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Außenanlagen in Pflegeheimen: Gestaltung und Funktionalität im Fokus

Die Gestaltung von Außenanlagen in Pflegeheimen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel für funktionale und zeitgemäße Umsetzung ist der Ersatzneubau des Petrusheims in Weeze, der moderne Wohnkonzepte und Begegnungsräume bietet.

Bedarf und neue Anforderungen an Pflegeeinrichtungen

In Deutschland existieren rund 13.000 Pflegeheime mit etwa 900.000 Plätzen für pflegebedürftige Personen. Angesichts der demografischen Entwicklung bleibt der Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen hoch. Während in der Vergangenheit bei der Planung neuer Einrichtungen oft primär Aspekte der Pflege und Unterbringung im Vordergrund standen, stellen Träger heute höhere Anforderungen an die Gestaltung und Funktionalität ihrer Einrichtungen. Gefragt sind moderne Wohnkonzepte, die auf die Bedürfnisse kranker, älterer und verwirrter Menschen zugeschnitten sind und einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen. Dabei gewinnt die Gestaltung der Außenanlagen zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel für die Umsetzung funktionaler und zeitgemäßer Außenanlagen ist der Ersatzneubau auf dem Gelände des Petrusheims in Weeze.

Der Rheinische Verein für Katholische Arbeiterkolonien e.V. betreibt fünf Einrichtungen für hilfsbedürftige Menschen, darunter das Petrusheim in Weeze, das 1902 bezogen wurde. Als dorfähnliches Anwesen mit eigener Kapelle, Metzgerei und landwirtschaftlichem Betrieb bietet es heute einen Schutzraum für seine Bewohner. Im Jahr 2013 plante der Betreiber einen Ersatzneubau samt Außenanlagen.

Notwendig wurde der Ersatzneubau unseres Altenheims, da das alte Gebäude langfristig nicht die Anforderungen des neuen Pflegegesetzes erfüllen wird. Hiernach müssen Alten- und Pflegeheime ab 2018 für mindestens 80 Prozent der Bewohner Einzelzimmer bereitstellen. Die Anforderungen an das neue Gebäude lagen aber auch in anderer Hinsicht hoch. Unsere Einrichtungen sind Orte, die Begegnung ermöglichen sollen. Sie sollen Räume und Landschaften bieten, in denen man zur Ruhe zu kommen, aufatmen und Perspektiven entwickeln kann, um dann wieder anderen Menschen zu begegnen.

erläutert Beate Jussen, Geschäftsführerin der Einrichtung, die Hintergründe der Maßnahme.

Wohnkonzept für Selbstständigkeit und Begegnung

Für den neuen Gebäudekomplex wurde ein Wohnkonzept entwickelt, das den 94 Bewohnern ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen soll. Das neue Gebäude ist in vier Wohngruppen unterteilt, die jeweils über einen Aufenthaltsraum, eine Küche, einen Essraum und ein Raucherzimmer verfügen. Zusätzlich umfasst es eine Mensa und ein Ladenlokal.

Dieses Konzept ermöglicht Selbständigkeit und Begegnung mit anderen Menschen gleichermaßen.

so Beate Jussen.

Grüne Oase im Innenhof

Der neu geschaffene Innenhof der Anlage dient als zentraler Ort für Begegnungen. Prof. Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt Norbert Kloeters von den 3+ Freiraumplanern aus Aachen beschreibt den planerischen Ansatz:

Der etwa 200 m² große Innenhof soll durch eine geeignete Gestaltung den Bewohnern ein Gefühl der Geborgenheit und des Zusammenlebens vermitteln. Unser Konzept sieht hierfür zahlreiche Pflanzbeete vor, die als „grüne Oase“ die Gebäude miteinander verbinden. Form und Farbe der Pflanzbeete aus Stahl wurden von der Fassadengestaltung übernommen – auf diese Weise reagiert der Innenhof auf die umliegenden Gebäude und bildet ein harmonisches Ganzes. Sitzbänke und ein Wasserbecken runden das Konzept ab. Am Abend wird der Hof über zahlreiche Lichtsäulen illuminiert, was den Bewohnern ein Gefühl der Sicherheit vermitteln soll.

Pflasterbelag mit länglichem Format

Bei der Gestaltung des Innenhofs wurde auch dem Pflasterbelag besondere Beachtung geschenkt. Das Betonwerk Heinrich Niemeier lieferte hierfür „Quadroton“-Steine.

Gestalterisch war es unser Ziel, die Fläche im Kontrast zu den grün gestreiften Fassaden und den Pflanzbeeten optisch in den Hintergrund zu stellen. Statt einem tristen grau haben wir uns daher für Pflastersteine in einem dunklen Anthrazit entschieden.

erklärt Norbert Kloeters. Das längliche Format der Steine (60 x 30 cm) wurde bewusst gewählt, um auf die ebenfalls durch längliche Formen geprägte Umgebung zu reagieren.

Innovative Entwässerungslösung

Neben gestalterischen Aspekten waren auch funktionale Anforderungen zu erfüllen, insbesondere die Entwässerung.

Im Normalfall hätte man den Innenhof mit einem Gefälle von 2,5 % trichterförmig über die Mitte entwässert. Dies hätte hier jedoch bedeutet, dass die Steine, die im Kreuzfugenverband gelegt sind, aufgrund des Gefällewechsels an einigen Stellen geschnitten werden müssen. Außerdem verhindern die streifenförmigen Beete im Innenhof ohnehin den Wasserabfluss. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Steine reihenweise „gefaltet“ im Wechsel mit einem Gefälle von nur 1,5 % zu verlegen. So ergeben sich minimale Höhenunterschiede von etwa 4,5 mm zwischen den Steinreihen. Damit der Niederschlag hierüber ablaufen kann, wurden extra 8 mm breite Fugen ausgebildet. Als Bettungs- und Fugenmaterial diente ein grober Splitt mit nur wenigen Nullanteilen.

führt Kloeters aus. Diese Lösung führt zu kaum wahrnehmbaren Höhenunterschieden, was die Fläche auch für Rollatoren und Rollstühle gut begehbar macht.

Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass das neue Gebäude samt Innenhof einen idealen Ort für Begegnungen darstellt. Dazu tragen sowohl die Gestaltung als auch die Entwässerungslösung bei.

Natürlich ist es auch gut zu wissen, dass der Hof nicht nur schön aussieht, sondern auch nach einem Starkregen nicht voller Pfützen steht.

ergänzt Beate Jussen.

16.02.2016

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Heinrich Niemeier GmbH & Co. KG

Wellestraße 21
49356Diepholz
Deutschland

Tel.:+49 (0)5441/904-0
Fax:+49 (0)5441/904-40

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