Herausforderungen bei der Neugestaltung der Rheinpromenade
In Emmerich am Rhein ist der Hochwasserschutz seit Langem ein zentrales Thema. Die Stadt an der niederländischen Grenze hat kontinuierlich an Konzepten gearbeitet, um sich vor Hochwasser des Rheins zu schützen. Mit der Fertigstellung der neuen Hochwasserschutzanlagen im Bereich der Innenstadt im vergangenen Jahr sieht sich die Stadt für die Auswirkungen des Klimawandels gerüstet. Eine bis zu 18 Meter hohe Schutzmauer und mobile Wandsysteme sollen künftige Hochwasser abwehren.
Die Neugestaltung der Rheinpromenade, die zeitgleich mit diesen Baumaßnahmen erfolgte, stellte die Stadtplaner vor besondere Herausforderungen. Es galt, eine Promenade zu entwickeln, die sowohl zum Stadtbild passt als auch ausreichend Platz und Stabilität für schwere Fahrzeuge bietet. Diese Fahrzeuge sind für den Aufbau der mobilen Hochwasserschutzelemente im Bedarfsfall notwendig.
Gewünscht war eine Promenade, die eine Verbindung schafft, zwischen dem Fluss und der Stadtkante und die eine Plattform bietet, auf der sich vielfältige Aktivitäten entwickeln. Parallel zur Hochwasserschutzmauer sollte ein 4m breiter Deichverteidigungsweg als besonnte Flanier- und Gastronomiemeile gestaltet werden.
Dies erläuterte Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. Friedrich Altzweig aus Köln, der mit dem Entwurfskonzept für die Umgestaltung betraut war. Für die Gestaltung der Flächen wurde kein großformatiger, glatter und veredelter Belag gesucht. Altzweig betonte, dass der Pflasterbelag der Rheinpromenade sich selbst zurücknehmen und als Bindeglied zwischen dem Naturraum Rhein und der Urbanität fungieren sollte. Zudem musste die Fläche hohen Belastungen standhalten, um Verschiebungen beim Aufbau der mobilen Hochwasserschutzelemente zu vermeiden.
Flusskieselsteine wecken Assoziation zum Rhein
Die Wahl fiel auf ein Steinsystem aus der Einstein-Pflasterfamilie. Der Hersteller konnte mithilfe einer Spezialrezeptur einschichtige Steine fertigen, deren Oberfläche gröbere Flusskieselsteine erkennen lässt. Dies soll eine bewusste Assoziation zum angrenzenden Fluss wecken und den Naturraum Rhein in Richtung Stadt erweitern.
Um der Fläche einen urbanen Anspruch zu verleihen und sie nicht zu rustikal wirken zu lassen, wurde das Steinsystem im Format 10 x 30 x 10 cm in Kreuzfuge verlegt. Dieser Verband unterstreicht den innerstädtischen Charakter der Promenade und soll den Nutzern Halt und Ordnung bieten.
Mit herkömmlichen Steinen in diesem Format sollte man eine Kreuzfuge in jedem Fall vermeiden, da die Steine dann kaum Verbundwirkung haben und es bei Belastungen unweigerlich zu Verschiebungen in der Fläche kommen kann. Beim Einstein-Systempflaster ist dies jedoch kein Problem: Es verfügt über Verbundelemente, die paarweise so angeordnet sind, dass eine Verschiebung der Steine gegeneinander verhindert wird.
Altzweig erklärte weiter, dass jeweils ein Element eines Verbundelementepaares zylindrisch und das andere kegelförmig zulaufend ausgeführt ist. Dadurch entstehen Kammern, die Fugenmaterial in allen Korngrößen aufnehmen und eine hohe Verbundwirkung ermöglichen. Dies führt zu einer optimalen Kraftübertragung zwischen den Steinen, ohne dass ein flächiger oder linearer Betonkontakt entsteht. Die Elastizität der Pflasterdecke bleibt erhalten, sodass auch größere Belastungen, wie sie beispielsweise durch Ladekräne im Hochwasserfall entstehen können, kein Problem darstellen.
Kreuzfugenverband – stabil dank Einstein-Systempflaster
Die Belagsstruktur orientierte sich auch an den Vorgaben des Hochwasserschutzbauwerks, das mobile Stützen im Abstand von 3 Metern vorsieht. Das 30er Raster der Steine passte hierzu ideal. Zur Belebung der Fläche wurden zudem wassergebundene Felder im Format 2,40m x 2,40m in die Promenade integriert. Diese dienen dazu, Themen aufzugreifen, die einen Kontrast zur Pflasterfläche bilden. Sie sollen mit ihren verschiedenen Füllungen Orte der Kommunikation, des Aufenthalts, des Innehaltens und der Kunst darstellen.
Die neue Promenade wurde den Bürgern von Emmerich im April des letzten Jahres übergeben. Die Gesamtinvestition in den Hochwasserschutz belief sich auf 23 Millionen Euro.
Eins steht jedoch heute schon fest, die neue Rheinpromenade passt nicht nur gut zur Stadt sondern vor allem auch zum Fluss.
Dies bemerkte Friedrich Altzweig abschließend.
