Stärkung der heimischen Obstproduktion durch gemeinsame Initiative
Der Apfel gilt als das beliebteste Obst in Deutschland. Die Fachgruppe Obstbau und die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisation Obst und Gemüse e.V. (BVEO) nutzen ihn exemplarisch, um auf die deutsche Obst- und Gemüsewirtschaft aufmerksam zu machen.
Der Selbstversorgungsgrad für Äpfel in Deutschland liegt bei 61,2 %. Für Obst insgesamt beträgt er 13,7 % und für Gemüse 35,6 % (Quelle: AMI Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH; 2020/2021). Diese Werte zeigen, dass die Bedarfe nicht vollständig durch heimische Produktion gedeckt werden können. Aktuelle Entwicklungen wie der landwirtschaftliche Transformationsprozess, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg beeinflussen die grüne Branche erheblich. Explodierende Energiepreise, gestörte Lieferketten sowie die Verteuerung und schlechte Verfügbarkeit von Betriebsmitteln wirken sich drastisch auf die heimische Produktion aus.
Die deutsche Obstbranche startet die Aktion „Zeit der deutschen Äpfel – Natürlich von nebenan“, um die Vorzüge heimischer Produkte hervorzuheben. Am 24. September 2022 werden an über 300 Standorten Äpfel mit dem Verkaufslogo „Geerntet in Deutschland“ verteilt. Diese Aktion wird von Mitgliedern der Fachgruppe Obstbau und weiteren Branchenbeteiligten durchgeführt. Im Lebensmitteleinzelhandel soll die Aktion durch teilnehmende Erzeugerorganisationen fortgesetzt werden, um das Bewusstsein der Verbraucher für deutsche Äpfel zu schärfen und die Wiedererkennung des Logos zu fördern.
Die Aktion wird von den Trägerverbänden des deutschen Obstbaus unterstützt, darunter der Deutsche Bauernverband e. V. (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband e. V. (DRV) und der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG).
Äpfel haben eine immense Bedeutung für die gesamte Obstbranche und tragen wesentlich zu einer gesunden Ernährung bei. Wir müssen die heimische Produktion stärken und die Erzeugerinnen und Erzeuger in Deutschland unterstützen. Gerade in den aktuell schwierigen Zeiten ist dies enorm wichtig. Politik und Lebensmitteleinzelhandel müssen ein klares Bekenntnis für Lebensmittel ‚Made in Germany‘ abgeben und auch danach handeln.
Dies betont Dr. Henning Ehlers, Hauptgeschäftsführer des DRV.
Wer deutsche Äpfel kauft, schützt das Klima und die Umwelt, fördert die eigene Gesundheit und unterstützt die heimischen Obstbaubetriebe. Dies muss noch mehr in der Breite bekannt sein. Daher ist die Aktion keine beliebige PR-Aktion, sondern eine wichtige Aufklärungskampagne.
Dies stellt Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des DBV, heraus. Das Verkaufslogo „Geerntet in Deutschland“ soll Verbrauchern eine klare Kennzeichnung deutscher Ware bieten.
Wir setzen auf die Wiedererkennung des Logos. Im Idealfall greift der Verbraucher in den darauffolgenden Wochen zu heimischer Ware und unterstützt somit die hiesigen Erzeuger. Mit unserer Aktion wollen wir verdeutlichen, dass der Verbraucher es mit seinem Einkaufsverhalten in der Hand hat, ob es auch künftig ausreichend deutsche Qualitätsprodukte gibt. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland kann keiner wollen.
So fasst Bertram Fleischer, Generalsekretär des ZVG, zusammen.
