Engagement in der Berufsausbildung gewürdigt
Der Betrieb Theilmeier aus Everswinkel bei Warendorf wurde vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e. V. (VGL NRW) mit dem „Ausbildungspreis der Landschaftsgärtner NRW 2020“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte das Engagement des Unternehmens in der Berufsausbildung.
Die Auszeichnung sollte ursprünglich am 2. Dezember durch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann übergeben werden. Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte die Mitteilung über den Gewinn telefonisch durch Verbandspräsident H. Christian Leonhards. Ein Scheck über 2.000 Euro wurde per Post zugestellt. Die offizielle Übergabe der Urkunde durch den Minister ist für das späte Frühjahr geplant.
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:
Die Kombination von fachlichen Inhalten und gesellschaftlicher Verantwortung hat den Ausschlag für die Vergabe an ein Unternehmen gegeben, das bereits seit vielen Jahren und mit großem Engagement ausbildet. Unser Preisträger 2020 zeigt, dass es sich lohnt, in den Ausbildungsbemühungen nicht nachzulassen und noch mehr Schulabsolventen für unseren Beruf zu begeistern. So lassen sich die dringend benötigten Fach- und Führungskräfte für den grünen Berufsstand von morgen gewinnen.
Der 1968 gegründete Betrieb Theilmeier, der seit 1972 Nachwuchs im GaLaBau ausbildet, beschäftigt heute über 60 Mitarbeiter. Jährlich werden drei bis fünf Auszubildende eingestellt. Vor Ausbildungsbeginn lädt der Betrieb die Azubis zu einem Lehrgang „Vorbereitet in die Ausbildung“ an der DEULA ein, wobei dies 2020 pandemiebedingt ausfiel. Ein spezieller „Onboarding“-Tag führt die jungen Leute in den Betrieb ein und vermittelt ihnen einen schriftlichen Leitfaden mit betrieblichen Regeln sowie Einblicke in die Unfallverhütungsvorschriften.
Projekte und Weiterbildung als Kern der Ausbildung
Ein zentraler Bestandteil des Ausbildungskonzepts sind Projekte, in denen die Auszubildenden eigenverantwortlich agieren können. Die Ausbilderinnen Monique Däumichen und Inga Grawunder berichten, dass jährlich ein Azubi-Projekt stattfindet. Zum 50-jährigen Betriebsjubiläum wurde beispielsweise ein Themengarten auf dem Betriebsgelände entworfen, geplant und gestaltet. Dort entstand auch eine Übungsfläche für Pflasterungen. Ein Open-Air-Besprechungstisch wurde landschaftlich integriert. Die Auszubildenden von Theilmeier nehmen zudem am Landschaftsgärtner-Cup des Verbands teil.
Der Betrieb legt Wert auf Weiterbildung. Regelmäßige Azubirunden, Lehrgänge und Übungsstunden gehören zur Ausbildungsagenda. Die Auszubildenden werden zur Teilnahme an externen Fortbildungen motiviert, beispielsweise an den Angeboten der „Junggärtner“. Theilmeier übernimmt die Mitgliedsbeiträge für seine Auszubildenden während der Ausbildung. Zudem können sich Azubis beim Ulmer Lernportal anmelden, dessen Kosten ebenfalls vom Betrieb getragen werden.
Die Ausbilderinnen selbst besuchen regelmäßig Schulungen und Seminare. In Kooperation mit der Verbundschule Everswinkel bringen sie Schülern den Beruf des Landschaftsgärtners näher, unter anderem durch Pflanzaktionen. Jugendliche, die dabei Interesse zeigen, können bei Theilmeier auch eine Ausbildung zum Werker absolvieren. Aktuell sind elf Beschäftigte mit Beeinträchtigungen in Everswinkel tätig.
Nachwuchsgewinnung und Unternehmensphilosophie
Theilmeier engagiert sich in der Nachwuchsgewinnung und nimmt regelmäßig an Berufsorientierungsmessen wie der „BOM“ in Warendorf teil. Dort präsentieren sich die Auszubildenden selbst am Messestand. Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Initiativen zur Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Flüchtlingen tragen dazu bei, die grünen Berufe bekannt zu machen. Der Betrieb nimmt auch am „Girl´s Day“ teil, um Frauen für eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau zu interessieren. Neben klassischer Bandenwerbung am Fußballplatz nutzt Theilmeier auch einen Imagefilm auf YouTube zur Ansprache des Nachwuchses.
Der Betrieb ist bereits als TAG-Betrieb (Top Ausbildung Gartenbau) ausgezeichnet und als CSR-Betrieb zertifiziert. Inhaber Edgar Theilmeier, der den Betrieb mit seiner Frau Gabi in zweiter Generation führt, erläutert die Philosophie: „Als solcher legen wir natürlich auch bei der Ausbildung Wert auf nachhaltiges und umweltverträgliches Handeln. So vermitteln wir unseren Auszubildenden ihre Kenntnisse und Fähigkeiten stets unter Berücksichtigung der drei Säulen von Corporate Social Responsibility – Ökologie, Ökonomie und Soziales.“


