Jubiläumsfeierlichkeiten und Verbandsgeschichte
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) beging am 6. Juni 2024 sein 60-jähriges Jubiläum mit einem Sommerfest auf dem Gelände der Landesgartenschau in Kirchheim. Die Feierlichkeiten folgten direkt auf die Mitgliederversammlung des Verbandes. Rund 350 Gäste wurden von Dietmar Lindner, dem neu gewählten Präsidenten des VGL Bayern, begrüßt. Als Rahmen dienten das „Forum.Grün – Pavillon der Landschaftsgärtner“ des VGL Bayern sowie elf Themengärten der Mitgliedsbetriebe.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner gratulierte dem Verband zu seiner Entwicklung. Jan Paul, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), erinnerte an wichtige Meilensteine der Branche.
Entwicklung und Bedeutung des VGL Bayern
Dietmar Lindner beleuchtete in seiner Antrittsrede die Historie des VGL Bayern. Gegründet wurde der Verband am 14. Dezember 1963 in Ingolstadt als Fachverband Bayerischer Landschaftsgärtner. Dies war die erste selbstständige Interessensgemeinschaft gewerblicher Landschaftsbaufirmen im Nachkriegs-Westdeutschland. 1969 erfolgte die Umbenennung in Verband Garten- und Landschaftsbau Bayern, 1978 dann in Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Gräfelfing.
Aus einer kleinen Gruppe von Gründungsmitgliedern entwickelte sich ein Verband mit 650 angeschlossenen Unternehmen, die 2023 einen Umsatz von 960 Millionen Euro erwirtschafteten. Diese Unternehmen tragen zur grün-blauen Infrastruktur im Freistaat bei und prägen die Gestaltung von Metropolen, Städten und Gemeinden. Landschaftsgärtner schaffen Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanze.
Die Experten des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) leisten einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel und zum Erhalt der Artenvielfalt. Lindner hob hervor:
Durch Ihre Leidenschaft für den Beruf und Ihr unermüdliches Engagement für den Verband haben Sie in den vergangenen Jahrzehnten dem VGL Bayern zu dem verholfen, was er heute ist: bedeutender Impulsgeber in einem der relevantesten Wirtschaftszweige unserer Zeit.
Herausforderungen und politische Forderungen
Zu den aktuellen Herausforderungen der Branche zählen die Fachkräftesicherung, die Digitalisierung und altersbedingte Betriebsaufgaben ohne Nachfolgeregelungen. Der Verband unterstützt seine Mitglieder in den Bereichen Nachwuchswerbung, Ausbildungsförderung, Fort- und Weiterbildung, Fach- und Rechtsberatung, Finanzen, Personal und Verwaltung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Online-Marketing und Social Media.
Steigende Kosten und Bürokratie belasten die Unternehmen zunehmend. Lindner äußerte Unverständnis über die Erweiterung der Mautpflicht auf Nutzfahrzeuge von 3,5 bis 7,5 Tonnen ab dem 1. Juli 2024, ohne die GaLaBau-Branche in die Handwerkerausnahme aufzunehmen.
Was wir überhaupt nicht gebrauchen können, sind ungerechte Belastungen. Beispielsweise wird ab dem 1. Juli 2024 die Mautpflicht auf Nutzfahrzeuge von 3,5 bis 7,5 Tonnen erweitert. Dabei weigert sich das Bundesverkehrsministerium, unsere Branche in die Handwerkerausnahme aufzunehmen. Absurd, denn die Tätigkeiten des GaLaBaus und die des Handwerks sind vergleichbar.
Trotz breiter Unterstützung, Argumenten und eines Rechtsgutachtens hielt das Ministerium an seinem Ansatz fest. Als Beispiel für eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft nannte Lindner den Praktikerrat des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, der Vorschriften auf Praxistauglichkeit prüft und Reformvorschläge erarbeitet. Ein ähnliches Gremium könne er sich für den GaLaBau vorstellen.
