Bagger, Lader und Anbaugeräte

Wenn Baumaschinen-Welten aufeinandertreffen: Kettenlader und Radlader im Baustoff-Umschlag

Baumaschinen unterliegen einem stetigen Wandel, beeinflusst von technologischen Fortschritten und sich ändernden Anforderungen. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Kettenladern, deren Einsatz sich über die Jahrzehnte gewandelt hat und die zunehmend durch andere Techniken abgelöst werden.

Der Wandel im Baustoff-Umschlag: Von Kettenladern zu modernen Radladern

Baumaschinen unterliegen einem stetigen Wandel, beeinflusst von technologischen Fortschritten und sich ändernden Anforderungen. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Kettenladern, deren Einsatz sich über die Jahrzehnte gewandelt hat und die zunehmend durch andere Techniken abgelöst werden.

Einst galten Laderaupen als beliebte Arbeitsgeräte in der Erdbewegung. Sie vereinen die Schaufel eines Radladers mit den Raupenketten einer Planierraupe, was präzises Manövrieren auf engem Raum ermöglicht. Ihre Fähigkeit, auf der Stelle zu wenden, erinnert an die Eigenschaften eines drehenden Oberwagens eines Kettenbaggers. Trotz dieser spezifischen Merkmale sind Kettenlader heute selten geworden, abgesehen von Spezialanwendungen wie dem Schlacke-Umschlag in Stahlwerken.

Ein solches seltenes Exemplar, ein Cat Kettenlader 973 aus dem Baujahr 1991, ist bei der Kai Hannemann Baustofftransporte & Logistik e. K. in Braunschweig im Einsatz. Dort arbeitet er Seite an Seite mit einem modernen Cat Radlader 966M XE aus dem Baujahr 2018. Diese Konstellation ermöglicht einen direkten Vergleich zweier Generationen von Ladegeräten.

Effizienz und Mobilität im Fokus

Der Cat 966M XE nimmt als Schlüsselgerät einen festen Platz im Betrieb ein. Firmenchef Kai Hannemann erklärt die Entscheidung für ein größeres Modell:

„Mit weniger Ladespielen mehr Masse zu bewegen, hat dazu geführt, dass der neue Radlader eine Nummer größer ausfiel als die Vorgängerversion.“
Die Fahrwege auf dem Recyclingplatz für Baustoffe, den das Unternehmen nahe des Flughafens Braunschweig betreibt, sind länger geworden. Dies macht ein Laufwerk wie das einer Laderaupe aufgrund der benötigten Mobilität weniger geeignet und trägt zur Seltenheit von Kettenladern bei. Radlader sind schneller und flexibler einsetzbar, wenn firmeneigene oder Kunden-Lkw mit Splitt, Mutterboden, Kies, Sand und Schotter beladen werden.

Der Cat 966M XE ist mit einer 4,3 Kubikmeter großen Felsschaufel ausgestattet. Angesichts des abrasiven Materials ließ Kai Hannemann die Schaufelausführung durch die Zeppelin Niederlassung Hannover mittels Hardox 400 an der Seite und am Schneidmesser verstärken. Zeppelin Verkäufer Fabian Socha begleitete die Umsetzung dieser kundenspezifischen Anpassung.

Wirtschaftlichkeit und technische Unterschiede

In puncto Wirtschaftlichkeit kann der Kettenlader aus dem Baujahr 1991 nicht mit der modernen Radlader-Version mithalten. Kai Hannemann betont die Sparsamkeit des neuen Radladers:

„Wir haben uns bewusst bei dem neuen Radlader für die High-Tech-Ausführung XE entschieden, weil es uns vor allem um Sparsamkeit beim Kraftstoff ging. Im Durchschnitt erzielen wir mit dem Cat 966M XE einen Verbrauch von elf Litern.“
Der Kettenlader hingegen verbraucht im Schnitt etwa zwanzig Liter. Dieser Unterschied verdeutlicht den Fortschritt in der Kraftstoffeffizienz, die im letzten Jahrhundert noch nicht so hoch im Kurs stand.

Der Kettenlader verfügt über einen hydrostatischen Antrieb. Der Radlader hingegen kombiniert die Vorteile des mechanischen und hydrostatischen Antriebs. Sein stufenloses, leistungsverzweigtes Getriebe ist vollständig auf Kraftstoffeffizienz ausgelegt.

Auch bei der Geräuschkulisse zeigen sich deutliche Unterschiede: Der kernige Motorsound des Oldtimers dominiert, während der moderne Radlader wesentlich leiser arbeitet. Der Fahrerkomfort ist ebenfalls stark divergierend. Die Kabine des Radladers gleicht einem Cockpit, während das Fahrerhaus des 973 als rustikal beschrieben wird. Moderne Joysticks haben die früheren Fußpedale abgelöst.

