Wettbewerbe und Jubiläen

Henchion Reuter Architekten gewinnen Wettbewerb für „Danakil Klimazonenwelt“

Henchion Reuter Architekten aus Berlin haben den Wettbewerb für die „Danakil Klimazonenwelt“ gewonnen. Das Gebäudeensemble wird zur BUGA Erfurt 2021 den neuen Mittelpunkt des egaparks bilden und soll auch danach erhalten bleiben.

Die „Danakil Klimazonenwelt“: Konzept und Umfang des Projekts

Der Gebäudekomplex entsteht im Zentrum des egaparks, am ehemaligen Standort der Zentralgaststätte. Auf einer Fläche von 5300 m² sind ein 3300 m² großes Wüsten- und ein Urwaldhaus sowie ein 2000 m² umfassender Wintergarten geplant.

Das Danakil Klimazonenhaus soll aber nicht nur für den Zeitraum der BUGA errichtet werden, es bleibt allen Erfurtern und unseren Gästen im egapark auch nach dem Großereignis in gleicher Form erhalten.
Für die Besucher wird so das Erlebnis zweier Klimazonen unter einem Dach ganz nah erlebbar.

Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich 2017 beginnen und pünktlich zum Start der BUGA abgeschlossen sein. Die Kosten werden nach ersten Schätzungen bei etwa 16 Millionen Euro liegen, wobei Vorkehrungen getroffen wurden, um eine Überschreitung der Summe zu vermeiden.

Der Wettbewerb und die Juryentscheidung

Sechs Bewerbergemeinschaften aus Berlin, Stuttgart, Zürich, London, Madrid und München nahmen am Wettbewerb teil und begannen im September 2015 mit der Erarbeitung ihrer Entwürfe. Die Jury, bestehend aus Architekten, Stadtplanern, Landschaftsarchitekten, Szenographen, technischen Sachverständigen, Stadträten und egapark-Freunden, tagte zehn Stunden im Deutschen Gartenbaumuseum.

Aus den eingereichten Arbeiten mussten die drei Projekte gefunden werden, die sich am besten in die Gesamtanlage einordnen unter besonderer Berücksichtigung des historischen Geländes und den modernen Besucheransprüchen an Information und Unterhaltung gerecht werden.
Die Auswahl fiel uns sichtlich schwer. Jedes Projekt hatte seine Stärken, sein eigenes Gesicht.

Der Juryvorsitzende Dr. Claus Worschech begründete die Entscheidung:

Insgesamt handelt es sich um einen realisierbaren, der Situation und Bedeutung des Ortes angemessenen entwurflichen Beitrag, der sich harmonisch und verträglich in die historisch gewachsene Gesamtanlage als neues Kapitel der Baugeschichte dieses Ortes einfügen wird. Insbesondere das Ausstellungskonzept weist hervorragende Konzepte auf und verspricht, die geforderte Attraktivitätssteigerung des egaparks erreichen zu können.

Baudezernent Alexander Hilge, ebenfalls Jurymitglied, ergänzte:

Der Siegerentwurf wirkt sehr ästhetisch und belebt das verlorene Herz des egaparks wieder.

Hintergrund des Projekts

Der egapark ist mit jährlich nahezu 500.000 Besuchern eine der beliebtesten Freizeiteinrichtungen Thüringens. Zur Bundesgartenschau 2021 bildet der 36 Hektar große Gartenpark das Kernstück der Ausstellungsflächen. Das neue Gebäudeensemble soll am Standort der ehemaligen Zentralgaststätte und der heutigen Pflanzenschauhäuser entstehen und den egapark wieder mit einem funktionellen Mittelpunkt versehen, der die Erlebnisbereiche im oberen Geländeareal mit den Schaugärten im unteren Teil verbindet.

Bereits jetzt werden in den Pflanzenschauhäusern exotische Pflanzen und Tiere aus verschiedenen Vegetationszonen präsentiert. Dieses Angebot soll durch die „Danakil Klimazonenwelt“ weiter ausgebaut werden. Die Idee der Danakil Klimazonenwelt wurde bereits 2013 als mögliches Vorhaben für die Bundesgartenschau 2021 vorgestellt. In der öffentlichen Diskussion wurde der Wunsch geäußert, die bekannte ehemalige Rendezvous-Brücke als Gestaltungselement aufzugreifen.

Wettbewerbsverfahren und Finanzierung

Die Bekanntmachung des nichtoffenen interdisziplinären Wettbewerbs erfolgte am 25. Juli 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union. Ziel war es, innovative Entwürfe für das Projekt Danakil zu erhalten und einen Generalplaner für die Planungsleistungen in den Fachbereichen Objektplanung Gebäude und Innenräume, Freianlagen, Szenografie, Tragwerksplanung sowie Technische Ausrüstung zu ermitteln. Neun Bürogemeinschaften beteiligten sich. Nach formaler und inhaltlicher Prüfung wurden am 4. September 2015 sechs Bürogemeinschaften ausgewählt. Ein Rückfragekolloquium und ein Rundgang durch den egapark am 14. Oktober 2015 dienten als Grundlage für die Entwürfe.

Für die Investition sollen Fördermittel beantragt werden. Eine formlose Fördervoranfrage wurde bereits am 30. August 2013 bei der Thüringer Aufbaubank gestellt. Das Antragsverfahren wurde 2014 eröffnet. Die Auslobung des interdisziplinären Wettbewerbs schuf eine Voraussetzung für die Beantragung von Zuwendungen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW)“. Nach Verhandlungen mit den Wettbewerbssiegern Anfang März 2016 und vertiefender Planung kann der Fördermittelantrag voraussichtlich nach dem ersten Halbjahr 2016 gestellt werden.

29.01.2016

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