Erste Bilanz der Unwetterschäden in den Schlossgärten
Die jüngsten Gewitter und Orkane haben in den historischen Schlossgärten der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) Schäden verursacht. Obwohl die Gärten nicht direkt in den Hauptzentren der Stürme lagen, verdeutlichen die Ereignisse die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel, der sich nicht nur in Hitze und Trockenheit, sondern auch in häufigeren Extremwetterlagen manifestiert.
Prof. Dr. Hartmut Troll, Spezialist für historische Gärten bei der SSG, zieht eine erste Bilanz der Unwetterschäden. Er hebt hervor, dass die Gärten im Vergleich zu anderen Regionen weitgehend verschont blieben. Hauptsächlich betroffen war die Umgebung der Grabkapelle auf dem Württemberg, wo größere Bäume beschädigt wurden. In Bruchsal wurde ein Starkast-Ausbruch verzeichnet, und in Weikersheim muss eine geschädigte Kastanie im Parterre gefällt werden.
Starke Regenfälle setzen Wegen zu
Massive Schäden entstanden an den Wegen, insbesondere im Schlossgarten Bruchsal. Starke Regenfälle spülen das Material der wassergebundenen Wegedecken weg und bilden tiefe Rinnen. Dies beeinträchtigt die Verkehrssicherheit und erschwert die Planung von Großveranstaltungen auf diesen Flächen. Besonders betroffen waren die Mittelachse und die Seitenalleen des Bruchsaler Schlossgartens.
Hartmut Troll weist darauf hin, dass das nächste Extremwetterereignis auch andere Schlossgärten und Parks in Schwetzingen, Heidelberg, Rastatt, Mergentheim und Weikersheim treffen könnte. Für die zunehmende Trockenheit und Hitze wurden bereits erste Maßnahmen ergriffen. Im Schlossgarten Schwetzingen werden beispielsweise in einer Baumschule Setzlinge und Jungbäume gezogen, die an trockenere Klimabedingungen angepasst sind.
Steigende Kosten für Sicherheit und Prävention
Die Gefahren durch Extremwetterlagen erfordern verstärkte Präventionsmaßnahmen. Die regelmäßige Kontrolle und Pflege der Bäume wird noch aufwendiger, um die Sicherheit in den Gärten zu gewährleisten. Dies führt zu höheren Kosten für den Einsatz von Fachpersonal zur Baumbegutachtung und für die Beseitigung von Sturmschäden.
Es kommt jetzt darauf an, dass wir uns vorbereiten auf Wettersituationen, mit denen wir in der nächsten Zukunft häufiger konfrontiert sein werden.
Dies betont Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Die SSG steht im fachlichen Austausch mit anderen historischen Gärten und beteiligt sich am deutschlandweiten Projekt „KERES“ zur Erforschung des Klimawandels. Dieses Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,97 Millionen Euro, untersucht, wie Kulturgüter vor Extremklimaereignissen geschützt und deren Resilienz erhöht werden können. Im Rahmen des Forschungsverbunds Climate HeriTage Network werden aus hochaufgelösten regionalen Klimamodellen Schadensrisiken für historische Gebäude und Gärten abgeleitet und nachhaltige Präventions- und Notfallmaßnahmen entwickelt.
