Einblicke in den Beruf des Landschaftsgärtners aus luftiger Höhe
Die Hamburger Landschaftsgärtner nutzten eine ungewöhnliche Plattform für ihre Nachwuchswerbung: Auf dem Hamburger Dom informierten sie im Rahmen der Aktion Future Talk im Riesenrad über den Beruf des Landschaftsgärtners. Am 22. August drehte sich das 60 Meter hohe Riesenrad für das Handwerk.
Auf Einladung der Handwerkskammer Hamburg nahmen über 1.200 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe an der Aktion teil. Im Wechsel besetzten sie die 42 Gondeln des Riesenrades und informierten sich im Speed-Dating-Prinzip über verschiedene handwerkliche Ausbildungsberufe. Mit dabei waren der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg (FV HH) und der Mitgliedsbetrieb Rüssmann GmbH.
Für uns ist diese Aktion nahezu ideal, um junge Menschen an den Beruf des Landschaftsgärtners heranzuführen. Denn wir können das, was wir tun, aus dem Riesenrad sozusagen am lebenden Objekt zeigen.
Dies erklärte Sylvia Eggers, Referentin für Nachwuchswerbung beim FV HH. Die mit Kunstrasen dekorierte Gondel der Landschaftsgärtner bot den potenziellen Nachwuchskräften Einblicke in die Arbeit der Experten für Grün. Aus der Höhe waren zahlreiche Dachbegrünungen sichtbar, ebenso wie die etwa 47 Hektar große Parkanlage Planten un Blomen, die im Rahmen mehrerer Gartenschauen entwickelt wurde.
Wenn man in der Gondel sitzt, sieht man zahlreiche Dachbegrünungen. Man blickt auf die etwa 47 Hektar große Parkanlage Planten und Blomen, die im Rahmen mehrere Gartenschauen weiterentwickelt wurde. Und man kann direkt in das Fußballstadion des FC St. Pauli schauen und den jungen Leuten erklären, dass Landschaftsgärtner nicht nur pflanzen, sondern auch Parks und Sportplätze bauen und das Grün anschließend pflegen.
Innerhalb von drei Stunden erhielten rund 90 Schülerinnen und Schüler in der Gondel Nummer 7 Informationen über den Beruf des Landschaftsgärtners. Sylvia Eggers wurde dabei von Kai Franke, Inhaber des Fachbetriebes Rüssmann GmbH, und seinem Bauleiter sowie Ausbilder Hendrik Schmidt unterstützt.
Die Zuteilung der Schülerinnen und Schüler zu den Gondeln erfolgte nach dem Zufallsprinzip. Jeder Teilnehmer fuhr während der Aktion drei Runden und lernte somit drei Berufe kennen, ohne vorher eine Auswahl treffen zu können.
Genau das ist der Vorteil, weil es uns auf diese Weise gelingt, Vorprägungen in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler aufzubrechen. Sie alle kennen die klassischen Berufe wir KFZ-Mechatroniker, Maler, Klempner oder Friseur. Da sie die Gondeln aber nicht wählen können, werden sie überrascht und lernen Neues kennen.
Die Plätze für den Future Talk 2019 waren nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr frühzeitig ausgebucht. Die teilnehmenden Innungen, Verbände und Betriebe repräsentierten die Vielfalt der handwerklichen Ausbildungsberufe, darunter Tischler, Uhrmacher, Fotograf, Schornsteinfeger und Landschaftsgärtner.
Weil wir aus dem Riesenrad zeigen konnten, wie grün Hamburg ist, und was ein Landschaftsgärtner alles leistet, hatten wir einen echten Vorteil und konnten gegenüber den beliebtesten und bekanntesten Berufen im wahrsten Sinne des Wortes einiges an Boden gutmachen.
Dies resümierte Hendrik Schmidt nach dem Future Talk. Auch Kai Franke zeigte sich überzeugt von der Aktion:
Wir konnten innerhalb von drei Stunden den Kontakt zu 90 jungen Leuten aufbauen, die unseren Beruf großteilig vorher noch gar nicht kannten. Natürlich war es eine Herausforderung, sie innerhalb von zehn Minuten Fahrzeit einzufangen und zu interessieren. Aber ich glaube, das ist uns bei vielen gelungen.
Die Schülerin Laura Wagenschütz, die eine Runde mit den Landschaftsgärtnern gefahren war, äußerte sich positiv:
Mich hat das alles sehr angesprochen! Vorher hatte ich nur vage Vorstellungen davon, was ein Landschaftsgärtner macht. Nun weiß ich, wie abwechslungsreich der Beruf ist und dass ihn auch viele Frauen ergreifen. Spannend ist auch der Umgang mit den großen Maschinen! Ich kann mir gut vorstellen, ein Praktikum in einem landschaftsgärtnerischen Betrieb zu machen!
Der FV HH plant, auch im kommenden Jahr am Future Talk teilzunehmen, da das Konzept sich bewährt hat. Die Jury des Internationalen Deutschen PR-Preises zeichnete die Aktion Future Talk der Handwerkskammer Hamburg bereits mit dem PR-Preis 2018 aus.


