Naturschutz, Verbände und Organisationen

PEFC-Standards: Überarbeitung und neue Ansätze auf dem „Würzburg+15“-Kongress

PEFC Deutschland präsentierte auf dem „Würzburg+15-Kongress“ überarbeitete und neue Zertifizierungskriterien. Über 80 Vertreter diskutierten die Änderungen des PEFC-Waldstandards. Neue Ansätze für Weihnachtsbaumkulturen und Erholungswälder wurden vorgestellt, um bestehende Zertifizierungen zu ergänzen.

Intensive Diskussionen über Standardänderungen und Verfahren

PEFC Deutschland präsentierte auf dem „Würzburg+15-Kongress“ erstmals Entwürfe überarbeiteter und neuer Zertifizierungskriterien. Über 80 Vertreter von Verbänden und Institutionen, die sich für nachhaltige Waldbewirtschaftung engagieren, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie nutzten die Gelegenheit, zu den in den letzten sechs Monaten von PEFC-Arbeitsgruppen erarbeiteten Änderungen des PEFC-Waldstandards Stellung zu nehmen.

Der Kongress knüpft an eine Tradition an, die 1999 mit der Grundsteinlegung von PEFC Deutschland in Würzburg begann. Alle fünf Jahre kommen hier Interessengruppen zusammen, um über die Zukunft der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu beraten. Die Teilnehmer des diesjährigen Kongresses lobten die gebotenen Beteiligungsmöglichkeiten.

Eine solch intensive und dialogorientierte Einbindung der Interessenvertreter würde ich mir bei anderen Institutionen ebenfalls wünschen.

Dies äußerte Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR).

Besonderes Interesse fand der Veranstaltungsteil „Ergebnisse der PEFC-Arbeitsgruppe Standards“. Hier konnten die Teilnehmer direkt mit Vertretern der Arbeitsgruppe über jeden Änderungsvorschlag diskutieren. Intensive Debatten gab es insbesondere zu den Punkten 2.5 bis 2.8 (Holzerntemaßnahmen und Rückegassen), 4.10 (Biotopholz) sowie 6.4 (Forstunternehmerzertifikate).

Im Veranstaltungsteil „Ergebnisse der PEFC-Arbeitsgruppe Verfahren“ standen die Einführung eines internen Monitoring-Programms und die Professionalisierung der regionalen PEFC-Arbeitsgruppen im Fokus. Die geplante Reduktion des Aufwands für regionale Arbeitsgruppen durch einen längeren Turnus bei der Erstellung der Waldberichte wurde positiv aufgenommen. Offene Fragen bestehen jedoch weiterhin bezüglich der Ausgestaltung der internen Monitoringprozesse.

Eine mögliche Lösung hierfür wäre die Einführung von „Regionalmanagern“, die die regionalen Arbeitsgruppen bei dieser Aufgabe unterstützen könnten.

Neue Ansätze zur Ergänzung bestehender Zertifizierungen

Neben den Änderungen etablierter Standards wurden auf dem „Würzburg+15“-Kongress auch neue Ansätze vorgestellt. Diese ermöglichen Forstbetrieben, eine bestehende PEFC-Zertifizierung auf freiwilliger Basis zu ergänzen. Dazu gehören ein Anforderungskatalog für die Einbeziehung von Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen sowie ein zusätzliches PEFC-Zertifikat für Erholungswälder. Letzteres soll Waldbesitzern die Möglichkeit geben, ihr Engagement für Erholungssuchende zu verdeutlichen.

Des Weiteren soll unter dem Arbeitstitel „Holz aus der Region“ ein zusätzliches Label entwickelt werden. Dieses soll Verbrauchern nicht nur die Herkunft von Holzprodukten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern aufzeigen, sondern auch den regionalen Ursprung dokumentieren. Alle drei vorgeschlagenen Neuerungen wurden von den Teilnehmern positiv bewertet.

Weitere Schritte und Entscheidungen

Für die genaue Ausgestaltung der zertifizierten Weihnachtsbaumkulturen und des Herkunftslabels sind weitere Diskussionen notwendig. Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat (DFZR) wird nach einer erneuten Überarbeitung durch die zuständigen Arbeitsgruppen Ende 2014 über die Einführung der drei neuen Elemente entscheiden. Dabei werden die Ergebnisse des „Würzburg+15-Kongresses“ sowie die noch anstehende Konsultation berücksichtigt. Dies gilt ebenso für die von den Arbeitsgruppen erarbeiteten Änderungen des PEFC-Standards und das Verfahren der regionalen Zertifizierung.

Das positive Feedback der Teilnehmer zu den Beteiligungsmöglichkeiten in Würzburg zeigt, dass das Mitmachen lohnt und Früchte trägt. Wir laden daher für die folgende Phase der öffentlichen Konsultation nochmals all jene ein, die in Würzburg noch nicht dabei sein konnten. Dass dieses Engagement sich lohnt, wird gerade auch im Hinblick auf die Verbesserungen deutlich, die in den letzten 15 Jahren durch die PEFC-Zertifizierung im In- und Ausland erzielt wurden.

Dies betonte Ulrich Schraml, Vorsitzender von PEFC Deutschland.

09.07.2014

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Deutschland

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