Aus- und Weiterbildung, Branchenverbände

Staatssekretärin Gurr-Hirsch informiert sich über Ausbildung im GaLaBau

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besuchte zwei Ausbildungsbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus in der Region Stuttgart. Sie informierte sich über individuelle Ausbildungskonzepte und die Integration Geflüchteter, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Einblicke in die Ausbildung bei Gärten von Daiß GmbH

Die Gärten von Daiß GmbH, ein Unternehmen mit 39 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden, legt Wert auf individuelle Ausbildung. Nach einem Betriebsrundgang erläuterten die Geschäftsführer Marion Schanzenbach, Gerd Mayer und Björn Eberhardt das Engagement der Firma, unter anderem im Netzwerk Gärten e.V., das Arbeitsklima und die Besonderheiten ihrer dualen Ausbildung.

Ausbilder Moritz Moritzen vermittelt seinen Auszubildenden durch die „Pflanze der Woche“ kontinuierlich Grundlagenwissen. Zudem werden Probeprüfungen auf dem Betriebsgelände angeboten, um die Auszubildenden auf die Prüfungssituation vorzubereiten. Eine ehemalige Auszubildende des Betriebs, Carolin Lenz, gewann 2016 die Bronzemedaille beim Bundesentscheid des Landschaftsgärtner-Cups. Die Abbruchquote bei der Firma ist gering.

Für exklusive Gärten brauchen wir exklusive Mitarbeiter.

Dies betonte Gerd Mayer. Er und seine Mitarbeiter bilden diese am liebsten selbst aus. Bereits 18 von 40 ausgebildeten Fachkräften wurden von der Gärten von Daiß GmbH übernommen. Moritzen hob hervor:

Begeisterung für den Beruf ist das Wichtigste.

Staatssekretärin Gurr-Hirsch zeigte sich beeindruckt. Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. verzeichnet aktuell 471 ausbildende Unternehmen unter seinen 749 Mitgliedsbetrieben. Derzeit gibt es 1.339 Ausbildungsverhältnisse, davon 45 mit Geflüchteten. Im Jahr 2017 stiegen die Ausbildungszahlen des Verbands um 6 % gegenüber den Vorjahren.

Integration von Geflüchteten bei Thomas Heumann GmbH

Der zweite Besuch galt der Thomas Heumann GmbH in Weinstadt, einem Betrieb mit rund 60 Mitarbeitern. Hier stand die Beschäftigung von Geflüchteten im Mittelpunkt. Projektleiter und Ausbilder Frank Edelmaier betonte, dass der Wille und die Motivation der Geflüchteten entscheidend seien, unabhängig von Nationalität und Herkunft. Die Schulbildung sei eher ein Indikator für den Fortschritt der Ausbildung, nicht für deren Zustandekommen.

Geschäftsführer Thomas Heumann sprach die Herausforderungen der Sprachbarriere und der oft ungewissen Bleibeperspektive an. Er stellte fest:

Wir brauchen diese Menschen.

Heumann appellierte an die Staatssekretärin, das Projekt der Willkommenslotsen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie weiter auszubauen. Gurr-Hirsch sicherte ihre Unterstützung zu und betonte die Notwendigkeit, dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen und auf ausländische Mitarbeiter angewiesen zu sein.

Ich habe großen Respekt vor der Tatkraft, mit der die Garten- und Landschaftsbauunternehmen ausländische Mitarbeiter durch eine gezielte Ausbildung und persönliches Engagement beruflich und gesellschaftlich integrieren.

Die Staatssekretärin wird die gewonnenen Erkenntnisse auf Bundesebene zur Diskussion stellen.

Die Rolle der Willkommenslotsen im GaLaBau

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hat am 1. Juli 2016 ein Flüchtlingslotsenprojekt gestartet. Sechs Willkommenslotsen stehen bundesweit den Unternehmen des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus als Ansprechpartner für Fragen der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Die Hauptaufgabe der Willkommenslotsen, wie Andreas Haupert beim Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V., ist es, Herausforderungen zu bewältigen und Hemmnisse bei der Integration von Geflüchteten abzubauen. Sie sollen den Zugang für Geflüchtete in den Arbeitsmarkt des Garten- und Landschaftsbaus erleichtern. Die Lotsen beraten Unternehmen in praktischen Fragen der betrieblichen Integration von Geflüchteten durch Hospitation, Praktika, Einstiegsqualifizierung, Ausbildung oder Beschäftigung. Sie fungieren zudem als Schnittstelle zwischen Unternehmen, Landesverbänden, Behörden sowie Geflüchteten und Asylsuchenden mit Bleibeperspektive.

Angesichts des drohenden, demografisch bedingten Arbeits- und Fachkräftemangels im Garten- und Landschaftsbau spielen die Willkommenslotsen eine wichtige Rolle. Die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt bietet den Unternehmen die Möglichkeit, diese Engpässe mittel- bis langfristig abzumildern.

05.03.2018

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e. V.

Filderstr. 109 / 111
70771Leinfelden-Echterdingen
Deutschland

Tel.:+49 711 97566-0
Fax:+49 711 97566-20

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