Spezielle Pflasterbettung für den Lindenplatz in Oberlauchringen

Am Lindenplatz in Oberlauchringen kamen bei der Sanierung rund 2.500 m² VS5-Betonpflaster zum Einsatz. Auf 1.250 m² schützt das nahezu wasserundurchlässige Bettungs- und Fugenmaterial ECOPREC® den vorhandenen Unterbau. Die Konstruktion soll Verschiebungen und Frostschäden langfristig vermeiden.

VS5-Pflaster und ECOPREC® sichern belastete Flächen und schützen den vorhandenen Unterbau

Bei der Sanierung des Umfelds des denkmalgeschützten „Gmeindshus am Lindenplatz“ in Oberlauchringen spielte der Aufbau der Pflasterflächen eine zentrale Rolle. Zum Einsatz kamen das Betonpflastersystem VS5 von braun-steine sowie auf 1.250 m² das spezielle Bettungs- und Fugenmaterial ECOPREC® der SF-Kooperation. Die Konstruktion berücksichtigt neben gestalterischen Anforderungen insbesondere die Verkehrsbelastung und den Schutz des vorhandenen Unterbaus vor eindringendem Wasser.

Die Neugestaltung ist Teil der städtebaulichen Entwicklung der Ortsmitte. Das 1910 errichtete „Gmeindshus“ wurde generalsaniert und für eine multifunktionale Nutzung mit Open Library, rund um die Uhr geöffneter Marktscheune, Co-Working-Spaces und Bürgertreff umgebaut. Barrierefreie Zugänge, ein Aufzug, Rampen und entsprechende Toiletten ergänzen die Sanierung.

Ortsentwicklungskonzept als Grundlage

Gemeinsam mit dem vorgelagerten Lindenplatz bildet das Gebäude ein städtebauliches Ensemble. Grundlage für die Neugestaltung war ein Ortsentwicklungskonzept aus dem Jahr 2019. Der erste Bauabschnitt umfasste rund 4.250 m² rund um das Gemeindehaus einschließlich Lindenplatz, angrenzender Verkehrs- und Grünflächen sowie einer Kfz-Stellplatzanlage.

„Grundlage für die Neugestaltung war ein Ortsentwicklungskonzept (OEK) aus dem Jahr 2019. Der Planungsumgriff des ersten Bauabschnitts umfasste mit einer Fläche von ca. 4.250 m2 den Bereich um das Gemeindehaus (Wettenstraße 2) und damit die Neugestaltung des Lindenplatzes, angrenzender Verkehrs- und Grünflächen, sowie die Herstellung einer KfZ-Stellplatzanlage. Ziel der Planung war es, die öffentlichen Räume um das Gemeindehaus als gemeinschaftlicher Treffpunkt mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen, mit Nutzungen zu belegen und in die bestehenden Strukturen einzubinden. Durch die Neugestaltung von Verkehrsflächen sollte eine Rücknahme der Verkehrsbetonung und damit eine Beruhigung des Straßenverkehrs entlang des Lindenplatzes erreicht werden, um die Aufenthaltsqualität und Sicherheit zu steigern“, so Eva Kiesel von der Studio Stadtlandschaften Stadtplanung Architektur GmbH aus Stuttgart.

Grüninseln und Regenwassermanagement auf dem Platz

Grüninseln mit integrierten Sitzelementen gliedern die Platzfläche. Die Bepflanzung soll zugleich zu einem angenehmen Mikroklima beitragen. Eine bestehende Linde und der Brunnen wurden in die Gestaltung integriert, um den ortsbildprägenden Charakter des Lindenplatzes zu erhalten.

Vorgesehen ist zudem die Einleitung unbelasteten Oberflächenwassers nach dem Prinzip der Schwammstadt. Vor Ort gespeichertes Regenwasser soll durch Speicherung und Verdunstung zur Ökologie des Platzes beitragen und den Grünbestand während Trockenperioden unterstützen.

VS5-Pflaster mit drei unterschiedlichen Oberflächen

Für die neue Flächenbefestigung entschieden sich die Planer für das Betonpflastersystem VS5 von braun-steine aus Amstetten. Verwendet wurde die Oberfläche VELVET CONCRETE® in den drei Bearbeitungsvarianten gebürstet, kugelgestrahlt und friktionsgefräst. Die Varianten wurden gleichmäßig im Patchwork verlegt.