Einsatzgeschichte und heutige Rolle des Kettenladers

Anfang der 1990er-Jahre war der Kettenlader für große Erdarbeiten bei RWE in Wanzleben vorgesehen. Nach einer Mietphase ersetzte er einen Cat 963 und wurde fester Bestandteil des Maschinenparks. Kai Hannemann erklärt:

„Zur damaligen Zeit war eine Selektierung im Fuhrpark nicht so gefragt wie heute. Daher wurde eben auch in Kettengeräte investiert.“

Ein weiterer Einsatzbereich war bis 2010 der Abbau von Kalksandstein bei Königslutter als Subunternehmen. Dort schob die Laderaupe Abraum beiseite, holte den Rohstoff Lage für Lage heraus und transportierte ihn zur Verarbeitung. Die vom Vorfeld herausgesprengten Blöcke wurden jahrelang von dem Ladegerät umgeschlagen. Bearbeitete Kalksandsteinplatten aus diesem Material finden sich heute unter anderem an der Fassade des Berliner Reichstags.

Trotz seiner Leistungsstärke fristen Kettenlader heute eher ein Nischendasein. Kai Hannemann sieht die Ursache in ihrer Wirtschaftlichkeit und traut Ketten- und Mobilbaggern hier mehr zu. Die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten sind jedoch nicht der Grund für die geringere Nachfrage.

„Mit einer Laderaupe lassen sich große Erdmassen bewegen. Ein guter Fahrer kann damit auch exakt ein Planum schieben – selbst in schwer zugänglichen Bereichen sind auf schmaler Rangierstrecke Lademanöver möglich“, so der Firmenchef.
Früher setzte er den Kettenlader auch beim Rückbau ein, da schwere Armierungen oder Betonbrocken die Reifen nicht beschädigen konnten. Eine Laderaupe schafft am Ende eines Abbruchprojekts schnell klare Verhältnisse und ebnet das Gelände.

Obwohl der Kettenlader nicht mehr im Abbruch eingesetzt wird, soll er nicht vollständig ausgemustert werden.

„Ist ein Gerät einmal bei uns im Maschinenpark, dann bleibt es dort auch“, so die Strategie.
Trotz 26 Jahren hartem Einsatz und knapp 15.000 Betriebsstunden ist der Motor noch der erste, und das Getriebe hielt all die Jahre stand. Lediglich Hydraulikschläuche mussten ersetzt werden. Kai Hannemann berichtet:
„Der Kettenlader wurde von uns immer gut in Schuss gehalten. Das erklärt seine ungebrochene Kraft bis jetzt.“

Service und Zukunftsperspektiven

Für moderne Baumaschinen wie den Cat 966M XE setzt Kai Hannemann auf einen Full-Service der Zeppelin Niederlassung Hannover.

„Service kommt an erster Stelle. Angesichts der komplexen Elektronik geben wir Reparaturen in die Hände unseres Baumaschinenlieferanten“, so Hannemann.
Diese Strategie soll auch in Zukunft beibehalten werden, wenn sein Neffe nach seiner Ausbildung zum Mechatroniker in den Betrieb einsteigt.

Das Kerngeschäft von Kai Hannemann umfasst Abbruch- und Erdarbeiten in der Region Braunschweig, Hannover, Magdeburg und Uelzen sowie deutschlandweite Fern- und Sondertransporte von bis zu 80 Tonnen schweren Gütern. Hinzu kommen Transporte von Schüttgütern, die Aufbereitung von Baustoffen und die Entsorgung kontaminierter Böden und Gefahrstoffe wie Asbest.

Neueste Technik ist eine Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg. Die Lkw des Unternehmens sind mit automatischen Abstandsregeltempomaten ausgestattet, und das Unternehmen wird als einziger Betrieb in Braunschweig Tote-Winkel-Assistenzsysteme testen. Der Fuhrpark, der mit einem Startkapital von 14.000 DM begann, umfasst heute rund 40 ziehende Einheiten, darunter Tieflader, Dreiachser, Sattelzüge und Abroller, die von etwa 35 Mitarbeitern bewegt werden.

„Das verschafft uns die nötige Flexibilität, die man braucht und die unsere Stärke ist“, so der Firmenchef.

Diese Flexibilität wird auch vom neuen Cat Radlader erwartet, der über eine StVZO-Zulassung verfügt.

„Die Straßenverkehrszulassung ist ein Alleinstellungskriterium bei dem Radlader. Sie erlaubt uns, dass wir uns mit der Maschine frei auf deutschen Straßen bewegen dürfen“, erklärt Kai Hannemann.
Der Baustoffplatz ist vier Kilometer vom Firmensitz entfernt. Abends und am Wochenende wird das Gerät in der Werkstatt durchgecheckt und regelmäßig gewartet, um eine ähnlich lange Einsatzdauer wie beim Kettenlader 973 zu gewährleisten.

26.01.2019

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Zeppelin Baumaschinen GmbH

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85748Garching bei München
Deutschland

Tel.:+49 89 32000-0
Fax:+49 89 32000-111

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