UBA-Fachtagung beleuchtet umweltfreundliche Alternativen
Kommunen stehen vor der Aufgabe, Grünflächen zu pflegen und Schädlinge zu bekämpfen, um die öffentliche Gesundheit und Infrastruktur zu schützen. Traditionell kommen dabei oft Pflanzenschutzmittel und Biozide zum Einsatz. Eine Fachtagung des Umweltbundesamtes (UBA) in Dessau-Roßlau zeigte jedoch auf, dass bereits vielfältige alternative Methoden zur Verfügung stehen, die den Verzicht auf umweltschädliche Chemikalien ermöglichen.
Alternative Ansätze umfassen beispielsweise die Heißwasserbehandlung zur Unkrautbeseitigung oder intelligente Fallensysteme zur Schädlingsbekämpfung. Diese Methoden tragen dazu bei, die Umweltbelastung zu reduzieren.
Pestizide können auf vielfältigen Wegen in die Umwelt gelangen und damit nicht nur eine Gefahr für Ökosysteme, sondern auch für die menschliche Gesundheit darstellen, wie regelmäßige Funde von Pestizid-Rückständen im Oberflächen- und Grundwasser zeigen. Der öffentliche Sektor hat bei der umwelt- und naturverträglichen Bewirtschaftung seiner Flächen und dem nachhaltigen Unterhalt seiner Infrastruktur eine besondere Vorbildfunktion. Unsere Tagung zeigt: Kommunen ist es schon heute möglich, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten, den Biozideinsatz zu begrenzen und Alternativmethoden zu fördern, ohne die Unterhaltungspflichten zu vernachlässigen.
Dies erklärte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Die gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) organisierte Veranstaltung zielte darauf ab, Kommunen über die Risiken des chemischen Pflanzenschutzes und Biozideinsatzes zu informieren und Wege zum Verzicht aufzuzeigen. Neben Vorträgen und Workshops präsentierten Hersteller alternative Verfahren zur Wildkrautentfernung und Nagetierbekämpfung.
Kommunale Flächen gewinnen an Bedeutung als Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, da die Qualität von Agrarlandschaften abgenommen hat. Viele Städte und Gemeinden zeigen Interesse daran, den Pestizideinsatz auf öffentlichen Flächen zu reduzieren oder ganz einzustellen. Dies entspricht dem Wunsch vieler Bürger und unterstützt den Schutz von Insekten sowie die Reduzierung von Umweltbelastungen.
Viele Städte und Gemeinden sind sehr daran interessiert, den Pestizideinsatz auf öffentlichen Flächen zu reduzieren oder ganz darauf zu verzichten. Dieses Engagement entspricht auch dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, unterstützt den Schutz von Insekten und reduziert die Umweltbelastungen.
So Detlef Raphael, Beigeordneter des Deutschen Städtetages und Schirmherr der Fachtagung. Insbesondere ganzjährig verfügbare Grün- und Blühstrukturen bieten Insekten wichtige Lebensräume. Auf der Tagung wurde auch der Umgang mit landwirtschaftlich genutzten Kommunalflächen und Vorgaben in Pachtverträgen diskutiert. Eine frühzeitige Planung der Bewirtschaftung und eine geeignete Sortenwahl auf Grünflächen können den Pestizideinsatz deutlich mindern. In Kombination mit alternativen Verfahren zur Unkrautbeseitigung können kommunale Flächen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.
Vorgestellte alternative Techniken umfassten Bürstensysteme und thermische Verfahren mit Heißwasser. Auch zum Schutz der menschlichen Gesundheit oder von Materialien sind Biozide nicht immer erforderlich. Ein großes Potenzial zur Reduzierung des Biozideinsatzes bieten intelligente Fallensysteme und Köderschutzstationen zur Überwachung und Bekämpfung von Ratten in der Kanalisation, die ebenfalls präsentiert wurden.
Herausforderungen für Kommunen bestehen in der Berücksichtigung von Alternativen bei der Ausschreibung von Dienstleistungen und der Beschaffung biozidfreier Produkte. Das UBA arbeitet in einem laufenden Projekt daran, die Beschaffung biozidfreier Alternativen zu unterstützen, um Mensch und Umwelt zu entlasten.
