Aus- und Weiterbildung

Nachwuchs gewinnt Einblicke in den Garten- und Landschaftsbau

Schülerinnen und Schüler sammeln praxisnahe Einblicke in den Garten- und Landschaftsbau und lösen reale Aufgaben aus dem Berufsalltag. Die Initiative fördert Nachwuchs und unterstützt gleichzeitig die Integration junger Geflüchteter.

Praxistest begeistert Jugendliche für Ausbildung im GaLaBau

Mit der Veranstaltung „Schule im Grünen“ hat der Verband Garten- und Landschaftbau Bayern e. V. praxisnahe Nachwuchsarbeit geleistet. Auf dem Gelände der Landesgartenschau Bayreuth erhielten Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, typische Aufgaben aus dem Berufsalltag im Garten- und Landschaftsbau selbst zu erproben.

Rund 80 Teilnehmende aus siebten und neunten Klassen nutzten das zweitägige Angebot. Auch eine Klasse mit minderjährigen Flüchtlingen war eingebunden. Damit unterstützte der Verband gezielt Integrationsmaßnahmen kommunaler Bildungseinrichtungen und förderte gleichzeitig den Berufsnachwuchs.

Praxisaufgaben aus dem Berufsalltag

Die Veranstaltung gliederte sich in die beiden Mitmach-Programme „Geometrie auf der Wiese“ und „Landschaftsgärtner live“. In kleinen Gruppen bearbeiteten die Jugendlichen konkrete Aufgabenstellungen aus der Praxis. Fachbetriebe begleiteten die Übungen und standen unterstützend zur Seite.

„Ziel war es, die Jugendlichen für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern. Dabei wollten wir auch die theoretischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler im Bereich Geometrie sowie ihr handwerkliches Geschick testen“

Im Bereich Geometrie setzten die Teilnehmenden schulisches Wissen direkt praktisch um. Ohne klassische Hilfsmittel wie Geodreieck oder Zirkel wurden Lösungswege entwickelt, die sich am realen Baustellenalltag orientieren. Dabei ging es unter anderem um Flächenberechnungen, Streckenmessungen und das Arbeiten mit einfachen Hilfsmitteln.

Reale Aufgaben fördern Verständnis

Die Aufgaben orientierten sich eng an typischen Tätigkeiten im Gartenbau. So wurden Flächen in geometrische Formen zerlegt, Strecken trotz Hindernissen vermessen oder Höhenunterschiede berechnet und abgesteckt. Die Jugendlichen konnten dadurch nachvollziehen, wie theoretisches Wissen in praktische Abläufe übertragen wird.

„Bei meiner Station ging es um eine Flächenberechnung – mit einer Kiesfläche und einer Rollrasenfläche – auf Basis eines vorliegenden Entwurfsplans.“
„Meine Aufgabe, eine Streckenmessung mit einem Graben als Hindernis, hatte es in sich.“
„Ich habe den Höhenunterschied einer kleinen Böschung zuerst schätzen und anschließend die für die Treppe benötigten Stufen berechnen und abstecken lassen.“

Die hohe Motivation der Teilnehmenden zeigte, dass praxisorientierte Formate einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung leisten können. Gleichzeitig erhielten die Jugendlichen einen realistischen Eindruck von den Anforderungen im Arbeitsalltag.

Integration und Berufsorientierung im Fokus

Am zweiten Veranstaltungstag standen praktische Übungen im Mittelpunkt. Minderjährige Flüchtlinge setzten unter Anleitung einen Einzeiler aus Basaltgroßsteinen und beschäftigten sich mit Pflanzenkenntnissen. Dabei wurden Bildmaterialien verschiedenen Pflanzenmerkmalen wie Blatt, Blüte oder Frucht zugeordnet.

„Durch verschiedene Praktika geben wir unseren Flüchtlingen die Möglichkeit, Einblick in unterschiedliche Berufsfelder zu erhalten. Schule im Grünen trägt dazu hervorragend bei und unterstützt unser Ziel, den Flüchtlingen eine Ausbildung zu vermitteln“

Den Abschluss bildete eine weitere Schülergruppe aus Bayreuth. Die Kombination aus praktischen Aufgaben, fachlicher Begleitung und direktem Austausch mit Betrieben machte die Veranstaltung zu einem wirkungsvollen Instrument der Nachwuchsgewinnung im Garten- und Landschaftsbau.

08.07.2016

Zurück