„Durch die feine Abstimmung der Texturen fügt sich das Pflaster ideal in den architektonischen Kontext ein: Die warmen Beigetöne und die differenzierten Oberflächen nehmen die Materialität des Bürgerhauses auf und bilden eine gestalterische Brücke zu dessen Sandstein-Gewänden der Fenster. Gleichzeitig setzen sie dezente moderne Akzente, die sich harmonisch an die anthrazitfarbenen Metalldetails sowohl des historischen Eingangsbereichs als auch des modernen Anbaus anlehnen. Das abwechslungsreiche Oberflächenspiel verleiht dem Platz eine hochwertige Anmutung, steigert die räumliche Wahrnehmung und unterstreicht den handwerklichen Charakter der Anlage“, so Kiesel.

Im Eingangsbereich wurde eine ausschließlich gebürstete Oberfläche gewählt, um diesen Bereich von der übrigen Platzfläche abzuheben und zugleich die Nutzung durch das Café Linde zu berücksichtigen. Die Steine liegen dort im Reihenverband und kombinieren große und kleine Formate.

„Dank der glatten, gebürsteten Oberfläche ist die Nutzung mit Stühlen problemlos möglich. Zusätzlich sorgt der innovative CLEAN SAVE 3D-Oberflächenschutz für eine besonders pflegeleichte Fläche – ideal für den Gastronomiebetrieb. Der innovative 3D Oberflächenschutz bietet viele Vorteile von Imprägnierungen, Versiegelungen und Beschichtungen in einem System. Dank dünner Mikroschichten im Materialgefüge wird die Anhaftung von Verschmutzungen reduziert und die Betonoberfläche lässt sich leichter reinigen.“

Verschiebesicherung für stärker beanspruchte Flächen

Neben der Gestaltung musste die Flächenbefestigung den auftretenden Verkehrsbelastungen standhalten. Am Lindenplatz treffen Hintergasse, Wettenstraße, Alte Rathausstraße und Kirchstraße aufeinander. Dadurch wirken größere Scherkräfte durch Fahrzeuge auf die Pflasterflächen.

„Am Lindenplatz treffen die Hintergasse, Wettenstraße, Alte Rathausstraße und Kirchstraße aufeinander, wodurch auf der Platzfläche größere Scherkräfte der Fahrzeuge wirken. Mit der Entscheidung für das VS5-Pflastersystem sind wir hier auf der sicheren Seite, denn es ist in der Lage, diesen Belastungen standzuhalten.“

Das VS5-System verfügt über eine fünfseitige Verschiebesicherung aus Rundumverzahnung und gekerbter Unterseite. Insgesamt wurden rund 2.500 m² Pflastersteine im gemischten Ellbogenverband eingebaut. Verwendet wurden die Formate 30 × 22,5 cm und 22,5 × 15 cm mit einer Stärke von 12,8 cm.

ECOPREC® schützt vorhandenen Unterbau

Eine besondere Anforderung ergab sich aus den vorhandenen Tragschichten. Da diese noch in einwandfreiem Zustand waren, sollten sie weitergenutzt werden, um Kosten und CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Gleichzeitig sollte verhindert werden, dass Wasser in den Unterbau gelangt und bei unzureichender Versickerung Frostschäden verursacht.

Auf 1.250 m² wurde deshalb das Bettungs- und Fugenmaterial ECOPREC® der SF-Kooperation eingesetzt. Die bitumenhaltige Cold-Variante kam in einer Schichtdicke von 3,5 cm zur Ausführung. Das Material wird kalt und rieselfähig angeliefert und kann wie eine herkömmliche Splittbettung eingebaut werden.

„Das bitumenhaltige Material wurde als ECOPREC® Cold Variante in einer Dicke von 3,5 cm zur Ausführung gebracht. Dabei wird das Schüttgut erkaltet und rieselfähig angeliefert, der Einbau erfolgte wie bei einer herkömmlichen Splittbettung. Der große Vorteil von ECOPREC® liegt in seinen Produkteigenschaften. Einerseits sorgt das bituminöse Material für eine dauerhaft stabile Fuge. Die üblichen Probleme, die man von Pflasterflächen kennt, bei denen sich Fugenmaterial auswäscht und es dann zu Schäden kommt, sind hier daher kein Thema. Andererseits ist ECOPREC® nahezu wasserundurchlässig. Schäden durch eindringendes Wasser sowie Frostschäden müssen wir daher nicht befürchten, denn auftretendes Oberflächenwasser fließt einfach ab“, so Richard Beck, Gebietsleiter des Betonwerks braun-steine.

Die letzten Arbeiten an den Außenanlagen rund um das „Gmeindshus“ wurden im April 2026 abgeschlossen. Die Kombination aus VS5-Pflastersystem und ECOPREC®-Bettungs- und Fugenmaterial ist darauf ausgelegt, die stark beanspruchten Flächen dauerhaft zu stabilisieren und gleichzeitig den weiterverwendeten Unterbau vor eindringendem Wasser zu schützen.