Landtagspräsidentin Ilse Aigner überbringt „Geburtstagsüberraschung“
Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, gratulierte dem neuen Verbandspräsidenten und dankte Gerhard Zäh, dem Vorgänger Lindners. Sie würdigte auch Maximilian Böltl, der als ehemaliger Bürgermeister von Kirchheim die Bewerbung für die Landesgartenschau initiiert hatte. Aigner lobte den gesellschaftlichen Zusammenhalt angesichts der Hochwassersituation im Freistaat.
In dieser Notsituation helfen alle mit. Natürlich sind die vielen Ehrenamtlichen von der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, der THW bis zur DLRG und der Wasserwacht im Einsatz, aber auch viele Nachbarn, Freunde und Bekannte der Betroffenen leisten Großartiges.
Eine zusätzliche Förderung von bis zu zwei Millionen Euro für zukünftige Landesgartenschauen im Freistaat wurde im Rahmen der Haushaltsplanung beschlossen. Diese Investition soll dem GaLaBau, der grünen Branche und den Bürgern zugutekommen, die sich in Zeiten zunehmender Wetterextreme mehr Schutz wünschen.
Aigner fasste zusammen:
Zur Gestaltung von Privatgärten, öffentlichen Erholungsräumen in den Städten und Gemeinden oder Natur- und Kulturlandschaften benötigen wir Profis. Experten, die unser Umfeld lebenswert machen und damit einen großen Beitrag für die Seele des Menschen leisten.
Vizepräsident Jan Paul verdeutlicht die Bedeutung des Bundesverbandes
Jan Paul, Vizepräsident des BGL, bekräftigte in seinem Grußwort das Vorgehen gegen die Mautpflichterweiterung. Er argumentierte, dass der Werkverkehr im GaLaBau dem des Handwerks gleiche und eine Mautpflicht zu Wettbewerbsverzerrungen sowie einem Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz führe.
Diese Uneinsichtigkeit des Bundesverkehrsministeriums ist sehr enttäuschend und ärgerlich. Wir konnten nachweisen, dass die geplante Umsetzung nicht rechtskonform ist. Dem zuständigen Bundesamt droht nun eine Klagewelle gegen Mautnacherhebungen und Bußgelder. Dies alles hätten wir gerne den Mitgliedern erspart.
Paul erinnerte an Höhepunkte der bundesweiten Verbandsarbeit, die auch für Bayern relevant sind:
- Etablierung des Ausbildungsförderwerks Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau im Jahr 1977.
- Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Bundesrahmentarifvertrags für gewerbliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im GaLaBau im Jahr 1981.
- Erster gesamtdeutscher Tarifabschluss im Gartenbau zehn Jahre später.
Eine Image- und PR-Kampagne des BGL, die 2002 zur Steigerung der Geschäfte mit Privatgartenbesitzern gestartet wurde, habe die Umsätze in diesem Geschäftsfeld verdreifacht. Die Initiative „Grün in die Stadt“ klärt seit acht Jahren über die Notwendigkeit einer klimaresilienten Stadtentwicklung auf.
Ehrungen für 60-jährige Mitgliedschaften und berufsständisches Engagement
Von den ursprünglich 28 Gründungsbetrieben sind noch 13 im VGL Bayern aktiv. Für ihre 60-jährige Mitgliedschaft wurden folgende Unternehmen geehrt:
- Fleischhacker Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Würzburg
- Kolb Garten- und Landschaftsbau, Nürnberg
- Boellert Garten + Landschaftsbau, Zeitlarn
- Robl ZeitLandschaften, Furth im Wald
- Majuntke Professionelles Grün, Mainburg
- Gaissmaier GartenLandschaft, Freising
- Sportanlagen- und GaLaBau Hermann Kutter, Memmingen
Zusätzlich erhielt das Unternehmen Garten- & Landschaftsbau Weißmüller in Berg eine Anerkennung für die Beteiligung an der Landesgartenschau 2023 in Freyung mit einem Themengarten.

