Homogene Systeme für mehr Sicherheit und Effizienz
Die Initiative „Clean System“ von OilQuick, gestartet im Jahr 2019, hat sich in der Baubranche etabliert. Über 200 Unternehmen unterstützen die Interessengemeinschaft, die sich für homogene Schnellwechselsysteme einsetzt. Zu den Partnern zählen Unternehmen wie Zeppelin, Kiesel und die ALLU-Gruppe, sowie seit 2022 auch Kinshofer, MTS und Schlüter.
OilQuick, als Marktführer, betont die Risiken des Mischbetriebs von Schnellwechselsystemen.
Aufgrund der wachsenden Systemvielfalt im Schnellwechselmarkt wünschen sich sowohl unsere Handelspartner als auch Anwender mehr Orientierung und Sicherheit bei Fragen markenübergreifender Konstellationen.
Nur bei exakter Maßhaltigkeit und präziser Kupplungskonfiguration bilden Schnellwechsler und Werkzeugadapter eine sichere und störungsfreie Einheit. Ein Mischbetrieb, also die Kombination unterschiedlicher Schnellwechselsysteme, kann zu erhöhtem Verschleiß, Fehlfunktionen und Unfällen führen. Mögliche Folgen sind Spanbildung an den Hydraulik-Kupplungen oder Materialermüdung.
Homogene Systeme hingegen tragen zum Werterhalt des Maschinenparks bei, reduzieren Ausfallzeiten, verbessern den Arbeitsschutz und beschleunigen Garantieabwicklungen. Fachhändler und Mietpark-Betreiber spielen eine wichtige Rolle in der Kauf- und Einsatzberatung sowie im After-Sales-Service.
Clean System hat sich als Gütesiegel für aktive Risiko-Reduzierung und eine nachhaltige Fuhrpark-Performance etabliert. Immer mehr Endkunden beziehen bei der Auswahl ihres Fachhändlers Clean System als Kriterium für eine qualitätsbewusste Zusammenarbeit mit ein.
Die Initiative setzt auf die Zusammenarbeit der Branche.
Die Clean-System-Partner werben gemeinsam für homogene Systemlandschaften, von denen Händler und Anwender profitieren – eine echte Win-Win-Situation. Diesen Community-Gedanken möchten wir auch mit dem neuen Clean-System-Claim ‚Be Part of Be Better‘ weiter stärken.
Die Teilnahme am Clean-System-Programm ist freiwillig. Händler bleiben in ihrer Markenwahl ungebunden. Mit dem Clean-System-Siegel verpflichten sich Partner lediglich, OilQuick-Produkte nicht wahllos mit Produkten anderer Hersteller zu kombinieren, markenübergreifende Konstellationen zu prüfen und im Servicefall Original-Ersatzteile zu verwenden.
Interview mit Anton Eiswirt, Teamleiter Produktmanagement bei der Kiesel GmbH
Anton Eiswirt, Teamleiter Produktmanagement bei der Kiesel GmbH und Clean-System-Partner seit 2019, erläutert die Gründe für das Engagement seines Unternehmens.
Der Markt entwickelt sich sehr unübersichtlich, es gibt Hunderte an Anbaugeräteherstellern und immer mehr Schnellwechselsysteme. OilQuick hat aus unserer Sicht die größte Erfahrung, wenn es darum geht, Adapterplatten für unterschiedlichste Werkzeuge mit dem Schnellwechsler in Einklang zu bringen. Egal mit welchem Spezial-Anbaugerät wir kommen: OilQuick kennt sie alle.
Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit sind für Kiesel wichtige Aspekte. Das Unternehmen hat sich bewusst für OilQuick als Schnellwechsler-Produktpartner entschieden.
Was bei OilQuick rausgeht, funktioniert. Denn darauf kommt es letztendlich an: Unsere Kunden möchten auf der Baustelle reibungslos arbeiten können. Die Unterstützung homogener Systemlandschaften zahlt auf dieses Ziel ein und die Teilnahme an Clean System war für uns deshalb ein konsequenter Schritt.
Diskussion um einen Schnellwechsler-Standard
Im Zusammenhang mit der wachsenden Herstellervielfalt wird oft ein Standard diskutiert.
Auf den ersten Blick erscheint ein Standard als attraktiver Ansatz, um die Risiken eines Mischbetriebs zu vermeiden und die Komplexität beim Kauf für Händler und Anwender zu verringern. Ein technischer Standard ist aus meiner Sicht aber zu kurz gedacht. Mittelfristig würde sich ein Standard im Schnellwechslermarkt zum Innovations- und Optimierungshemmer entwickeln.
Eiswirt betont, dass die aktuelle Zusammenarbeit mit OilQuick schnelle Produktentwicklungen ermöglicht.
Wenn wir heute eine neue Produktidee oder einen Verbesserungsvorschlag haben, können wir uns auf die Willkommenskultur von OilQuick verlassen. Wenn unser Vorschlag Hand und Fuß hat, läuft in kürzester Zeit ein gemeinsames Projekt an. Diese Entwicklungsgeschwindigkeit würde mit einem Hersteller übergreifenden Standard rapide sinken, weil viel zu viele Marktteilnehmer mit im Spiel sind, die der Adaption des gemeinsamen Standards zustimmen müssten.
Haftungsfragen und Digitalisierung
Die Haftungsfrage ist ein weiterer wichtiger Aspekt.
Allein das Thema Garantieabwicklung und Produkthaftung spricht für die Festlegung auf einen Hersteller, also für homogene Systeme. Falls es wirklich zu einem Problem kommt, wollen wir für unsere Kunden eine schnelle Klärung, es muss klar sein, wer Verantwortung übernimmt. Werden Adapterplatten und Schnellwechsler ohne Rücksprache markenübergreifend kombiniert, ist die Haftungsfrage nicht mehr abbildbar.
Zudem spielt die Digitalisierung eine zunehmende Rolle. Anbaugeräte entwickeln digitale Funktionalitäten wie Steuerungs- oder Fahrassistenzsysteme.
Wir sprechen bei einem Schnellwechslerstandard deshalb nicht mehr „nur“ von konstruktiven Normierungen, sondern es kommen auch elektronische Schnittstellen dazu, die funktionieren müssen. Stellen Sie sich vor, bei einem Abbruchprojekt kommt es auf 50 Meter Höhe zu einem Kommunikationsproblem an der Kupplung zwischen Anbaugerät und Schnellwechsler – da will ich nicht mit verschiedenen Herstellern über Teilschuld diskutieren müssen.
Angesichts dieser Überlegungen spricht sich Eiswirt für Sicherheit und Innovation aus.
Wenn ich Vorteile und Risiken gegeneinander abwäge, würde ich mich deshalb für Sicherheit und Innovation und gegen einen Standard entscheiden. Wir haben unser Bekenntnis zu homogenen Systemlandschaften noch nie bereut und halten dies für die derzeit sinnvollste Strategie für die Schnellwechslerbranche.


