Nematoden: Nützlinge und Schädlinge im Rasenmanagement
In der Volkswagen-Arena Wolfsburg wurde das Spannungsfeld „Biologisch arbeiten – Nematoden als Nützlinge einsetzen“ versus „Nematoden als Schädlinge betrachten“ diskutiert. Referenten waren Dipl.-Ing. (FH) Roger Fischer von der e-nema Gesellschaft und Dr. Johannes Hallmann vom Julius Kühn-Institut. Nematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer, die natürlicherweise im Boden vorkommen. Bestimmte Arten können jedoch Gräserwurzeln befallen und schwer diagnostizierbare Schäden an der Rasennarbe verursachen.
Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts in Wolfsburg zeigten kritische Befunde, was zu einer Serienuntersuchung im Stadion und auf den Trainingsplätzen führte. Eine zentrale Frage ist die Festlegung von Schadschwellen für den Nematodenbefall an Rasengräserwurzeln. Dr. Hallmann präsentierte dazu erste Informationen. Roger Fischer beleuchtete den Einsatz spezifischer Nematoden zur biologischen Bekämpfung verschiedener Engerlinge. Er betonte anhand von Beispielen die Notwendigkeit, die Käferlarven (Engerlinge) genau zu bestimmen, um die Wirksamkeit von Nützlings-Nematoden zu gewährleisten.
Die Diskussion zwischen den Stadion-Greenkeepern und den Referenten zeigte, dass im Bereich des Bodenlebens in Rasentragschichten und Anzuchtsubstraten für Fertigrasen noch viele Fragen offen sind. Dr. Hallmann bot den Greenkeepern die Unterstützung des Julius Kühn-Instituts bei der Klärung möglicher Schadsymptome an. Ein entsprechender Probenbegleitbogen kann bei der Deutschen Rasengesellschaft angefordert werden.
Moderne Rasenmarkierungssysteme im Praxistest
Vor dem praktischen Teil auf dem Trainingsplatz am Stadion stellten Fachleute führender Anbieter von Rasenmarkierfarben die Eigenschaften und Leistungskriterien moderner Markierungssysteme vor. Obwohl alle Farben weiß sind, unterscheiden sie sich in der Effizienz der Leuchtkraft und der Nachhaltigkeit.
Eine wichtige Frage der Stadion-Greenkeeper war die benötigte Abtrocknungszeit der Farbe nach der Linierung. Aufgrund von Regenschauern konnte dieser Test direkt auf dem nassen Rasen des Trainingsplatzes durchgeführt werden. Für die Praktiker war auch das Handling der Markiergeräte ein entscheidender Bewertungsfaktor. Die anwesenden Greenkeeper konnten sich von der Qualität und den unterschiedlichen Typen der verfügbaren Markiergeräte überzeugen.