Unkrautbekämpfung

Wildkrautbeseitigung: 240 Jahre Reinert und 50 Jahre Abflammtechnik

Das Familienunternehmen Reinert aus Weidenbach blickt auf 240 Jahre Geschichte zurück und feiert 50 Jahre Expertise in der Abflammtechnik. Aus dieser Erfahrung entwickelte das Unternehmen ein breites Sortiment an Geräten zur ökologischen Unkrautbeseitigung, die chemiefreie und umweltschonende Alternativen bieten.

Pionierarbeit und technische Entwicklung der Abflammtechnik

Hans Reinert, der Vater des heutigen Inhabers und Geschäftsführers Martin Reinert, begann 1973 mit ersten Versuchen in der Abflammtechnik. In Zusammenarbeit mit der damaligen Hochschule Triesdorf-Weihenstephan entwickelte er das Verfahren weiter. Reinert baute sukzessive Spezialgeräte für den Einsatz in Gemüse- und Obstkulturen sowie für Hopfenbauern und Winzer.

Diese landwirtschaftlichen Bereiche bilden den Hauptabsatzmarkt für das Unternehmen. Das aktuelle Sortiment umfasst etwa 150 Varianten, einschließlich Geräten für den gewerblichen, kommunalen und privaten Bereich.

Vielfältige Anwendungsfelder der Abflammtechnik

Neben der Eindämmung des Pflanzenwachstums in Landwirtschaft und Gartenbau bietet die Abflammtechnik weitere Anwendungsmöglichkeiten. Martin Reinert weist auf den Einsatz in der Geflügelzucht hin:

Hier werden die vom Mist und der Einstreu befreiten Betonböden mit der knapp 200 Grad heißen Flamme desinfiziert. Pilze, Sporen und Krankheitserreger werden dadurch abgetötet. Somit kann der regelmäßige Einsatz von Antibiotika in der Geflügelzucht stark reduziert und eine Antibiotika-Resistenz verhindert werden.

Auch im Straßenbau kann die Abflammtechnik zur Trocknung der Asphalt-Grundschicht genutzt werden. Martin Reinert erklärt:

Bevor die finale Deckschicht aufgebracht wird, muss die Grundschicht absolut sauber und trocken sein. Dann erst ist eine optimale Verbindung der beiden Schichten gewährleistet.

Ein weiteres potenzielles Anwendungsgebiet ist die Stabilisierung von Bahndämmen, wo bisher chemische Mittel zum Einsatz kommen.

Innovation und Zukunftsperspektiven bei Reinert

Um Neuentwicklungen optimal auf ihren zukünftigen Einsatz vorzubereiten, bezieht Reinert Praktiker aus der Landwirtschaft und Experten aus Kompetenz- und Technologiezentren ein. Das Unternehmen sieht viel Innovationspotenzial und strebt eine Verbesserung der bestehenden Gerätetechnik an. Als Beispiel nennt Martin Reinert die Weiterentwicklung der 2021 eingeführten powerHEAT-Technologie.

Martin Reinert, der das Unternehmen 1992 in siebter Generation übernahm, erläutert die Vorteile der Technologie:

Einerseits verbessern wir damit die Windstabilität der Betriebsflamme, andererseits haben wir damit das Gas-Luftgemisch optimiert und dadurch höhere Einwirkungstemperaturen bei günstigerem Gasverbrauch erreicht.

Für diese Technologie erhielt Reinert 2023 das BSFZ-Siegel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, welches das Unternehmen als forschendes und entwickelndes Unternehmen ausweist.

Der Firmenchef sieht gute Perspektiven für die Zukunft seines Betriebs:

Das Interesse an unserer Technik nimmt permanent zu. Die EU-Zulassung für Glyphosat ist zwar gerade aktuell wieder bis 2033 verlängert worden, aber wir stellen fest, dass in den Köpfen vieler Landwirte und Praktiker - eventuell auch auf Druck der Verbraucher - ein Umdenken stattfindet. Wir wollen unseren Teil zu einem verantwortungsvollen Umgang mit unserem Lebensraum beitragen. Technik im Einklang mit Mensch und Natur - das ist unser Anspruch.

11.12.2023

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