Kulturelles Zentrum in Coesfeld: Konzert Theater und WBK
Die Stadt Coesfeld, einst Hansestadt und Residenzstadt, ist heute ein Zentrum des westlichen Münsterlandes. Mit der Fertigstellung des Konzert Theaters Coesfeld im vergangenen Jahr, gegenüber dem Zentrum für Wissen, Bildung und Kultur (WBK), gewinnt die Stadt auch kulturell an Bedeutung. Beide Einrichtungen wurden der Stadt vom Unternehmerehepaar Kurt und Lilly Ernsting gestiftet. Die Gestaltung der Freiflächen dieser Gebäude sollte Tradition und Moderne miteinander verbinden.
Das Konzert Theater Coesfeld, eine Stiftung des Gründers des Textilimperiums Ernsting’s Family, Kurt Ernsting, wurde mit einem geschätzten Betrag von 16 Millionen Euro realisiert. Es bietet Platz für 623 Besucher. Das Theater wird von der gemeinnützigen Ernsting Stiftung "Alter Hof Herding" betrieben, die das kulturelle Leben in der Region Coesfeld fördert.
Der Theaterbau eröffnet Künstlern und Zuschauern ein einzigartiges Raumerlebnis. Vollkommen ohne rechte Winkel gestaltet, bietet der Zuschauersaal optimale Klangqualität. Durch eigens entwickelte bewegliche Lamellen in der Wand- und Deckenverkleidung kann für die jeweilige Aufführungsform die passgenaue akustische Wirkung erzeugt werden: sei es Musiktheater, Schauspiel oder Entertainment. Ebenso variabel ist die Bühne gestaltet. Je nach Programmschwerpunkt kommen eine Frontal- oder Studiobühne, eine Showtreppe oder ein Spielsteg zum Einsatz.
Bereits im Jahr 2001 wandelte die Stiftung das ehemalige Wehrbezirkskommando in das Zentrum für Wissen, Bildung und Kultur (WBK) um. Dort sind heute die Volkshochschule Coesfeld, das Studienzentrum Coesfeld der Fernuniversität Hagen, das Fortbildungsinstitut inscape und die Musikschule untergebracht. Ein Restaurant-Café ergänzt das Angebot.
Gestalterische Verbindung von WBK und Konzert Theater
Ziel war es, mit dem WBK und dem Theater einen harmonischen Ort zu schaffen, an dem Kultur erlebbar wird. Zudem sollte das neue Theater optisch zum 1938 errichteten WBK passen. Meinhard Neuhaus, Partner des Architekturbüros Bock-Partner A.I.C., das beide Objekte plante und umsetzte, erläutert die gestalterischen Ansätze.
Beide Objekte wurden von uns geplant und umgesetzt. Wir haben in vielerlei Hinsicht versucht, eine Verbindung zwischen beiden Gebäuden herzustellen. So betragen z.B. die Außenabmessungen des Theaterbaus 50m x 50m. Damit geht das Gebäude städtebaulich auf die Breite des vom WBK eingefassten Innenhofes ein. Auch in der Höhe reagiert das Konzert Theater auf das WBK, indem der Grundbaukörper die Traufhöhe des Bestandes aufnimmt. Aber auch bei der Planung der Außenanlagen war es das Bestreben, die Gebäude miteinander zu verbinden.
Für die Befestigung des Hofes zwischen Theater und WBK wurde eine Natursteinpflaster-Nachbildung aus gegossenem Hochleistungsbeton, der sogenannte Courtstone der Firma Klostermann, gewählt. Dieser Stein korrespondiert mit der Architektur des Theaters.
Flächenbefestigung für hohe Belastungen
Die Entscheidung für die Befestigung der Zufahrtswege zum Theater und zum WBK-Parkplatz sowie der Anlieferzone für LKW vor dem Bühneneingang des Theaters erforderte einen Belag, der optisch zu beiden Gebäuden passt und funktional überzeugt. Die Anlieferzone hinter dem Theater wird von schweren LKW befahren, die auf der etwa 400 m² großen Fläche rangieren. Dabei wirken hohe Scherkräfte auf die Flächen ein.
Um Verformungen in der Fläche von vorneherein auszuschließen, war ein Pflastersystem gefragt, das diese dynamischen Kräfte aufnehmen und gleichmäßig auf die Nachbarsteine verteilen kann. Außerdem suchten wir nach einem System, das nicht zu unruhig wirkt und eine geradlinige und zurückhaltende Gestaltung erlaubt.
Die Wahl fiel auf das Pflastersystem UNI-Optiloc. Dieses Steinsystem ist für funktional beanspruchte Flächen geeignet. Es gehört zu den hochbelastbaren Ankerverbundpflastern, bei denen sich jeder Stein mit einem Drittel seiner Flankenfläche mit einer Nachbarreihe verankert. Statische und dynamische Belastungen werden somit in die gesamte Fläche abgeleitet.
Gestalterischer Spagat mit UNI-Optiloc
Das Pflastersystem UNI-Optiloc überzeugte auch optisch durch seine rechteckigen und quadratischen Formate. Es ermöglichte einen gestalterischen Spagat zwischen dem traditionellen WBK und der modernen Architektur des Theaters. Die klaren Linien und die scheinbar kleinen Formate trugen dazu bei.
Das Konzerttheater öffnet in einer Spielzeit an 60 Abenden seine Pforten für Schauspiel, Musiktheater, Konzerte oder Tanz. Aufgrund des vielfältigen Programms sind fast wöchentlich Bühnenumbauten erforderlich. Ein stabiler Pflasterbelag vor dem Bühneneingang ist daher von Vorteil.
UNI-Optiloc ist ein Produkt der Lizenzgeberin UNI-INTERNATIONAL. Die Steine für das Theaterumfeld wurden von der BERDING BETON GmbH aus Dorsten geliefert.
