Projekt „GaLaBau Manufaktur“: Einblick in die Planung und Umsetzung
Die Konzeption und Realisierung eines Messestandes erfordert umfassende Planung und Koordination. Dies zeigte sich erneut bei einem Projekt der Technikerschule L2 in Veitshöchheim, bei dem Studierende der GaLaBau-Technikerklasse einen Messestand gestalteten. Ziel war es, Besuchern das Berufsbild des Landschaftsgärtners anhand fühlbarer, räumlicher und farbiger Beispiele näherzubringen.
Viele Bürger haben oft keine genaue Vorstellung von der professionellen Planung, dem Bau und der Bepflanzung eines Gartens. Die Gestaltungsspielräume im Garten- und Landschaftsbau sind dabei erheblich und reichen von einfachen Handskizzen bis zu CAD-gefertigten Plänen. Die Studierenden präsentierten vielfältige Materialproben, mineralische Gemische, Pflanzsubstrate, Holz, Naturstein und Betonplatten. Auch der Einsatz von Geräten wie Rüttelplatten und Nassschneidern wurde demonstriert.
Unter dem Untertitel „GaLaBau Manufaktur“ bewiesen die 27 Studierenden der Technikerschule L2 ihre Fähigkeit, ein komplexes Projekt gemeinsam zu bewältigen. Alle Leistungsphasen, von der Vorentwurfsplanung über Abstimmungstermine bis zur Eröffnung der Ausstellung, wurden erfolgreich umgesetzt.
Vorbereitung und reibungslose Umsetzung
Die Vorbereitungen begannen bereits ein Wochenende vor dem offiziellen Baubeginn. Das 250 m² große Trainingsgewächshaus wurde geräumt, Raumteiler gesetzt und ein Bändchenvlies zum Schutz des Bestandes ausgelegt. Materialien wurden mit vier Lastwagen angeliefert. Parallel dazu erfolgte die Gewinnung von Sponsoren, die das Projekt finanziell und materiell unterstützten. Die Zwischenlagerung und Anlieferung der Materialien verliefen reibungslos.
Die kleinen Gartenräume wurden um eine mittig angeordnete Trennwand herum konzipiert. Kleine Fenster sollten dabei einen „Aha-Effekt“ beim Durchblick erzeugen. In der ersten Märzwoche begann die Ausführung im Trainingsgewächshaus der Zierpflanzengärtner. Die Arbeiten verliefen koordiniert, wobei jede Person ihre Aufgabe erfüllte und Kollegen mit höherer Priorität zuarbeitete. Die gute Zeitplanung war ein Ergebnis der gründlichen Vorbereitung.
Besucher der Ausstellung erhielten zahlreiche Ideen, Details und Gestaltungsempfehlungen für den eigenen Garten. Die Ausstellung zeigte die vielen Handgriffe, die für die Schaffung einer solchen kleinteiligen Vielfalt erforderlich sind. Während der Projektwoche, die bei winterlichen Bedingungen begann, entstand im Trainingsgewächshaus der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau eine umfassende Ausstellung.
Teamarbeit und Entscheidungsfindung
Die praktische Umsetzung des Projekts erforderte eine enge Zusammenarbeit der 27 Studierenden. Probleme an den Schnittstellen der einzelnen Gruppen wurden vermieden, da die Gruppenleiter in Zweifelsfällen die letzte Entscheidung trafen. Ungeklärte Details, wie die Gestaltung von Ecken, Formen oder Höhenverläufen sowie Lösungen für den Teichrand, wurden schnell und präzise entschieden. Dabei zeigte sich, dass unterschiedliche Stärken im Planen, Organisieren und Ausführen zum Tragen kamen und jeder von jedem lernen konnte. Die einzelnen Abschnitte entstanden Schritt für Schritt, ohne gegenseitige Behinderung.
Die Akzeptanz der Gruppensprecher und das Vertrauen in den „Supervisor“ trugen zum Erfolg bei. Die Techniker demonstrierten, wie Produktivität und Effizienz durch Teamarbeit erreicht werden können. Das Motto „GaLaBau Manufaktur“ sollte die Vielseitigkeit des Landschaftsgärtners verdeutlichen. Der Beruf des Landschaftsgärtners wird als vielseitig und modern beschrieben, mit Arbeiten in der Natur und wechselnden Anforderungen. Obwohl der Beruf handwerkliche Aspekte hat, erleichtern Maschinen und Geräte die Arbeit und tragen zu präziseren und produktiveren Ergebnissen bei.
Besucherführung und Kundenkontakt
Die Besucherführung erfolgte über gestalterisch eingesetzte Raumteiler. Am Empfang wurden die Gäste begrüßt und auf die Ausstellung vorbereitet. Im „Planungsbüro“ wurden handgezeichnete und CAD-gezeichnete Planungsideen präsentiert. Fachliteratur und Farbskizzen sollten das Interesse an Gartengestaltung wecken. Auf der „Baustelle“ konnten Besucher die Entstehung eines Gartens nachvollziehen. Ein noch unvollkommener Teich, ein Holzdeck mit Pergola und Waldmotivtapete sowie ein kleines Wasserbecken waren Teil der Ausstellung.
Ein Schwerpunkt lag auf dem Üben des Kundenkontakts. Flyer, Poster und Fachvorträge ergänzten die Anschauungsobjekte. Die Studierenden konnten ihre Fähigkeiten im Marketing und Clienting sowie ihre fachliche Souveränität testen. Ein Unternehmersohn bemerkte, dass eine solche komplexe Aufgabe im eigenen Betrieb ohne die direkte Begleitung nicht umsetzbar wäre, da nicht alle Details vorab planbar seien. Die Studierenden erkannten, dass eine „Trenn-Wand-Arbeit“ in einer Klassengemeinschaft vermieden werden muss und bewusste „Durchblicke“ zum Ziel führen.
Das Projekt, das viel Freizeit und Kosten verursachte, wurde durch zahlreiche Sponsoren unterstützt. Der Verband Ehemaliger Veitshöchheimer (VEV) leistete eine großzügige finanzielle Unterstützung, um das Risiko für die Studierenden abzufedern. Die Lehrerschaft und Besucher konnten sich von dem gelungenen Projekt „Garten-Manufaktur-pur“ überzeugen.


