Hochwasserschutz, Messen und Veranstaltungen

Effektiver Hochwasserschutz durch Frühwarnung und Vorbeugung

Schneeschmelze und Starkniederschläge erhöhen das Hochwasserrisiko in Deutschland. Effektive Frühwarnsysteme und präventive Maßnahmen sind entscheidend. Neue Methoden und Forschungsprojekte werden auf der acqua alta vorgestellt, um Städte und Gemeinden besser zu schützen.

Verbesserte Frühwarnsysteme und aktuelle Forschung

Reinhard Vogt, Geschäftsführer des Hochwasserkompetenzzentrums Köln, stellt fest, dass sich die Hochwasser-Frühwarnung in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. Der Hochwassermeldedienst informiert inzwischen dreimal täglich über aktuelle Wasserstände, auch wenn diese noch nicht die Meldehöhen erreicht haben. Dies ermöglicht Kommunen eine bessere Vorbereitung auf potenzielle Gefahren. Ein Netzwerk von Hochwassermeldezentren bündelt relevante Informationen wie Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten der Flüsse.

Das ist weltweit die einzige Veranstaltung, die sich derart umfassend und intensiv mit dem Hochwasserschutz beschäftigt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spielt eine zentrale Rolle in der Frühwarnung. Er unterstützt Hochwasserschutzämter der Bundesländer mit Vorhersagen zu Niederschlägen und Schneeschmelze und berät Bundes- und Landesministerien hinsichtlich der Auswirkungen von Wetter und Klima. Dr. Bruno Rudolf, Leiter der Abteilung Hydrometeorologie beim DWD, wird auf der acqua alta über die meteorologischen Aspekte von Hoch- und Niedrigwasser referieren.

Die Veranstaltung ermöglicht einen interdisziplinären Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer auch auf internationaler Ebene.

Ein Beispiel für diesen Austausch ist der niederländische Experte Dr. Jaap Kwadjik von WL Delft Hydraulics, der in Hamburg über hydrologische Vorhersagen im globalen Rahmen berichten wird. Deutschland ist laut Rudolf im internationalen Vergleich bei der Hochwasserforschung gut aufgestellt. Dazu trägt das Förderprogramm „Risikomanagement extremer Hochwasserereignisse“ (RIMAX) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bei. Für rund 40 Projekte an deutschen Hochschulen und Universitäten, an denen auch Hochwasserschutzbehörden beteiligt sind, wurden bis zu 25 Millionen Euro bereitgestellt. Diese Projekte befassen sich mit:

  • Simulationen möglicher Hochwasserszenarien zur Ableitung effizienter Schutzmaßnahmen
  • Untersuchung von Schwachstellen im Hochwassermanagement
  • Entwicklung von Hochwasserschutzkonzepten für Gewässer mit kleinen und mittleren Einzugsgebieten

Der DWD ist in einzelne RIMAX-Projekte eingebunden. Dr. Bruno Rudolf erläutert, dass das Projekt OPAQUE an der Universität Potsdam, das Wege zur Verbesserung der Vorhersage von Hochwasserabflüssen in Quellgebieten erforscht und dabei unter anderem das Regenradar des DWD nutzt, genau beobachtet wird. Die Ergebnisse dieses Projektes sollen zur Optimierung der Radarbeobachtung beitragen.

Multifunktionale Lösungen und interdisziplinärer Austausch auf der acqua alta

Die RIMAX-Projekte werden inhaltlich von einer Koordinierungsstelle am Helmholtz-Zentrum Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam begleitet. Professor Bruno Merz vom GFZ wird auf der acqua alta über die neuesten Erkenntnisse zum „Hochwasser-Risikomanagement in Zeiten des globalen Wandels“ referieren. Merz sieht vielversprechende Ansätze in multifunktionalen Lösungen.

Das sind Ansätze, die das Hochwasserrisiko reduzieren und gleichzeitig weitere ökonomische, soziale oder Umwelt-Nutzen bringen. Dazu zählen Frühwarnsysteme, die nicht nur Hochwasser vorhersagen, sondern ebenso für die Warnung gegenüber anderen Gefahren genutzt werden und Informationssysteme, die sowohl die Planung von Hochwasser- Evakuierungsszenarien erlauben, als auch für verschiedene Zwecke der Verkehrs- und Stadtplanung eingesetzt werden können.

Die acqua alta 2009 in Hamburg informiert über diese und weitere Modelle sowie Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Der internationale Kongress mit Fachmesse für Klimafolgen und Hochwasserschutz findet vom 10. bis 12. November 2009 im CCH-Congress Center Hamburg statt. Mit den Schwerpunktthemen Klimafolgen, Hochwasserschutz, Katastrophenmanagement und Wasserwirtschaft bietet die Veranstaltung eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Entwicklung gemeinsamer Strategien zur Bewältigung dieser globalen Aufgaben für alle beteiligten Organisationen, Forschungsinstitute, kommunalen Spitzenverbände und Branchen.

07.05.2009

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