Photoment®: Funktionsweise und Vorteile für die Luftreinhaltung
Die jüngste Fachtagung „Saubere Stadt“ der DIEPHAUS Unternehmensgruppe in Vechta beleuchtete die Potenziale photokatalytisch aktiver Betonsteine zur Luftreinhaltung. Im Fokus stand der Zusatzstoff Photoment®, der in den NOXX® Werksteinserien von DIEPHAUS zum Einsatz kommt.
Dennis Pannen von STEAG Power Minerals erläuterte in seinem Vortrag „Chancen und Möglichkeiten des Schadstoffabbaus durch photokatalytisch aktive Oberflächen mit Photoment®“, wie dieser Betonzusatzstoff funktioniert. Unter Lichteinfluss wandelt Photoment® gesundheitsschädliche Stickoxide (NOx) in harmloses Nitrat um. Ein weiterer Effekt ist die Entstehung einer superhydrophilen Oberfläche auf dem Beton. Diese Eigenschaft führt dazu, dass Regen- und Tauwasser Schmutzpartikel unterspülen und das Wachstum von Moosen, Pilzen und Algen reduziert wird. Das Pflaster bleibt dadurch länger sauber, farbecht und blüht weniger aus.
EU-Grenzwerte setzen Kommunen unter Zugzwang
Die Wirksamkeit von Photoment® wurde in wissenschaftlichen Tests der Technischen Universität Berlin bestätigt. Dies ist besonders relevant, da die Europäische Union strenge Grenzwerte für Stickstoffdioxid festgelegt hat: Seit 2015 dürfen 40 μg/m³ im Jahresmittel nicht überschritten werden. Viele größere deutsche Städte, darunter Stuttgart und München, erreichen diese Vorgaben derzeit nicht, was zu drohenden Geldbußen führen kann.
Pannen hob hervor, dass der Einsatz von Werksteinprodukten mit photokatalytisch aktiven Oberflächen einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Stickoxiden in Innenstädten leisten kann. Dies ergänzt andere Maßnahmen wie Umweltzonen, City-Maut oder Fahrverbote.
NOXX® überzeugt im Labor und in der Praxis
Die TU Berlin wies in Laboruntersuchungen NOx-Abbauraten von über 30 % bei Photoment®-Pflastersteinen nach. Auch in der Praxis zeigen sich positive Ergebnisse: Im Rahmen des Simulationsmodells INNOVATION CITY BOTTROP waren die Stickoxid-Werte über Photoment®-Steinen an einer viel befahrenen Straße im Gesamtdurchschnitt 39,5 % niedriger als über Standardsteinen.
Auch Privatpersonen können zur Luftreinhaltung beitragen. Eine 30 m² große Garageneinfahrt aus Photoment®-Pflastersteinen kann im Idealfall den NOx-Ausstoß einer täglichen Fahrstrecke von 30 km kompensieren. Die Stadt Laupheim hat bereits luftreinigendes NOXX®-Pflaster von DIEPHAUS im innerstädtischen Bereich eingesetzt. Das Interesse von Städteplanern und kommunalen Entscheidern an dieser Technologie ist nach der Tagung groß.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten mit NOXX®
Im Stammwerk Vechta konnten sich die Teilnehmer der Fachtagung ein Bild von der Produktion des NOXX®-Pflasters machen. Theo Diephaus jun. erklärte, dass DIEPHAUS prinzipiell jedes seiner Produkte mit NOXX® ausstatten kann. Dies umfasst nicht nur Pflastersteine, sondern auch Gehweg- und Terrassenplatten sowie Mauersteine. Diese Produktvielfalt bietet Kommunen und Planern weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten für die Umsetzung sauberer Stadtkonzepte.
