Initiative zur Förderung der Naturerfahrung und politischen Bildung
In Eisenach hat das Projekt „Fokus Biologische Vielfalt – von der Naturerfahrung zur politischen Bildung“ begonnen. Es wird vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.
Das Projekt zielt darauf ab, das Interesse von Kindern und Jugendlichen an ihrer Umwelt zu wecken. Ein zweitägiger Workshop bringt Expertinnen und Experten aus der schulischen und außerschulischen Umweltbildung zusammen. Sie entwickeln einen Leitfaden für die Konzeption moderner, anwendungsorientierter Bildungsmaterialien. Diese Materialien sollen Kindern und Jugendlichen anhand von zehn ausgewählten heimischen Schlüsselarten einen Zugang zur biologischen Vielfalt ermöglichen.
Um das Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken, sollen Kinder und Jugendliche für deren Schönheit begeistert werden. Gleichzeitig soll ihnen die gesellschaftliche Bedeutung der biologischen Vielfalt und deren Bezug zur eigenen Lebenswelt aufgezeigt werden.
Wie der Projekttitel andeutet, geht es darum, über Naturerfahrung Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt zu schaffen. Denn Naturschutz ist eine Wertfrage, die auf gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen beruht. Für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist es daher von großer Bedeutung, dass junge Menschen befähigt werden, verantwortungsbewusst für die Natur zu handeln und sich aktiv – auch im politischen Raum – für ihren Schutz einzusetzen.
Dies erklärte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Das Projekt ist das erste eines Jugendverbandes, das über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom BfN mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird. Für das Vorhaben stehen insgesamt 379.000 Euro zur Verfügung.
Grundlagen und Umsetzung des Projekts
Der im Workshop entwickelte Leitfaden bildet die Basis für das Kernvorhaben des Projekts. Dieses besteht darin, Multiplikatoren, Kinder und Jugendliche über Naturerfahrungen für den Schutz der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren und ihnen fachliche sowie methodische Kompetenzen der politischen Bildung zu vermitteln.
Neben der Erstellung des Leitfadens und der Umweltbildungsmaterialien sind weitere Maßnahmen geplant: Eine Online-Datenbank mit bestehenden Materialien zur biologischen Vielfalt und politischen Bildung wird veröffentlicht. Zudem werden Multiplikatoren-Schulungen konzipiert und durchgeführt sowie ein Wettbewerb zu Klassenfahrten zum Thema biologische Vielfalt ausgerichtet.
Der Workshop in Eisenach wird von den Professoren Armin Lude (Biologie und Didaktik) und Bernd Overwien (Didaktik der politischen Bildung) geleitet.
Ziel ist es, Angebote herzustellen, die Kinder und Jugendliche animieren, Themen zur biologischen Vielfalt selbstständig zu entdecken und eigene Handlungsmöglichkeiten zum Schutz zu erkennen.
Dies betonte Prof. Overwien. Die NAJU wird die Materialien im Herbst 2014 präsentieren. Projektpartner sind der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die Katholische Landjugendbewegung, der Bund der deutschen Landjugend, der Landesjugendring Niedersachsen, der Stadtjugendring Wolfsburg, das NABU Naturschutzzentrum Rheinauen, das NABU Wasservogelreservat Wallnau und das NABU Artenschutzzentrum Leiferde.
Hintergrund des Bundesprogramms Biologische Vielfalt
Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in besonders beispielhafter Weise umsetzen.
Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.
