Baumaschinen und Baugeräte

Nachruf: Ernst Probst verstorben

Ernst Probst, Gründer der Probst Greiftechnik · Verlegesysteme GmbH, ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Er leistete Pionierarbeit in der Entwicklung von Greiftechnik und Verlegesystemen für Baustoffe.

Pionier der Greiftechnik: Vom Maschinenschlosser zum Unternehmensgründer

Nach seiner Ausbildung zum Maschinenschlosser konnte Ernst Probst seinen Wunsch nach einem Ingenieurstudium kriegsbedingt nicht verwirklichen. Nach einer kurzen Phase als selbstständiger Händler für Landmaschinen übernahm er die Leitung der Betriebsschlosserei in einem Betonwerk.

Dort erkannte er den unzureichend abgedeckten Bedarf an greiftechnischen Geräten im Baustoffbereich. Diese Erkenntnis führte 1962 zur Gründung seines eigenen Unternehmens, der Firma Ernst Probst Gerätebau. Anfangs provisorisch untergebracht, bezog das Unternehmen 1965 die erste neu errichtete Fertigungshalle in Erdmannhausen.

Ernst Probst wurde dabei von seiner Ehefrau Helene Probst unterstützt, die neben der Kindererziehung vielfältige Bürotätigkeiten übernahm. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Probst-Geräten erfolgte 1976 der Umzug in das Industriegebiet Erdmannhausen.

Expansion und Generationswechsel sichern die Zukunft

Der kontinuierlich steigende Umsatz erforderte im Laufe der Jahre mehrere Erweiterungen. Heute umfasst das Stammwerk in Erdmannhausen eine Fertigungs- und Bürofläche von rund 7.500 m². Inklusive der Niederlassungen in Könitz/Thüringen und Großbritannien beschäftigt das Unternehmen aktuell 125 Mitarbeiter.

Ernst Probst stellte frühzeitig die Weichen für den Generationswechsel. Nach Abschluss seines Maschinenbaustudiums trat sein Sohn Martin 1978 in das Unternehmen ein. Unter seiner Mitwirkung wurden innovative Geräte für den Baustofftransport sowie für die Pflaster-, Platten- und Bauelemente-Verlegung zur Serienreife entwickelt und das Produktprogramm erweitert.

Sein jüngster Sohn Thomas trat 1992 ebenfalls in das Unternehmen ein und übernahm schrittweise die Leitung des Finanz- und Personalbereichs. Für das Probst-Team stehen die Humanisierung und Rationalisierung der Arbeitsabläufe im Betonwerk und auf der Baustelle im Vordergrund der Entwicklungsanforderungen. Ein weiterer Grundsatz ist die Konzeption von Produkten für den harten Baubrancheneinsatz mit hohen Qualitätsanforderungen.

Im Laufe der Jahre entstand so ein Produktprogramm mit über 1000 Gerätevarianten und Sonderanfertigungen, das international in über 100 Ländern vertrieben wird. Ernst Probst war bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv im Unternehmen tätig und stand seinen Söhnen beratend zur Seite.

Vor einigen Jahren übergab er die Geschäftsführung an seinen Sohn Martin, der das Unternehmen heute als alleiniger Geschäftsführer leitet. Ernst Probst erlebte, wie sein Lebenswerk von bescheidenen Anfängen zu einem global aufgestellten, wirtschaftlich gesunden Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 22 Mio. Euro heranwuchs.

Ernst Probst wird als eine Unternehmerpersönlichkeit ersten Ranges, vor allem aber als ein Mensch, der andere Menschen führen, verstehen und motivieren konnte, in Erinnerung bleiben.

03.12.2007

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71729Erdmannhausen
Deutschland

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