Potenziale und Praxisbeispiele für städtisches Grün
Das Flächenpotenzial ist erheblich. Allein 235.000 Kilometer Straßenränder könnten zusätzlichen Raum für die Natur bieten. Ein Beispiel hierfür ist der Landschaftspflegeverband Passau in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Passau. Durch gezielte Information der Bauhofmitarbeiter über schonende Mahd und die Einsaat von heimischen Wiesenblumen entstehen dort blüten- und artenreiche Straßenränder.
Dies schafft neuen Lebensraum für gefährdete Wildbienen und Wiesenpflanzen. Zudem können Kommunen Kosten einsparen, da statt fünfmaligem Mulchen nur noch zweimal im Jahr gemäht wird, ohne die Verkehrssicherheit zu beeinträchtigen.
Win-Win-Effekte durch Mahdgutverwertung
Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Mahdgut verwertet wird. Die Vergärung von kommunalem Grünschnitt in Biogasanlagen bietet hier Chancen. Gras von kommunalen Grünflächen weist eine ähnliche Energieeffizienz auf wie Grassilagen aus der Landwirtschaft. Kommunen wird empfohlen, Kontakt zu ortsansässigen Biogasanlagenbetreibern und den zuständigen Behörden aufzunehmen.
Die energetische Verwertung wird vielerorts durch die Gesetzgebung erschwert, da kommunaler Grünschnitt oft als „Bioabfall“ eingestuft wird und nur in speziell genehmigten Biogasanlagen eingesetzt werden darf. Dennoch existieren bereits Lösungsansätze für diese Problematik. Es ist zu beachten, dass Positivbeispiele aufgrund unterschiedlicher lokaler Voraussetzungen nicht direkt von einer Gemeinde auf eine andere übertragbar sind.
Dennoch können Kommunen Ideen aufgreifen und die eigenen Möglichkeiten prüfen. Der DVL veröffentlichte die Beiträge des Forums auf seiner Website, wo auch der Beratungsordner „Vom Landschaftspflegematerial zum Biogas“ bestellt werden kann.
