Technische Neuerungen und optimierte Hydraulik
Die Forstraupe Moritz, ursprünglich als Fällraupe konzipiert, präsentiert sich in einer neuen Baureihe als multifunktionaler, ferngesteuerter Geräteträger. Die Modelle mit 50 PS und 75 PS Motorleistung bieten technische Neuerungen bei unveränderter Optik.
Die Überarbeitung konzentrierte sich auf die Technik der kompakten Geräteträger. Neue 4-Zylinder-Motoren von Deutz mit 36,4 kW beziehungsweise 55,4 kW Leistung sind serienmäßig mit einem CLEANFIX Umkehrlüfter ausgestattet. Auch die Aggregate und das Hydrauliksystem wurden umfassend modifiziert.
Das Hydrauliksystem ist nun in drei separate Kreisläufe für Fahrantrieb, Arbeits- und Leistungshydraulik unterteilt. Diese Trennung ermöglicht eine präzisere Steuerung. Beim Fahrantrieb kann eine Drifteinstellung zum Ausgleich der Hangabtriebskraft bei Mäharbeiten quer zum Hang vorgenommen werden. Zusätzlich ist eine stufenlose Einstellung der Endgeschwindigkeit möglich.
Diese Optionen erhöhen den Bedienkomfort beim Einsatz des Moritz mit Mulcher oder Forstfräse. Die Arbeitshydraulik bietet bis zu vier proportionale und zwei schwarz/weiß doppeltwirkende Funktionen, die gleichzeitig über die Funksteuerung bedienbar sind. Die ergonomische Funksteuerung ist in zwei Bereiche unterteilt: Ein Joystick steuert das Fahren, während die zweite Hand Arbeitsgeräte und Leistungsmanagement bedient. Alle Funktionen und Voreinstellungen lassen sich über die Funksteuerung vorwählen.
Leistungshydraulik und mechanische Zapfwelle
Neben der mechanischen Zapfwelle, einem Alleinstellungsmerkmal des Moritz, ist nun auch eine Leistungshydraulik verfügbar. Dies richtet sich an Anwender, die bereits hydraulisch angetriebene Arbeitsgeräte anderer Hersteller besitzen. Nahezu die gesamte Motorleistung kann wahlweise über die mechanische Zapfwelle oder die Leistungshydraulik abgerufen werden. Eine Axialkolbenpumpe liefert bei Bedarf bis zu 96 l/min bei 300 bar. Der Anschluss von Arbeitsgeräten erfolgt über einen Multikuppler.
Anbaugeräte für den Ganzjahreseinsatz
Pfanzelt bietet ein Programm eigener Anbaugeräte für den Moritz an, darunter Forst- und Gestrüppmulcher sowie eine Sä-Streifen-Fräse. Mit der neuen Generation der Forstraupe Moritz wurde auch die Forstfräse MAX eingeführt. Diese ist mit 40 hartmetallbestückten Rundmeißeln ausgestattet, die spiralförmig um den Rotor angeordnet sind und durch Drehen dreimal verwendbar sind. Der Werkzeugflugkreisdurchmesser beträgt 340 mm.
Die Forstfräse MAX verfügt über eine hydraulische Frontklappe, einen hydraulischen Niederhalter und eine hydraulische Seitenverschiebung. Gegenschneiden in der Frontklappe optimieren die Nachzerkleinerung. Die Arbeitsbreite der Forstfräse beträgt 1.200 mm. Die neuen Modelle bieten zudem einen vollwertigen Dreipunktanbauraum in der Front, zusätzlich zum Dreipunktanbauraum am Heck. Dies ermöglicht die Nutzung von Anbaugeräten anderer Hersteller mit Kat. 1 Dreipunktaufnahme.
Die Flexibilität bei der Wahl der Anbaugeräte war ein Entwicklungsziel. Durch die beiden Antriebsmöglichkeiten und den standardisierten Dreipunktanbauraum können Anbaugeräte verschiedener Hersteller, von der Wurzelstockfräse bis zum Doppelmessermähbalken, ohne Einschränkungen betrieben werden. Diese Maschinenkombination eignet sich für das Mähen von Steilhängen, Biotopflächen und Moorwiesen sowie Almwiesen oder Skipisten. Auch der gleichzeitige Einsatz von zwei Arbeitsgeräten, beispielsweise zwei Doppelmessermähbalken, ist möglich.
Kompakte Abmessungen und niedriger Bodendruck
Niedriger Bodendruck und kompakte Abmessungen sind weiterhin zentrale Merkmale des Moritz. Das leicht höhere Eigengewicht von etwa 2.000 kg wird durch breitere (Serie 250 mm, optional 300 mm) und längere Laufwerke kompensiert, wodurch der Bodendruck im Vergleich zum Vorgängermodell Fr50 konstant bleibt.
Der Transport mit PKW-Anhänger oder Transporter ist weiterhin problemlos möglich, da sich die Abmessungen nur geringfügig geändert haben. Für unterschiedliche Einsatzgebiete und Hangarbeiten können die Laufwerke hydraulisch um jeweils 200 mm pro Seite verbreitert werden. Eine automatische, hydraulische und wartungsfreie Kettenspannung verhindert das Abspringen des Bandes. Für extreme Steilhangeinsätze oder zur Selbstsicherung kann der Moritz mit einer Hilfswinde sowie einer Traktionsseilwinde ausgestattet werden.
Pfanzelt, als deutscher Hersteller für Forstmaschinen, produziert neben Forstseilwinden und Rückeanhängern auch Ladekrane, Forstspezialtraktoren und Forstraupen. Das Unternehmen fertigt ausschließlich am Standort Rettenbach am Auerberg und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter.

