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„naro.tech“ 2014: Bioökonomie in der Praxis

Das Symposium „naro.tech“ 2014 beleuchtet den Wandel zur Bioökonomie. Experten aus 17 Ländern diskutieren über Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Schwerpunkte sind Naturfaser-, Holzfaserverbundwerkstoffe und Biopolymere. Die Bioökonomie hat eine große Zukunft vor sich.

Symposium „naro.tech“: Fokus auf nachwachsende Rohstoffe

Die dritte Auflage des Symposiums „Werkstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen“, kurz „naro.tech“, thematisiert den Wandel hin zu einer Bioökonomie. Angesichts knapper werdender fossiler Rohstoffe und deren Umweltauswirkungen rückt die Nutzung nachwachsender Rohstoffe verstärkt in den Fokus.

Vom 16. bis 17. September tauschen sich Experten aus 17 Ländern im CongressCenter der Messe Erfurt über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen aus. Schwerpunkte bilden Naturfaser- und Holzfaserverbundwerkstoffe, Biopolymere und Holzwerkstoffe. Erstmals veranstaltet der Kooperationspartner Spitzencluster BioEconomy eine komplette Tagessession zur Bioökonomie. Die Forschungsvereinigung Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (WNR) ist fachlicher Partner des Symposiums.

Egal ob fossiler Rohstoffersatz, Klimawandel-Stopp oder Wohlstandssicherung bei wachsender Weltbevölkerung - die Bioökonomie hat eine große Zukunft vor sich.

Dies betont Dr. Renate Lützkendorf, die die „naro.tech“ zum zehnten Mal organisiert. Sie beobachtet ein wachsendes Interesse von Unternehmen und Verbrauchern an diesen Themen.

Wachstum im Biopolymer-Markt

Marktstudien belegen die Relevanz von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen. Laut Dr. Lützkendorf, Abteilungsleiterin für Textil- und Werkstoff-Forschung im Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK), steigt die industrielle Nachfrage. Als Beispiel nennt sie Biopolymere, wie die umweltfreundliche PET-Flasche. Coca-Cola setzte frühzeitig auf Bio-PET-Verpackungen mit der PlantBottle™-Technologie, die zu 30 Prozent aus nicht-fossilen Materialien bestehen und vollständig recycelbar sind.

Eine aktuelle Marktanalyse des Hürther Nova-Instituts, in Zusammenarbeit mit dem europäischen Biokunststoffverband BIC und Marktinsidern, prognostiziert ein überdurchschnittliches Wachstum für Polymere aus biobasierten Vorstufen. Die Hersteller planen, ihre Gesamtkapazität bis 2020 auf zwölf Millionen Tonnen weltweit zu erhöhen, was einer Verdreifachung gegenüber 2011 entspricht. Dabei sind neue Unternehmen und fortgeschrittene Polymere noch nicht berücksichtigt.

Innovative Werkstoffe aus Buchenholz

Im Rahmen der „naro.tech“ präsentieren Wissenschaftler des halleschen Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik (IWM) ausgewählte Fachvorträge. Andreas Krombholz stellt unter dem Titel „Nutzung von Produkten des Organosolv-Verfahrens für Werkstoffe und Bauteile im Rahmen der Bioökonomie“ neuartige, strukturtragende Sandwich-Elemente vor.

Diese Elemente bestehen aus einem Schaum und festen Decklagen, die zu einem großen Anteil aus modifiziertem Buchenholz in Form von Laminaten gefertigt werden. Die etwa drei Millimeter starken Platten oberhalb des Schaums werden aus Buchenholzfasern verklebt. Der hierfür verwendete Klebstoff wird aus dem Lignin des Buchenholzes gewonnen, um ein duroplastisches Harz zu erzeugen. Dieses Harz bildet zugleich den Schaum.

Ziel des Projekts ist ein Material, das zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Die Sandwich-Elemente sind stabil, druckfest und wärmeisolierend. Das Harzsystem, das einem Phenolharz ähnelt, ist zudem brandfest. Das Verbundmaterial, im Fraunhofer Institut IWM als „Ligno-Sandwich“ bezeichnet, eignet sich für den Innenausbau und könnte aufgrund seiner tragenden Eigenschaften auch für den Außenbereich, beispielsweise im Fertighausbau, relevant werden.

05.09.2014

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