Die Bilanz des Jahres 2022 ist gemischt. Die Befürchtung, dass angesichts der vielen Krisen der Naturschutz aus dem Fokus gerät, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Doch es gibt noch viel zu tun.

Der NABU setzte sich 2022 mit Projekten und Aktionen sowie durch das Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen für den Naturschutz ein. Ein wichtiger Schritt war der Start des NABU-Klimafonds, der die Wiederherstellung von Mooren und eine klimafreundlichere Landwirtschaft auf Moorböden fördern soll. REWE ist Mitinitiator und Hauptgeldgeber und stellt bis 2026 25 Millionen Euro bereit.

Die Mitgliederentwicklung des NABU und seines bayerischen Partners Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) blieb positiv. Zum 31. Dezember 2022 zählten sie über 829.700 Mitglieder und 81.000 Fördernde. Sie sind in allen Bundesländern mit rund 2.000 Gruppen aktiv. Die Einnahmen des NABU aus Mitgliedsbeiträgen stiegen um 1,3 Millionen Euro auf 32,6 Millionen Euro, was auf einen Zuwachs von rund 26.800 Mitgliedern (ohne LBV) und einen gestiegenen durchschnittlichen Beitrag zurückzuführen ist. Mehr als 70.000 NABU-Ehrenamtliche waren 2022 aktiv im Natur- und Klimaschutz tätig.

25.08.2023

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