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Umgang mit Recyclingmaterialien im Garten- und Landschaftsbau

Markus Glatz präsentierte auf der Landesgartenschau vielfältige Möglichkeiten der Materialumgestaltung. Er unterschied zwischen Recycling und Upcycling und zeigte, wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein bei der Materialauswahl eine wichtige Rolle spielen. Besucher konnten sich von kreativen Lösungen inspirieren lassen.

Recycling und Upcycling im Fokus

Markus Glatz, Inhaber der Glatz Garten- und Landschaftsbau GmbH, stellte im Rahmen der Vortragsreihe „Garten aktuell“ auf der Landesgartenschau in Neuenburg am Rhein die vielfältigen Möglichkeiten der Materialumgestaltung vor.

Er unterschied dabei zwischen Recycling und Upcycling. Recycling bezeichnet die Wiederverwendung eines Produkts für den gleichen Zweck. Beispiele hierfür sind das Einschmelzen gebrauchter Glasflaschen zu neuen Flaschen oder die Wiederverwendung von Mauersteinen aus Abrissgebäuden für neue Mauern. Auch ausgebaute Platten und Pflasterbeläge können erneut verlegt werden, und gemahlener Altbeton findet sich in neuen Betonprodukten wieder.

Upcycling hingegen ist eine erweiterte Form des Recyclings, bei der ein Produkt kreativ zweckentfremdet wird. Als Vorbild dienen hier oft Menschen aus Entwicklungsländern, die aus alten Gegenständen Neues schaffen, wie etwa Autoreifen als Schuhsohlen oder Fahrradschläuche als Spanngummis. Auch Schraubgläser als Blumenvasen oder alte Holzkisten als Regale sind Beispiele, bei denen der Nutzen im Vordergrund steht.

Nachhaltigkeit und kreative Neugestaltung

Ein Rundgang durch den Schaugarten der Firma Glatz zeigte verschiedene Ansätze zur Neugestaltung. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein spielen bei der Materialauswahl eine wichtige Rolle. Heimische Steine und Hölzer haben kürzere Transportwege und sind besser an die lokalen Wetterverhältnisse angepasst.

Upcycling bietet hier eine Alternative zu neu gewonnenen Materialien. So können Natursteine aus abgerissenen Häusern für den Bau neuer Mauern verwendet werden, die als Sichtschutz, Ablage oder Sitzgelegenheit dienen. Im Schaugarten der Firma Glatz werden alte und neue Materialien kombiniert.

Besucher gelangen über antike Sandsteinplatten und gebrauchtes beigefarbenes Kalksteinpflaster in einen traditionellen Bereich, der von einer scheinbar verwitterten Holzfassade geprägt ist. Dort finden sich Sitzgelegenheiten aus alten Heizkörpern, die mit einem alten Balken versehen wurden, sowie ein Sessel aus einer halben Badewanne.

Ein alter Warmwasserbehälter wurde zu einem wetterfesten Schrank für den Garten umfunktioniert. Als Dekoration dienen herzförmige Schaufeln an der Wand, und eine alte Kartoffelgabel wurde zu einem Glashalter umfunktioniert. Weitere kreative Wiederverwendungen alter Materialien sind dort zu sehen, wie Sedum-Pflanzungen in alten Verpackungen, Fischkonservendosen oder ausrangierten Schuhen, die mit der Zeit von den Pflanzen überwuchert werden können.

18.07.2022

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