Ein temporäres Gartenfestival an der Donau
Der erste Sigmaringer Blütenzauber, der vom 12. Juni bis zum 9. August 2015 stattfindet, präsentiert moderne Garteninstallationen, Pflanzenkompositionen und architektonische Elemente. Die Veranstaltung orientiert sich an britischen Gartenfestivals und wird vor dem Hohenzollern-Schloss an der Donau inszeniert.
Christof Luz vom Büro Luz Landschaftsarchitektur in Stuttgart, einer der Planer, betont die logistische Herausforderung des temporären Charakters der Schau.
Ein normaler Garten hat Zeit sich zu entwickeln. Beim Blütenzauber müssen die Pflanzen vom ersten Tag an ihre volle Wirkung entfalten – wie ein gärtnerischer Meteorit, der auf dem Gelände am Donauufer einschlägt!
Die etwa drei Hektar große Installation des Blütenzaubers gliedert sich in vier Bereiche. Das Herzstück bildet eine fast 2.000 Quadratmeter große Gartenanlage mit rund 15.000 Einzelpflanzen. Diese Fläche wird durch großflächige Staudenarrangements und Solitärgehölze, wie Bonsai-Kiefern, strukturiert.
Die Anordnung der Pflanzen und ihr Volumen wirken auf den Betrachter überwältigend, eine absolute Farb- und Massenwucht.
Die Pflanzenkomposition des Gartens wechselt im Verlauf des Sommers ihre Farbgebung. Zunächst dominieren Blau- und Lilatöne (22 Arten), gefolgt von Gelb und Orange (20 Arten). Dies ermöglicht Besuchern, wöchentlich neue Naturerlebnisse zu entdecken.
Der Garten ist behutsam durchwegt, um eine Betrachtung als Kunstwerk zu ermöglichen, ohne die Zugänglichkeit zu stark einzuschränken. Sitz- und Liegemöglichkeiten sind innerhalb des Gartens vorhanden.
Die Gartenanlage wird von einer rund 140 Meter langen, überdachten Galerie umrahmt. Diese Konstruktion aus Holzelementen und weißen Membranen ist U-förmig angelegt und für den wiederholten Auf- und Abbau konzipiert. Matthias Schuster, Architekt vom Büro LEHEN drei, erklärt die Funktion der Galerie.
Wir haben uns mit dieser Konstruktion etwas ausgedacht, das dem Garten eine geschützte Atmosphäre verleiht, das Geborgenheitsgefühl der Besucher erhöht und den Blick gezielt über die Gartenanlage auf die Kulisse von Schloss Sigmaringen lenkt.
Innerhalb der Galerie befinden sich Sitzecken, Gastronomiebereiche und die „Galerie der schönen Dinge“ mit Ausstellungs- und Verkaufsflächen. Garten und Galerie bilden eine thematische Einheit.
Ein weiterer Bereich ist ein 3.000 Quadratmeter großes Blütenfeld mit rund 50.000 Blütenpflanzen. Die kontrastreich angeordneten Blütenstreifen formen ein abstraktes Gemälde. Durch eine Neigung der Beetfläche um etwa 15 Grad wird die Draufsicht optimiert.
Die einzelnen Elemente des Blütenzaubers sind durch einen Rundweg verbunden. Dieser führt an gastronomischen Einheiten, drei jahreszeitlich blühenden Pocketgärten am Donauufer und verschiedenen Verweilplätzen vorbei. Den Abschluss bildet eine baumbestandene Plaza mit Sitzgelegenheiten und einer Veranstaltungsbühne.
Während der acht Wochen der Veranstaltung bietet die Plaza ein Rahmenprogramm mit Konzerten, Comedy, Themenabenden, einem Sommerblütenfest und einer Lichternacht. An veranstaltungsfreien Tagen dient die Plaza als Treffpunkt.
